"Band-Aid"-Gelder für Waffenkäufe abgezweigt

07. März 2010 22:39

Rebellen unter Kommando des heutigen Premiers Meles Zenawi sollen Millionen kassiert haben

London/Nairobi - Äthiopische Rebellen sollen Millionenspenden der Hilfsaktion "Band Aid" für die Opfer der Hungerkatastrophe vor gut 25 Jahren abgezweigt und stattdessen dafür Waffen gekauft haben. Das berichtet der britische Sender BBC unter Berufung auf Rebellenführer der damaligen Befreiungsfront von Tigray (TPLF), die damals im nördlichen Hochland Äthiopiens einen Bürgerkrieg gegen die Regierungsarmee führte.

Zwei hohe Offiziere der damaligen Rebellenarmee hatten der BBC berichtet, sie hätten sich unter anderem für internationale Fernsehteams als Getreidehändler und örtliche Helfer ausgegeben. Die Verträge über den angeblichen Kauf von Getreide seien fingiert gewesen. Die TPLF wurde von dem heutigen äthiopischen Ministerpräsidenten Meles Zenawi kommandiert, der sich im Mai um eine Wiederwahl bemüht. Die von der BBC zitierten Rebellenführer sind heute mit Zenawi zerstritten.

"Unsinn"

Der Gründer der Hilfsaktion, Bob Geldof, wies den Bericht am Sonntag als "offensichtlichen Unsinn" zurück. Der britische Musiker sammelte mit dem Benefizkonzert "Live Aid" Spenden für die Hungernden in Äthiopien. Es war die bis dahin weltweit größte Hilfsaktion. Rund eine Million Menschen starben Schätzungen zufolge im Hungerwinter 1984/1985 - die meisten von ihnen, ehe die internationale Hilfe anlief.

Laut dem Bericht nutzten Rebellen für ihre Waffenkäufe 95 Prozent von 100 Millionen US-Dollar an Hilfsgeldern, die für den Kampf gegen die Hungerkatastrophe bestimmt waren. Die Stiftung "Band Aid" und weitere Hilfsorganisationen haben bei der britischen Medienaufsicht Beschwerde gegen den Bericht eingelegt. "Es gibt nicht die Spur eines Beweises, dass Geld von "Band Aid" oder "Live Aid" abgezweigt wurde", sagte Geldof der BBC. Ein Sprecher der Hilfsmission "Christian Aid" forderte den Sender zur Prüfung der Fakten auf, bevor "eine Lüge um den halben Globus kreist" und "gewaltigen Schaden" anrichtet.

Spenden für Waffenkäufe

Der Sender hielt an dem Bericht am Sonntag weiter fest. "Er zeigt Beweise, schlüssige Beweise, dass einige der Hilfsspenden für die Hungersnot von mächtigen Rebellengruppen umgeleitet wurden, um Waffen zu kaufen", schrieb der Nachrichtenchef des BBC World Service, Andrew Whitehead, im Blog des Senders. Er lobte den Reporter Martin Plaut als erfahrenen Journalisten. Plaut habe über die Hungersnot seit den 1980er Jahren berichtet und für diesen Bericht mehr als ein Jahr Informationen gesammelt.

Für Experten aus Hilfsorganisationen enthält der BBC-Bericht wenig Überraschungen: In Krisen- und Konfliktgebieten müssen humanitäre Helfer immer wieder verschiedenen bewaffneten Gruppen entweder "Schutzzölle" zahlen oder beobachten, wie Milizen und andere Gruppen in Flüchtlingslagern die Verteilung der Hilfe "organisieren". (APA/dpa)

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15 Postings
Malkaye
16.03.2010 13:46
selbst wenn es nicht so wäre, hätte es sich halt ein europäischer projekt-koordinator in die taschen gesteckt

diese art von hilfe hat einen nichtigen wirkungsgrad.
und die psychologischen folgen für die wenigen empfänger sind auch alles andere als zu begrüßen.

