Siedlungspolitik in Ost-Jerusalem

Israelis und Palästinenser demonstrierten gemeinsam

7. März 2010, 10:35

UNO-Sicherheitsrat ruft zu Mäßigung auf - Mitchell bei Barak

Jerusalem/New York - In Ost-Jerusalem haben am Samstagabend rund dreitausend israelische und palästinensische Demonstranten zusammen gegen die Siedlungspolitik Israels in diesem Teil der Stadt protestiert, der völkerrechtlich besetztes Gebiet ist. Die zu linken und pazifistischen Gruppen gehörenden Kundgebungsteilnehmer riefen Losungen wie "Nein zur ethnischen Säuberung". Es handelte sich um die seit Jahren größte Kundgebung gegen die israelische Siedlungspolitik im Ostteil von Jerusalem, den Israel im Sechs-Tage-Krieg 1967 erobert und später ohne völkerrechtliche Wirksamkeit annektiert hatte.

Ein massives Aufgebot von Sicherheitskräften war aufmarschiert, um die Kundgebung zu überwachen. Ursprünglich hatte die Polizei den Protestzug verboten, doch setzten die Organisatoren vor dem Obersten Gerichtshof die Aufhebung des Verbots durch. In den vergangenen Monaten waren mehrere palästinensische Familien aus dem Stadtteil zugunsten israelischer Siedler verdrängt worden. Zur Begründung hatte es geheißen, die betreffenden Häuser seien vor der Gründung des Staates Israel 1948 in jüdischem Besitz gewesen. Die israelische Regierung will nach Medieninformationen 600 weitere Wohnungen im besetzten Ostteil Jerusalems bauen.

Im Vorjahr hatten die USA Israel aufgefordert, von weiteren Bauprojekten in Ost-Jerusalem Abstand zu nehmen. Der israelische Botschafter in Washington, Michael Oren, war zu diesem Zweck in das US-Außenministerium zitiert worden. In Ost-Jerusalem leben mittlerweile neben 270.000 Palästinensern rund 200.000 Israelis. Nach Angaben des UNO-Amtes für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (OCHA) droht 60.000 Palästinensern der Verlust ihrer Wohnungen, sollten entsprechende Beschlüsse der israelischen Gemeindeverwaltung umgesetzt werden.

Zusammenstöße am Samstag

Nach gewaltsamen Zusammenstößen und israelischen Polizeiaktionen in Ost-Jerusalem, bei denen Dutzende von Palästinensern durch Gummigeschoße der Polizei verletzt worden waren, hatte der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen in New York am Samstag die Konfliktseiten zur "Mäßigung" aufgefordert. Beide Seiten sollten "Provokationen" vermeiden, hieß es in der Erklärung, die der amtierende Ratsvorsitzende Emmanuel Issoze-Ngondet (Gabun) im Namen der 15 Mitglieder des höchsten UNO-Gremiums veröffentlichte. Die palästinensische Führung hatte in einem Appell an den Weltsicherheitsrat betont, die Regierung des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanyahu unternehme gegenwärtig "alles Mögliche" zur "Sabotage" geplanter indirekter Gespräche zwischen Israelis und Palästinensern unter US-Vermittlung.

Der US-Nahost-Sondergesandte George Mitchell traf am Samstagabend nach seiner Ankunft in Israel mit Verteidigungsminister Ehud Barak zusammen und soll am Sonntag von Netanyahu empfangen werden. Die Arabische Liga hat dem palästinensischen Präsidenten Mahmoud Abbas ihre Zustimmung zu den von den USA vorgeschlagenen indirekten Gesprächen ("proximity talks") mit Israel erteilt und zugleich das Mandat auf vier Monate begrenzt. Mitchell hatte vorgeschlagen, indirekte Gespräche zu beginnen, weil die palästinensische Führung die Wiederaufnahme der Ende 2008 abgebrochenen direkten Verhandlungen mit Israel ablehnt, solange die israelische Regierung am Siedlungsbau im besetzten Westjordanland festhält. Abbas hatte die Annahme des US-Vorschlags von der Zustimmung der Arabischen Liga abhängig gemacht. Falls die Initiative scheitern sollte, wollen die arabischen Außenminister im Juli erneut beraten und sich an den UNO-Sicherheitsrat wenden.

