Regierung von Präsident Uribe unterzeichnete Vereinbarung ohne Parlamentsdebatte
Bogota - Die Vereinbarung der kolumbianischen Regierung mit den USA
über die Nutzung von mindestens sieben Militärstützpunkten in Kolumbien durch
US-Streitkräfte muss nach einer Entscheidung des Verfassungsgerichts in Bogota
überprüft werden. Wie Mitarbeiter des Gerichts am Samstag mitteilten, nahmen die
Richter die Eingabe einer Gruppe von Anwälten gegen die von ihnen als
verfassungswidrig angesehene Vereinbarung an. Der Gerichtshof leitete die
Eingabe an den Generalanwalt der Nation, Alejandro Ordonez, weiter.
Keine Parlamentsdebatte
Die als Menschenrechtsorganisation tätige Anwaltsgruppe Jose Alvear Restrepo
macht geltend, dass die Regierung von Präsident Alvaro Uribe die im vergangenen
Oktober geschlossene Militärvereinbarung ohne vorherige Debatte im Parlament
unterzeichnete. Dies verstoße gegen die Verfassung, weil die Vereinbarung die
Präsenz ausländischer Truppen in Kolumbien vorsehe. Die Regierung habe außerdem
die Empfehlung des Staatsrats missachtet, die Vereinbarung vor ihrer
Unterzeichnung den Parlamentariern vorzulegen.
Dagegen argumentiert Uribe, dies sei nicht notwendig gewesen, weil es
lediglich darum gegangen sei, bereits seit 1974 bestehende Vereinbarungen über
den Kampf gegen Guerillaorganisationen und Drogenhandel zu verlängern. Für den
sogenannten Plan Kolumbien hat Bogota von den USA seit dem Jahr 2000 Hilfen in
Höhe von rund 5,5 Milliarden Dollar erhalten. (APA)