Fischer und Schönborn zu Rosenkranz: Klarheit wirkt

07. März 2010 17:56

Der Krone-Herausgeber windet einen nationalen Rosenkranz rund ums Heimatland und empfiehlt die FPÖ-Kandidatin für die Wiener Hofburg

Vor drei Wochen, am 14. Februar, wurde ein erneutes Anschwellen des "national-konservativen Klimas" konstatiert. Barbara Rosenkranz sagt zu ihrer Kandidatur, sie sei eine "National-Konservative" , somit die Repräsentantin eines Lagers, das in Österreich Tradition hat.

Vergangene Woche bezogen Bundespräsident Heinz Fischer und Kardinal Christoph Schönborn (der in der Krone und in Eva Dichands Heute Kolumnen schreibt) zur ursprünglichen Rosenkranz-Forderung nach Aufhebung des Verbotsgesetzes klar Position.

Das zeigte Wirkung. "Ich habe nicht die Abschaffung des Verbotsgesetzes gefordert" , sagte die Kandidatin daraufhin mehrmals. Rosenkranz hat sich nach einer scharfen Abgrenzung des Bundespräsidenten ("Feuermauer gegenüber der Nazizeit" ) und des Wiener Kardinals ("Ist für mich nicht wählbar" ) zu einem Rückzieher entschlossen. Ihre Auffassung, man könne zum Holocaust "Meinungsfreiheit" ermöglichen, ist trotzdem unhaltbar. Denn über erwiesene Fakten eines Genozids kann es keine Meinungen geben, die diesen relativieren oder überhaupt leugnen.

Die Verbotsfrage sollte freilich andere Probleme nicht verdecken. Zwei davon:

1.) "Die traditionelle Familie ist kein Auslaufmodell." Diese Anschauung, die von Rosenkranz auch gelebt wird, ist prinzipiell keine nur nationale Position - sie wird ihr Sympathien bis weit hinein in katholische und protestantische Kreise sichern. Aus dem protestantisch-nationalen Lager im Salzburgischen kommt sie ja auch. Problematisch allerdings ist die im rechts-rechten Lager verankerte Verbindung der Familie mit dem Erhalt des "Deutschtums" .

2.) "Österreich ist kein Einwanderungsland." Damit schließt sie sich den Positionen rechtspopulistischer Parteien wie der deutschen NPD oder der niederländischen Wilders-Partei an. Sachlich behindert sie damit den internationalen wissenschaftlichen Austausch und den Zuzug von Fachkräften.

Krone-Herausgeber Hans Dichand setzt auf die FPÖ-Kandidatin nicht bloß deshalb, weil sie gegen Heinz Fischer besser abschneiden könnte als seinerzeit die von ihm schon immer verachtete Vernunftfrau Heide Schmidt. Da ist mehr im Spiel.

Das dürfte auch Heinz-Christian Strache geahnt haben, als er sich lange reserviert verhielt. Er steht für einen punkigen Rechtspopulismus, Rosenkranz für die nationale Tradition. Sollte Rosenkranz die prognostizierten 30 Prozent erreichen, ist in der FPÖ eine Doppelspitze unvermeidlich. Und damit eine neuerliche Spaltungsgefahr.

Weil rechte Spaltungen aber wirken wie biologische Zellteilungen, würden auch neuerliche Trennkonflikte dem Lager insgesamt nicht schaden.

Der Krone-Herausgeber hegt es, weil er es braucht:zumindest als Drohpotenzial gegenüber den größeren Parteien. Denn die pumpen nicht immer freiwillig die Inseratengelder ihrer Ministerien in die Säcke der Boulevardpresse. (Gerfried Sperl/ DER STANDARD, 08.03.2010)

Kommentar posten
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Hansi Huber
08.03.2010 21:19
Pervers

Die SPÖ versucht den Zuzug einzudämmen, da die Mehrheit der Einwanderer aus niedrigien Bildungsschichten kommt und daher direkte Konkurrenz am Arbeitsmarkt zum eigenen Klientel bedeutet.