was den entwicklungsländern "helfen" würde, wäre, wenn sie endlich wieder schutzzölle gegen die rechtswidrigen subventionierten waren des westens erheben dürfen, ohne gleich finanzkeulen fürchten zu müssen. außerdem wäre eine schuldenprüfung von nöten, um die falschen rechnungen der worldbank(st)er zu annulieren. was macht schon einen temporärer zinseszins-erlass, der dann als "schuldenerlass" hochgespielt wird?!...

wie schon jean ziegler sagt: "wir müssen den menschen in afrika nicht mehr geben, sondern weniger stehlen"

Wasmichstört
08.03.2010 15:25
Ein schöner Schritt in die richtige Richtung wäre es...

...wenn die liebe Schweiz alle dubiosen Konten von Diktatoren dieser Welt u.ä. sperrte... aber das ist wohl zuviel verlangt von diesem "Schurkenstaat"...

Lichtfreak
08.03.2010 16:29
Jetzt

will einer aus einem N@zistaat dem Schurkenstaat sagen, was er zu tun hat?

Nathan Drake
08.03.2010 21:59

Und mit der Aussage haben Sie sich auf die gleiche Stufe gestellt...

max 1231
 
08.03.2010 15:08
das weiss doch jeder das hier andauernd lug und schwindelabläuft. das hauptproblem ist das die geldeinsammler, denen man durchaus gutes unterstellen kann das geld einsammeln und dies dann an einen dritte partei zur

verteilung weiterreichen und das ist der grosse knackpunkt die sacken dann das meiste der spenden ein. wenn schon wie der geldorf etwas organisiert dann sollte der typ so intelligent sein die "linken touren" vorauszusehen und dafür zu sorgen dass die gelder nur von seiner partei direkt in die hände per cash an die bedürftigen kommen alles andere funktiniert nicht. jedoch die schlimmsten absahner sind die typen von der uno und den wohltätigkeits organisationen, denn die machens raffinierter, die nehmen das geld und gönnen sich oppulente gehälter und spesen davon am ende ereicht in der regel nur etwa 10 bis 20% vom geld die bedürftigen. also gebt nichts her wenn ihr das geld nicht selbst verteilen könnt.

1000 Kopfläuse können nicht irren
08.03.2010 11:42
"feed the wo-orld"... "let them know, it's Christmas time"...

"give to them as you give to everyone"...

Für wen war also tatsächlich Weihnachten?

Dirty Sanchez
 
08.03.2010 12:24
Für den Teurofighter-Grafen

ist jeder Tag Weihnachten.

vheissu
08.03.2010 10:59

Pflugscharen zu Schwertern!

tramezzino
08.03.2010 10:21
streuverluste

in solchen ländern sind immer einzukalkulieren. interessanterweise wehren sich diese länder immer, wenn man von außen die wiedmungsgemäße verwendung streng kontrollieren möchte. warum wohl...

Malkaye
11.03.2010 02:45
nicht die länder sondern die regimes wollen keine kontrollen.

genau so wenig, wie die staatlichen geber aus dem ausland. welche regierung will denn etwas anderes mit geldgeschenken erreichen, als einfluss und gefügigkeit zu erlangen???

in diktaturen muss man halt nur die elite schmieren, das volk ist egal.

caranx
08.03.2010 13:49
"streuverluste sind immer einzukalkulieren"

Streuverluste ist gut. Vermutlich der Löwenanteil.
Von der Tsunami Hilfe verschwanden z.B. auf den Malediven 60 Mio, 1,5 wurden eingesetzt.
Nicht einen Cent gebe ich mehr.

Jürgen Rembremerding
08.03.2010 00:23
Das war bestimmt der Bono!

Fritz Wunderlich
08.03.2010 14:15

:-)))))))

agarthianer
07.03.2010 23:36
Sepp Lerchenmüller
08.03.2010 09:33

Und was weiss jetzt einschlägiges über die BandAids-Gelder? In den Links steht nichts drüber.

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