Heute

Rosenkranz erklärt sich

7. März 2010, 17:16

Kein Zweifel an Nazi-Gräueln, aber Kritik hält an - "Grundsatzerklärung" vor Medien folgt um 10.30 Uhr

Wien - Am Montag darf sich Barbara Rosenkranz wieder des vollen medialen Interesses sicher sein: Um halb elf Uhr vormittags will sie eine "Grundsatzerklärung" abgeben, in der sie wohl klarstellen wird, wie sie es mit den rechten Umtrieben und den unter alten und neuen Nazis verbreiteten Zweifeln an Holocaust und Gaskammern hält.

Dass sie diese Zweifel nicht teilt, hat sie zuletzt in mehreren Medien betont - obwohl sie vorher bewusst vage geblieben war. Neue Lesart zur Existenz von Gaskammern in der Presse: "Daran kann ja kein Zweifel bestehen." Neue Lesart zu den Nazi-Gräueln und der Auschwitz-Lüge: "Man kann die Geschichte nicht leugnen, und ich habe nie eine Nähe zum Nationalsozialismus erkennen lassen."

Das reicht ihren Kritikern allerdings nicht: "Wir sind besorgt und äußerst empört darüber, dass eine Kandidatin für das höchste Amt im Staat offenbar Probleme damit hat, die Greuel, die während der Nazidiktatur Menschen angetan wurden, auch als solche zu benennen" , sagte ÖGB-Präsident Erich Foglar. Das, im Zusammenhang mit der Schändung des ehemaligen KZs in Mauthausen, müsse alle demokratischen und antifaschistischen Kräfte in Österreich in allerhöchste Alarmbereitschaft versetzen. Foglar: "Wir brauchen eine klare und unzweifelhafte Abgrenzung zu den Verbrechen des Nationalsozialismus, über alle Parteigrenzen hinweg und ganz besonders von Personen, die für das höchste Amt im Staat kandidieren."

Schon vorher hatte der Vorsitzende der Journalistengewerkschaft, Franz C. Bauer, es als "grob missbräuchliche Verwendung des Begriffes Meinungsfreiheit" bezeichnet, dass Rosenkranz gesagt habe, dass die Verbotsgesetze in Österreich abgeschafft gehörten: "Die Leugnung der Naziverbrechen stellt eine Beleidigung der Opfer dar und ebnet überdies den Weg für die Verbreitung von Nazi-Gedankengut."

Der Sänger Udo Jürgens bekommt es laut Profil wegen Rosenkranz "schon mit der Angst" zu tun. Im Gegensatz zur rechtsextremen Szene in Deutschland hält er die Situation in Österreich für wesentlich bedrohlicher.

VP-Jugend auf Kurs

Anders als 1980, als die Parteijugend der ÖVP massiv dagegen protestierte, dass kein eigener Kandidat (damals gegen Rudolf Kirchschläger) aufgestellt wurde, lobt derzeit der Bundesobmann der Jungen ÖVP, Sebastian Kurz, die Entscheidung der ÖVP, keinen Kandidaten ins Rennen zu schicken: "Für uns ist nicht entscheidend, wer in der Hofburg hockt und Augarten-Porzellan verteilt!"

Barbara Rosenkranz ist für ihn nicht wählbar, für viele andere auch nicht. Daher hat die "Initiative mehr Wahlrecht" , die sich seit zwei Jahren regelmäßig zu demokratiepolitischen Fragen zu Wort meldet, eine Kampagne gestartet, ungültig zu wählen: "Schwarz-Grün wählt weiß. Österreich braucht keinen neuen Bundespräsidenten, sondern eine grundlegende Systemreform! Weg von der Parteienwirtschaft." Fischer werde ohnehin im Amt bestätigt werden. (Conrad Seidl/DER STANDARD, 8.3.2010)

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Hansi Huber
01
Schon vergessen

FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache hat sich am Mittwoch dafür ausgesprochen, die Abschaffung des Amts des Bundespräsidenten - bzw. eine Zusammenlegung mit anderen Ämtern - zu diskutieren. Hier sei möglicherweise Einsparungspotenzial vorhanden, so Strache.

9.12.2009

cantanto
02
Was soll die Dame bitte erklären?