Die FPÖ versucht den Zuzug zu forcieren, da jeder Zuwanderer weitere Stimmen und damit Ämter und Steuergelder bedeutet.

Nun wird die FPÖ, die am meisten von der Ausländerthematik profitiert dafür gewählt, genau diese zu lösen. Pervers, als ob die FPÖ sich bewußt das beste Thema zum Stimmenfang selber zerstören würden...

silverado1
08.03.2010 18:33

punkiger rechtspopulismus?

was sie meinen ist eher ein skinhead oder softball rechtspopulismus! mit punk hat das was der strache so treibt sicher nix zu tun

estragon001
08.03.2010 16:58
Sperl

Sie fischen schon wieder nach Komplimenten und schielen dabei auf die falsche Klientel.

Zeigen SIE wenigstens eindeutig Flagge, anstatt sich ein Privatduell mit diesem unsäglichen Dichand zu liefern.

Dichand ist wurscht, und diese grauslige Rosenkranz noch viel mehr. Wenn schon, dann reiben Sie sich doch mal am Strache, aber RICHTIG, nicht so wischi-waschi, sprechen Sie Klartext.

Sie haben (tatsächlich Ihr Verdienst) die beste Zeitung in Österreich gegründet und darin liegt auch eine gewisse Verpflichtung. Halten sie das Niveau.

Haben sie eine "Position", dann zeigen sie das auch !

Und ein paar Eier in der Hose wären auch nicht schlecht...

dölerich hirnfidler
08.03.2010 13:26

ich fürchte, die n.zis haben ihren zweck erreicht: ein erster, massiver anlauf gegen das verbotsgesetz, beim nächsten mal ist's nimmer so eine aufregung, irgendwann wird man drüber reden können usw. usf. was es jetzt braucht, ist eine eindeutige geste der regierung a la vranitzky und ein bekenntnis jenes bevölkerungsteiles, der mit dem braunen dreck nix am hut hat. die grenze gegen die pfuigaxe gehört neu gezogen und abgesichert!

readymate
08.03.2010 13:03
"punkiger Rechtspopulismus"?


Hr. Sperl, haben S' überhaupt eine Ahnung, was Punk ist und wo der politisch steht...?!

.

Rose Bud
08.03.2010 16:28
Er hat's mit funky verwechselt...

readymate
09.03.2010 12:41
Die Blauen und "funky"?


Wollen S' den Funk lächerlich machen?

Die sind höchstens "skunky"; aber was können denn diese possierlichen Tierchen dafür...?!

.

Henry Valentino
08.03.2010 14:00
Punk

fällt mir hauptsächlich in Form von grauslich hergerichteten, großhundehaltenden Bettlern auf, die durch öffentliche Sitzparties den Gehweg z.B. in U-Bahnstationen versperren.

Mucosaprolaps
08.03.2010 17:25

Einige davon sind nett; sie erklären auch offen den Zweck des Hundes:

Wennst allein bettelst, kriegst als Punk vielleicht 2, 3, vielleicht 5 Euro pro Stunde meistens.

Wennst einen großen Hund dabei hast, kommen pro Stunde bis zu fünf Omas und schenken dir Hundefutter-Dosen: Der Punk ist ihnen wurscht, aber das Hunderl soll's gut haben. So fressen viele Clochards regelmäßig Chappi.

dölerich hirnfidler
08.03.2010 14:45

wumsti. was sie vorm kopf haben, ist ja kein brettl mehr sondern eine ausgwachsene holzwand. wenns die mal erneuern, gibts in ganz europa keine bäume mehr.

Henry Valentino
08.03.2010 15:32
Bitte, ich bin gerne baumfreundlich :-)

Im Ernst:
* ich weiß schon um die nonkonformistischen und libertären Reklamierungen des Punks.