USA wollen Neubeginn

Der israelische Rundfunk meldete am Sonntag, die US-Regierung wünsche sich einen Neubeginn der Verhandlungen anlässlich des Israel-Besuches von US-Vizepräsident Joe Biden am morgigen Montag. Es sei allerdings noch unklar, ob beide Seiten sich wirklich auf indirekte Gespräche einigen könnten. In Ramallah tagt unterdessen das Exekutivkomitee der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO). (APA)

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Posting 1 bis 25 von 38
1 2
gs271
01
10.3.2010, 22:05
Bürgschaften kündigen

Die USA sollen endlich ihre Bürgschaften kündigen,
keine, Waffendeals mehr mit Israel,
und keine Kredite bzw. finanzielle Hilfe..
Die haben selber eh genug Probleme.
Dann schau ma weiter.

Aber wie naiv von mir..

flasitsch, 1.
10
10.3.2010, 19:48
LOL


Na hier tobt sich die Stricherhamas aber wieder aus ...

Ob diese Tastaturjihadis verstehen, dass sich keiner für sie interessiert und sie absolut null Wirkung haben ... LOL

75534
324
In der Tat geht es um die Vertreibung der -so der offizielle isr. Sprachgebrauch -

'nichtjüdischen' Bevölkerung Jerusalems. Durch geschlossene israelische Bebauungsgürtel soll eine völlige Abriegelung des Westjordanlandes erreicht werden.
Wie brutal Israel vorgeht, wurde 1967 deutlich: nach einer Vorwarnzeit von 3 Stunden wurde des gesamte arabische Moughrabi-Stadtviertel (nahe der Klagemauer) dem Erdboden gleichgemacht. Die Bewohner konnten nur das Nötigste einpacken, bevor sie obdachlos wurden. Ersatzwohnraum stellte Israel nicht bereit.

Der Kobold
29
Wie brutal Israel vorgeht, wurde lange VOR 1967 deutlich

Das arabische Dorf Najd wurde im Mai 1948 von israelischen Soldaten der Negev Brigade besetzt, die Einwohner wurden vertrieben und flohen nach Gaza. Das Dorf wurde dem Erdboden gleichgemacht.
Auf diesem Land wurde 1951 Sderot gegründet, jene israelische Stadt, die, wenig überraschend, zum Ziel der selbstgebastelten Hamas-Raketen wurde.

DerHinterfragende
71
ähm 48 bzw. 67 wurde allerdings die israelische/jüdische Bevölkerung aus Jerusalem vetrieben (durch die jordanische Armee) bevor es wieder durch Israel zurückgewonnen werden konnte.

Ich verstehe sowieso bis jetzt noch nicht, wie oft man Israel es noch vorwerfen kann, dass es in sämtlichen Kriegen um sein Überleben gekämpft hat.

Wenn ich öfters Kriege (vor allem um den Gegner zu VERNICHTEN) führe und diese verliere, dann muss wohl dafür auch Verluste vor allem an Land hinnehmen!

So sind immer wieder Grenzen verschoben worden (unzählige Male alleine im Laufe der letzten zwei Jh. alleine in Europa) und nur weil es um Israel geht (und sich wohl einige Leute würnschen würden die arabischen Kriegsgegner hätten ihr Ziel erreicht) sieht man das plötzlich nicht so?

Und nicht missverstehen - ich finde, dass es eine 2-Staaten-Lösung geben muss. Dafür kann der palästinensische Staat sich doch mit 95% des Landes zufrieden geben.

scheiskerzn
00

PEACE

Andreas Globus
203
"Nein zur ethnischen Säuberung" ... das finde ich schon beinahe lustig...

wenn fast jeder Besuch bzw. verirren eines Israeli im WJL mit dessen ermordung endet.

(Versuch Nr. 2 .... Standard zensuriert bereits eigene Zitate)

griasdi
311

den quatsch den du von dir gibst kann man ruhig zensurieren.

Plasmaball
18
*lach*

Ich reg mich immer auf dass meine pro-palästinensischen Kommentare zensiert werden :)

Aber so wie es aussieht ist die "Zensur" weder noch sondern persönlich ;)

Lethawae
184

Jö, gemeinsam demonstrieren.
Schade, dass die Palästidingser nie gegen den Raketenbeschuss Israels, die Entführungs Schalits oder die Selbstmordattentäter in Bussen demonstriert haben.

griasdi
38

von den greueltaten der israelis ganz zu schweigen...

Lichtfreak
27
Palästidingser

So outet sich der Rassist!

accuser
13
Gemeinsame Demonstrantionen sind ein schönes Zeichen.

