Oppositionsführer beendet Hungerstreik

9. März 2010, 16:04

Ex-Armeechef Fonseka darf wieder eigenes Telefon benutzen

Colombo - Der inhaftierte srilankische Oppositionsführer Sarath Fonseka hat mit einem Hungerstreik ein Recht zum Telefonieren durchgesetzt. Ein Mitarbeiter seiner Partei sagte am Dienstag, die Behörden hätten Fonseka erlaubt, wieder mit einem eigenen Telefon seine beiden Töchter im Ausland zu sprechen. Der frühere Heereskommandant war vor einem Monat festgenommen worden. Nur seine Frau, sein Anwalt und seine Ärzte dürfen zu ihm.

Fonseka wird beschuldigt, in seiner Zeit als Heereskommandant versucht zu haben, die Regierung zu stürzen, und bei Waffengeschäften Bestechungsgelder angenommen zu haben. Die Opposition sieht in der Festnahme den Versuch, Fonseka an einer Kandidatur bei der Parlamentswahl am 8. April zu hindern. Im vergangenen Jahr führte er die erfolgreiche Militäroffensive gegen die tamilischen Rebellen, die das Ende eines rund 25 Jahre währenden Bürgerkriegs mit mehr als 70.000 Toten bedeutete. Danach überwarf sich Fonseka mit Präsident Mahinda Rajapaksa und trat bei der Präsidentenwahl am 26. Jänner an. Rajapaksa gewann die Abstimmung mit einem Vorsprung von 17 Prozentpunkten. Die Opposition sprach von Wahlbetrug.

Am Sonntag trat Fonseka in den Hungerstreik, weil er nicht mehr ein von seiner Frau mitgebrachtes Telefon, sondern eins der Streitkräfte benutzen sollte. Nach Darstellung seiner Partei wurde ihm der Zugang zum Telefonnetz von einem Gericht in Colombo erlaubt. Ein Militärsprecher sprach dagegen von einem Zugeständnis der Streitkräfte, das jederzeit widerrufen werden könne. (APA/apn)

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