* danke für die Einschätzung mit Brett. Hätte ich dieses wirklich, würde ich die Punks ja gar nicht sehen, oder?

dölerich hirnfidler
08.03.2010 17:17

;) sehr nette antwort, danke dafür, ist in diesem forum eine wohltat und lässt meine pöbelei glatt ein bissl pubertär wirken.
na, ernsthaft: die idee des punk ist schon mehr als sich allerhand bewusstseinserweiterung zuzuführen und den leuten mit riesigen viechern angst einzujagen (obwohl die eh harmlos sind).

Henry Valentino
09.03.2010 08:40
Und warum haben diese "harmlosen" Bewusstseinserweiterten notwendig,

mit so riesigen Viechern ((c) dölerich hirnfidler) Angst zu verbreiten?

nebenerwerbsposter
08.03.2010 12:37
verlogene kritik

da fallen etliche poster über fischer und schönborn her. brav, setzen.
ist niemand aufgefallen, dass kaum jemand aus der övp es für nötig gefunden, frau rosenkranz auf die finger zu klopfen? weil man da vielleicht auch ein paar eigene wähler vergrätzen könnte oder so...
ein schmieriges spiel der peperl-freunde.

Henry Valentino
08.03.2010 12:00
"Österreich ist kein Einwanderungsland."

???

Und wieso haben fast alle FPÖ/BZÖ-Politiker so komische tschechische, polnische, slowakische, ungarische, italienische, slowenische etc. Namen?

???

Hansi Huber
08.03.2010 21:14
Wie war hier so schön zu lesen:

Der typische Freiheitliche hat den Vornamen aus einer Wagner Oper und den Nachnamen aus dem Telefonbuch von Ljubljana.

Herr Plumm
08.03.2010 16:55

HC Strachowitz.

dbs
08.03.2010 16:49

...außer der westentaler ;)

Ausgeflippter Lodenfreak
08.03.2010 14:16

Die Vorfahren sind aber meist noch zu Zeiten des Habsburgerreiches nach Wien oder sonstwohin auf das heutige österreichische Staatsgebiet gezogen. Das war damals etwas ganz anderes. Das mit heutiger Zuwanderung z.B. aus der Türkei zu vergleichen bringt keinen Erkenntnisgewinn, da die Voraussetzungen viel zu unterscheidlich sind.

Henry Valentino
08.03.2010 16:53
Ist mir schon klar.

Aber nach der Logik dieser "Patrioten" müssten diese allesamt Sehnsucht haben, wieder in ihre angestammte Heimat zurück zu kehren.
Ok, zur Zeit des Kommunismus war es nicht schön dort, da bleibt man lieber in der "sicheren" Demokratie.

Aber jetzt? Wenn sie alle wieder zurückkehrten, hätten wir hier unsere Ruhe, sie wären dort, wo sie "ihrer Abstammung nach hingehören".
Und wir müssten uns nicht dauernd das Gelabere von drohender Umvolkung etc. aufdrängen lassen.

capricorno
08.03.2010 13:33
Damit ist vorallem

die Beschränkung der muslimischen Zuwanderung gemeint. Die anderen Völker der ehemaligen Monarchie sind damit nicht gemeint.
Auch LH Erwin Pröll hat die islamische Kultur als artfremd bezeichnet, nicht nur die FPÖ!

vheissu
08.03.2010 18:30

Für den "artfremd"-Sager ist LH Pröll auch völlig zu Recht heftig kritisiert worden, schließlich entstammt dieser Terminus dem Repertoire des NS-Biologismus!

Bekka
 
08.03.2010 10:28
na das ist dem schönborn nicht schwer gefallen

"nachdem" er erfahren hat, dass die r aus der kirche ausgetreten ist und ihre kinder nicht getauft sind.

tramezzino
08.03.2010 10:36

und weiter?

Bekka
 
08.03.2010 15:33
was weiter?

ich wollte damit nur andeuten, dass in den augen schönborns das "wahre" vergehen der r nicht in der nazinostalgie liegt.

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