Kopf des Tages

Kopftuchfrau in der Partei der Atheisten

07. März 2010 19:05

Ilham Moussaid tritt bei der Regionalwahl in Frankreich an

So viel Dialektik wird auch dem Chef der linksextremen französischen Partei NPA zu viel. Für den Feminismus und den internationalen Kampf der Arbeiterklasse streiten, aber Kopftuch tragen, leuchtet den Genossen der Neuen Antikapitalistischen Partei nicht ein und brachte bisher nur gehässig-schadenfrohe Kommentare von den politischen Mitbewerbern auf der Rechten wie der Linken.

Olivier Besançenot, der populäre NPA-Vorsitzende, verteidigt zwar nach außen seine jun-ge Parteifreundin Ilham Moussaid, die bei den Regionalwahlen am nächsten Wochenende im südfranzösischen Avignon antritt. Doch der Medienrummel um die 21-jährige Studentin hat den Wahlkampf der linken Partei praktisch versenkt. Die NPA, vor kurzem noch als französische Ausgabe der deutschen Linkspartei gefeiert, liegt laut Umfragen unter drei Prozent.

Und das alles wegen des "fichu foulard" , dieses "verdammten Kopftuchs" , klagen die Trotzkisten der NPA. Ilham Moussaid trägt es in der Regel in der Farbe Weiß, und um den Hals schlingt sie das Palästinensertuch als Zeichen ihres politischen Engagements: Während des Bombardements des Gazastreifens Anfang 2009 war sie bei allen Demonstrationen in Avignon und Marseille dabei. In ihrer Partei gebe es eine Mehrheit von Atheisten, aber auch einen Teil von Gläubigen, sagt die gebürtige Marokkanerin - "der einzige Unterschied ist: Bei mir sieht man es eben."

Moussaids Kopftuch stellt nicht nur die Identität der erst vor einem Jahr gegründeten Linkspartei infrage. Es zeigt auch wieder die Facetten der Schleier-Debatte: Instrument der Diskriminierung, reine Privatsache, probates Mittel gegen den gewalttätigen Sexismus der Vorstädte.

Die Reaktion der Feministen sei am schwersten für sie zu ertragen, gibt die Kandidatin zu. "Ich kann so oft sagen, wie ich will, dass ich keine Unterdrückte bin - und ich glaube, das sieht man -, aber es bleibt immer ein Unverständnis."

Moussaid, jüngstes von sieben Kindern einer Einwandererfamilie, kandidiert nur auf Platz vier der NPAin Avignon. Dort arbeitete sie in einem Jugendverein, der sich dem Kampf gegen die Straßengewalt und die soziale Ausgrenzung verschrieben hat. Avignon wie der Großteil der Städte im Süden ist verarmt und wählt rechtsextrem. Mit einem Teil der engagierten jungen Muslime ging Ilham Moussaid dann in die Politik und schloss sich der Linkspartei an - immer noch eine Seltenheit in Frankreich. (Markus Bernath/DER STANDARD, Printausgabe, 8.3.2010)

elf zwanzig
 
09.03.2010 20:03
Besser als Sarkozy

Über seine Image braucht man gar nicht zu diskutieren.

UUUUUUUUUUUH PALISCHAL. Egal ob Punk, Nazi oder Moslem es tragen auch viele andere...

Naja die Franzosen sind fast immer intolerant. Sie sollten sich ein Bsp an GB nehmen.

giftwitwe
15.03.2010 14:24
beispiel uk:

dazu sind wir viel zu intelligent ... ;)

Hadschi Schlehmil
 
08.03.2010 10:42
schmucker PLO-Antiisrael-DEMO-Schal

Bei nichtexistenten Demos gegen die zahllosen Untaten in der moslemischen Welt war sie - wie alle die antiisrael agitatorInnen nicht dabei.

das ist den linken auch egal: Beispiele:
darfur, steinigungen, algerische FIS, usw. usf.

daher nicht ernstzunehmen

Nick Tameer
15.03.2010 00:27

Bleiben Sie doch, wenn Sie es so entscheidend finden, erst einfach einmal bei den Vorwürfen gegen Israel, bevor Sie ein Sammelsurium von Phänomenen, die irgendwie alle auf der Feindseite zu verorten sind, und deren Befürwortung Sie dieser Frau Moussaid unterstellen, auffahren.

Ich nehme an, Sie demonstrieren täglich gegen die FPÖ?

jo eh
07.03.2010 22:40

"probates Mittel gegen den gewalttätigen Sexismus der Vorstädte."

unreflektierte formulierung - fragt sich der autor nicht, warum es keine anderen "probaten mittel" außer der öffentlich demonstrierten unterwerfung mittels eines reaktionären und sexistischen symbols gibt?
ein symbol, das für sexismus steht, soll also vor sexismus schützen?

außerdem fehlt in der aufzählung die facette "polit. kampfsymbol des isl-ismus", was ja bei manchen trägerinnen auch der fall ist.
nein, auch ich glaube nicht, dass moussaid eine unterdrückte ist - denn sie trägt das KT ja freiwillig.
aber wohl nicht als ironisch interpretiertes modeaccessoire.

kritischesauge
07.03.2010 20:41
Anfang 2009 war sie bei allen Demonstrationen in Avignon und Marseille dabei

Hat sie da auch gegen die genauso verächtliche Westsaharapolitik Marokkos protestiert? Ach ja richtig, das Königshaus der Alaouites ist ja nicht j.üdisch...in Anbetracht mus.limischer Karrierefrauen und "Islamoe.manzen" scheinen Kopf- und Palituch die einzig verbliebenen Identifikationsfiguren zu sein...

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