Das Ganze ist so absurd. Jeder halbwegs intelligente Mensch weiß, welch Geistes Kind sie ist. Da helfen auch Erklärungen nichts mehr.

Allein schon die Tatsache, dass sie sich erklären muss, sollte mehr als genug Grund dafür sein, dass die zuständigen Behörden eingreifen und ihr die Kandidatur verbieten.

Warum bitte geht man in diese Land mit Personen ihres Schlages immer noch so sanft um?

Wo ist eine klare Meldung des Bundeskanzlers, der Innenministerin, des Bundespräsidenten, des Verfassungsgerichtshofpräsidenten etc.? Wo sind die alle?

Es ist zum Verrücktwerden!

Wir leben tatsächlich in einem Tiefbraunen Land! Schande über alle Schweiger und Verharmloser!

Sir George
01
Wissenslücken

Um ihr Schulwissen etwas aufzufrischen, kann ich Frau Rosenkranz beispielsweise die Lektüre folgender Bücher empfehlen: Autobiographische Aufzeichnungen des Rudolf Höß, Kommandant in Ausschwitz; Raul Hilberg: die Vernichtung der europäischen Juden etc.

Joe Freibergson
01
leider zu spät,

aber aus aktuellem anlass, die goldene himbere wäre rosenkranz sicher.

Dagmar Rehak
 
00
Ich hab's leider versäumt.

Hat es vielleicht schon wer auf YouTube gestellt?
Bitte um Link!

Sir George
01
fiedler for president

Kann nicht irgendwer ganz schnell Franz Fiedler überreden, sich zu bewerben?

che flash
 
01
Wahlempfehlung für Fischer

Ich erwarte mir von ÖVP und Grüne eine eindeutige Wahlempfehlung für Fischer, Rosenkranz muss eindeutig den Kürzeren ziehen. Das Ergebnis hat auch symbolischen Wert, weiß wählen ist schon fast Komplizenschaft.
Und ich erwarte von Faymann, Häupl und Fischer selbst, nun in der Krone auf unbestimmte Zeit keine bezahlten Einschaltungen zu machen.
Herr Dichand, da Sie nun offensichtlich den letzten Funken Anstand und Hirn verloren haben, sollten sie die öffentliche Bühne endgültig verlassen und die "mutige Rosenkranz" gleich mitnehmen.
Denn, da muss frau/man dem Dichand recht geben, das ist wirklich eine mutige Mutti, sich mit diesen menschenverachtenden Aussagen in die Öffentlichkeit zu wagen und auch noch als Bundespräsidentin zu kandidieren.

NaWerSagtsDenn
00
Wieder das Spielchen

wie in den letzten 15 Jahren (Haider, Strache, Graf, etc.
Nazi-Sager damit die Hardcorefraktion eh weiss, was es geschlagen hat.
Dann enorme mediale Aufregung = Werbung, Bekanntheit, Aufmerksamkeit
Dann halbes bis gar kein Dementi (="Missverständnis")
Und schon haben die rechten Recken die Öffentlichkeit dort, wo sie es haben wollten.

Ich habe noch kaum einen Journalisten gehört, der diese Mechanismen anprangert. Geht auch schwer, weil das wäre Kritik an der eigenen Zunft.

greenling
00
braun bleibt braun...

aber ein pseudo-rückzieher wird wahrscheinlich genügen um mindestens 25% unserer beschränkten mitbürger zur stimmabgabe für sie zu bewegen....

Genießer
02
klassisches Vorgehen

Das Ganze ist ja nix Neues. Auch Haider hat immer wieder getestet, wie weit er mit radikalen Aussagen konnte. War die Aufregung groß, war es eine gute Werbung; war si so groß, dass sie ihm schadete, hat er sich "offiziell" davon distanziert, auch eidesstaatliche Erklärungen gegeben, etwas Kreide gefressen um dann später wieder neu zu "testen".

Rosenkranz ist mit dieser Taktik etwas plumper, aber wird sich so auch durchwurschteln. Es ist eigentlich auch unerheblich, ob sie ein Nazi, "nur" deutschnational, rechtsaussen oder sonstwas ist. Das einzig gute an ihr ist, dass sie bereits Strache schadet, und das hätte wohl kaum einer für möglich gehalten

belgma
 
02
und wir dachten, haider wär schlimm ...

gegen strache & co war haider ein weltmännischer, umsichtiger, rational handelnder, toleranter philanthrop.

