Ex-Armeechef Fonseka darf wieder eigenes Telefon benutzen
Colombo - Der inhaftierte srilankische Oppositionsführer
Sarath Fonseka hat mit einem Hungerstreik ein Recht zum Telefonieren
durchgesetzt. Ein Mitarbeiter seiner Partei sagte am Dienstag, die
Behörden hätten Fonseka erlaubt, wieder mit einem eigenen Telefon
seine beiden Töchter im Ausland zu sprechen. Der frühere
Heereskommandant war vor einem Monat festgenommen worden. Nur seine
Frau, sein Anwalt und seine Ärzte dürfen zu ihm.
Fonseka wird beschuldigt, in seiner Zeit als Heereskommandant
versucht zu haben, die Regierung zu stürzen, und bei Waffengeschäften
Bestechungsgelder angenommen zu haben. Die Opposition sieht in der
Festnahme den Versuch, Fonseka an einer Kandidatur bei der
Parlamentswahl am 8. April zu hindern. Im vergangenen Jahr führte er
die erfolgreiche Militäroffensive gegen die tamilischen Rebellen, die
das Ende eines rund 25 Jahre währenden Bürgerkriegs mit mehr als
70.000 Toten bedeutete. Danach überwarf sich Fonseka mit Präsident
Mahinda Rajapaksa und trat bei der Präsidentenwahl am 26. Jänner an.
Rajapaksa gewann die Abstimmung mit einem Vorsprung von 17
Prozentpunkten. Die Opposition sprach von Wahlbetrug.
Am Sonntag trat Fonseka in den Hungerstreik, weil er nicht mehr
ein von seiner Frau mitgebrachtes Telefon, sondern eins der
Streitkräfte benutzen sollte. Nach Darstellung seiner Partei wurde
ihm der Zugang zum Telefonnetz von einem Gericht in Colombo erlaubt.
Ein Militärsprecher sprach dagegen von einem Zugeständnis der
Streitkräfte, das jederzeit widerrufen werden könne. (APA/apn)