Man müsste nur noch die politischen Organisationen dazu bringen, miteinander für die Menschen zu arbeiten.

Wohnbauprojekte? Gut! Aber dann muss es egal sein, welchen Pass oder Glauben der Mensch hat, für den die Wohnung gebaut wird.

Nikos S.
814
ein bisschen naiv

genau das ist ja seit der de facto annektion von ost-jerusalem das problem: palästinenser werden "aus-" und "umgesiedelt", praktisch vertrieben! wohnraum ist eben mangelware und die palästinenser will man sowieso weg haben..
solche demonstrationen sind natürlich schön aber wenn der politische druck fehlt auch nutzlos. man muss endlich anerkennen, dass der staat israel eine durch und durch rassistische politik verfolgt!

Fritz Wunderlich
72

das alte jüdische quartier war in ostjerusalem, seltsam, dass du nie nachfragst, was mit dem eigentum dort, mit den einwohnern dort geschehen ist

griasdi
36
lächerlich.

altes jüdisches....
wann? vor 2000 jahren?

Fritz Wunderlich
52

ach, du weißt nichts über die geschichte ostjerusalems, postest aber verbissen gegen den jüdischen staaten, wie es dich deine tradition gelehrt hat?
daraus kann man zwei schlüsse ziehen
1. viele posten hier, aus dem sicheren wissen, dass juden an allem schuld sind, daher braucht es keine weiteren kenntnisse im leben, schon gar nicht fakten
2. dass der antisemitismus in österreich weiter blüht und gedeiht, sieht man an haider, strache und rosenkranz, dichand und den wahlergebnissen

joh_14
134
vielleicht sollten Sie mal bedenken,

dass in Staat Israel rund 1,5 Mio Araber leben, die GLEICHBERECHTIGT mit den Israelis sind. Sie haben israelischen Pass, vollwertigen Zugang zu den Sozialsystemen und sind mit einer eigenen Partei in der Knesset vertreten. Wenn Sie schon das Thema Rassismus beleuchten, dann erklären Sie wie die Lage in jenen Ländern ringsum Israel ist, aus denen die Juden vertrieben wurden. Haben die dort Rechte, Entschädigung bekommen? Dürfen sie wieder dorthin, wo sie sich ihre Existenz aufgebaut haben?

Seien Sie vorsichtig mit Verurteilungen!

Der Kobold
37
Nee, is klar, "gleichberechtigt", muahaha!

"Netanyahu claimed that Jerusalem is an "open city" that permits all its inhabitants, Jewish and Palestinian, to purchase homes in both its eastern and western parts.
An examination by Haaretz, however, presented a rather different situation on the ground..."

http://www.haaretz.com/hasen/spa... 01682.html

Nikos S.
39

ich habe nie behauptet, es gäbe in den arabischen nachbarländern keine rassistische diskriminierung und verfolgung! aber dieser artikel handelt von israel, also lenken sie bitte nicht vom thema ab!
und ich brauche nicht 'vorsichtig' bei der verurteilung der israelischen POLITIK sein, denn ich habe mich damit beschäftigt und ich finde sie furchtbar. ich glaube sie können sich kaum vorstellen, was es für eine familie bedeutet, aus ihrer wohnung/haus gerissen zu werden und umgesiedelt zu werden. es mag ihnen vielleicht wie ein kleinigkeit erscheinen, aber existenzen werden auf diese art täglich zerstört und menschen gebrochen!
seien also auch sie bitte vorsichtig wenn sie leid anderer herunterspielen!

Fritz Wunderlich
62

mal abgesehen von deinem verständnis von themenstringenz
http://derstandard.at/plink/126... 9/15906397

Fritz Wunderlich
124

die antiimperialisten haben nur mehr einen mehrheitsfähigen wert, bei dem sie auf gesellschaftliche akzeptanz rechnen können, den antisemitismus, das kleinste gemeinsame vorurteil

kein wunder, dass sie sich auf israel kaprizieren

joh_14
92
Sie behaupten, Israel

verfolge eine rassistische Politik - ich behaupte das Gegenteil und spiele nicht mit Existenzen - ich habe Ihnen erklärt, was mit Juden passiert ist, die in den umgrenzenden Ländern gewohnt haben.

Hubert Ungeist
 
410
Sie sind nicht gleichberechtigt..

sie haben z.b. keine Möglichkeit staatliches Land zu kaufen.

Makronaut
93

das stimmt nicht.

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