Einigung zwischen Obama und Abgeordneten
Washington - Der Streit zwischen den USA und der Türkei um die
Völkermord-Resolution zur Verfolgung der Armenier im Ersten Weltkrieg ist
offenkundig entschärft. Wie die "Washington Post" berichtete, soll die
umstrittene Resolution im US-Kongress nicht ins Plenum kommen. Darauf hätten
sich die Regierung von Präsident Barack Obama und führende Abgeordnete geeinigt,
schreibt das Blatt am Samstag.
Der Auswärtige Ausschuss im US-Repräsentantenhaus hatte kürzlich die während
des Osmanischen Reichs 1915/16 verübten Gräuel an Armeniern als Völkermord
bezeichnet. Ankara reagierte umgehend und rief seinen Botschafter aus Washington
zu Konsultationen zurück. Die Türkei ist Rechtsnachfolgerin des Osmanischen
Reichs und heute ein wichtiges NATO-Mitglied.
Nach Schätzungen kamen seinerzeit zwischen 200 000 und 1,5 Millionen Armenier
im Osmanischen Reich ums Leben. Allerdings bestreitet die türkische Regierung
mit aller Schärfe, dass es sich um einen Genozid gehandelt habe. Die Armenier
hätten an der Seite des Kriegsgegners Russland gestanden, heißt es zur Erklärung
in Ankara. (APA)