CeBIT: Beste Serious Games gekürt

6. März 2010, 13:42
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Spiele mit Lern- und Unterhaltungswert hierzulande noch Nischenthema

Im Rahmen der Hightech-Messe CeBIT wurden am Freitag, die diesjährigen Gewinner des Serious Games Awards gekürt. Der mit insgesamt 22.500 Euro dotierte Preis wird jährlich durch nordmedia  und den Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware (BIU)  verliehen. Während die Spiele hierzulande noch ein Nischenthema bilden, sind sie im angloamerikanischen Raum bereits etabliert. Sie gelten als Bindeglied zwischen Unterhaltungstechnologien und Bildungssektor.

Knappes Budget häufig offensichtlich

"Die Verbindung von Unterhaltung und Lernen motiviert den Nutzer, sich auch mit komplexeren gesellschaftlichen Themen auseinander zu setzen", meint BIU-Geschäftsführer Olaf Wolters. Serious Games seien beispielsweise sehr gut im Unterricht einsetzbar. Erst vor wenigen Tagen ist mit "Urgent Evoke" etwa ein von der Weltbank gefördertes Online-Spiel gestartet, bei dem sich die User auf Lösungssuche für Entwicklungsprobleme in Afrika begeben. "Serious Games haben neben dem Unterhaltungseffekt auch noch einen Lerneffekt", unterstreicht Wolters. Sie nutzen Technologien aus der Unterhaltungssoftwareindustrie für Aus- und Weiterbildung, Training und Simulation. "Inhaltlich sind viele dieser Konzepte gut umgesetzt, jedoch sieht man vielen Produktionen das knappe Budget an", so der Experte. Der Lerninhalt sei meistens gut dargestellt. Etliche Spiele scheitern letztendlich aber an der spielerischen Gestaltung. "Das Spiel muss optisch ansprechend sein, sonst ist der Inhalt nur schwer vermittelbar", betont Wolters.

Erfolgsprognosen schwierig

Erfolgsprognosen für Serious Games seien "wie bei allen Produkten der interaktiven Unterhaltung schwierig". Spiele mit einer entsprechenden Qualität hätten aber gute Chancen, von den Nutzern angenommen zu werden, "sodass sie sich auch mit dem Lerninhalt beschäftigen", sagt Wolters.  Für die drei Preise, die in Kooperation mit der hessischen Landesinitiative hessen-it vergeben werden, sind fünf Spiele nominiert. Das Online-Game "logo!Wahlcity" des ZDF befindet sich ebenso darunter wie die PC-Spiele "Team Player" von Deadalic Entertainment, das "Virtuelle Training für Polizeieinsatzkräfte" (ViPol) von Tricat, "Bei den Wikingern" von United Soft Media sowie der "Landwirtschafts-Simulator 2009" von astragon Software. Der Award wird durch eine Expertenjury vergeben und ist mit 10.000, 7.500 bzw. 5.000 Euro dotiert.

Preisträger

Die diesjährigen Preisträger sind:

Serious Games Award Gold (10.000 Euro): „Willi wills wissen: Bei den Wikingern“ von United Soft Media Verlag GmbH/Promotion Software Agentur für interaktive Medien GmbH Serious

Games Award Silber (7.500 Euro): „Virtuelles Training für Polizeieinsatzkräfte” von TriCAT GmbH

Serious Games Award Bronze (5.000 Euro): „Team Player” von Daedalic Entertainment GmbH (pte)

  • Online-Game „logo!Wahlcity“ für Serious Games Award 2010 nominiert.
    foto: zdf

    Online-Game „logo!Wahlcity“ für Serious Games Award 2010 nominiert.

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