Dagmar Rehak
 
01
14.3.2010, 04:31

Weißt du noch, wie er ca. zwei Wochen vor seinem Tod im Fernsehen einem Haufen junger Leute Rede und Antwort stehen musste, und eine junger Kerl fragte ihn, wie man nur so bös sein und ein dreijähriges Kind auf die Alm schicken kann?
Haider hatte allergrößte Schwierigkeiten, dem jungen Kerl zu erklären, dass man ein kleines Kind nicht von seiner Mutter trennen kann, und diese Mutter nun einmal auf die Alm musste. Er hat nach einem "linken" Schlagwort gesucht, und das war "Familienzusammenführung", aber der junge Kerl blieb stur.

Ok, man kann drüber streiten, ob er nicht die Mutter auch gleich von seinem Umschichtungsprogramm hätte ausnehmen können. Aber der Fakt, dass er ein kleines Kind nicht von seiner Mutter trennen würde, hat mich damals sehr für ihn eingenommen. Und das war der erste Moment, wo mir der Haider ansatzweise sympathisch war.
Dabei hat es Momente in meinem Leben gegen, wo ich so viel Angst vor ihm hatte, dass ich ihm eigenhändig ein Attentat angetan hätte. Mit der Aussage kurz vor seinem Tod hat er mich aber komplett umgedreht.

So bös kann er nicht gewesen sein.

daNinooo
01

die JVP machts schon ganz brav wie die großen, gell.

ich liebe leute die mit 20 so reden, als wären sie 70.

Die perverse Logik der Rechten
00
Um mit 50 ...

... im Dauerrausch und überschminkt ihre Jugend nachzuholen versuchen . Conclusio : OVPlerInnen wirken ihr gesamtes Leben peinlich

FalscherProphet
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Zumindest inhaltlich äußern sich die

Sebastian Kurz dieser Welt auch schon in jungen Jahren wie Alt-Konservative.

Von der Form her versuchen sie manchmal eh auf "Revoluzzer" zu spielen...

neuer weg
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so isses

und nicht wenige kehren dann später wieder zu "bekanntem" zurück.

manche Jvp'ler glauben ein Wunsch nach schwarzgrün (ohne oft zu wissen, welche Positionen die wr. Grünen vertreten, bzw. wie sie zur Övp stehen), eine Teilnahme an alternativen indierockkonzerten und gelegentliches "Kif*en", eine selbstverständliche Ablehnung der Fpö - macht sie schon zu liberalen bürgerlichen (ein oft bemühter Ausdruck).

Heiner Müller
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Horst Jakob als First Husband

da brauchen wir keine Horrorfilme mehr.

Veronika Lenz
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da gebe ich ihnen ausnahmsweise recht-

Heiner Müller
03
Wird ein Kunstwerk

wie distanziert man sich von der eigenen Überzeugung?

Sir George
02

Ganz einfach, indem man lügt.

belgma
 
00
"begnadete körper: möge die übung gelingen" ;o)

man muss sich ziemlich verbiegen. aber ohne rückgrat soll das ganz leicht gehen.

uncle sam3
13
mal

sehen ob ihre nase mitwachst...

..|..
00
Frage an die Verfassungsexperten:

Wenn es nur zwei Kandidaten, Fischer und Rosenkranz, gibt und Fischer ereilt das Schicksal von Klestil, Jonas, Renner und Schärf (was ich ihm natürlich NICHT wünsche), ist dann Rosenkranz automatisch Präsidentin, da sie die einzige Kandidatin bei der Wahl ist?

Heiner Müller
01
Schicksal von Klestil, Jonas, Renner, Schärf

Die genannten sind all im Amt verstorben. Da gibts einfach eine Neuwahl des Bundespräsidenten.

momodeluxe
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als laie antworte ich mit BPräsWG §11(4) :
".. daß sich nur ein Wahlwerber um das Amt des Bundespräsidenten bewirbt, so hat der amtliche Stimmzettel die Fragen "Soll NN das Amt des Bundespräsidenten bekleiden?" oder "Soll NN für eine weitere Funktionsperiode das Amt des Bundespräsidenten bekleiden?" und darunter die Worte "ja" und "nein", jedes mit einem Kreis"

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