Promotion - entgeltliche Einschaltung

Zwischen künstlicher und menschlicher Kunst

6. März 2010, 14:00

Das Cyberlab-Symposium im Festspielhaus St. Pölten behandelte Visionen einer hybriden Ko-Existenz von Mensch und Maschine

Das Thema des Cyberlab 2010, das von 6. bis 14. März im Festspielhaus St. Pölten statt findet, lautet "Aktantennetzwerke. Zwischen künstlicher Kunst und menschlicher Kunst". Zu Beginn ging von 6. bis 7. März ein Symposium über die Bühne, das sich der Vorstellung von Visionen einer hybriden Ko-Existenz von Mensch und Maschine widmete. KünstlerInnen und WissenschaftlerInnen trafen in Vorträgen, einer Lesung und Lecture Presentations aufeinander, um Konzepte der Beziehungsformen von Mensch und Computer auszuloten.

Mensch verliert Rolle als intentionales Wesen

Zwischen Menschen, Dingen und Technik entstehen neue Verhältnisse, in denen der Mensch seine prominente Rolle als intentionales Wesen verliert und andere, nicht-menschliche Entitäten zu Aktanten erhoben werden. Eine Manifestation dieser Auseinandersetzung ist die Ausprägung von Kunst als Künstlicher oder Menschlicher Kunst.

Ausgrenzung des Menschen?

Auch wenn Technologien jenseits des Menschen entstehen und einer eigenen Dynamik folgen, sind sie auf den Menschen bezogen. Wird Technik als Erweiterung und Verlängerung des Menschen genutzt, können Formen "menschlicher Kunst" zu einer Symbiose von Mensch und Technik führen. Im Gegensatz dazu operiert "künstliche Kunst" ohne Zutun des Menschen generative Kunstwerke. Beim Symposium stellten sich die TeilnehmerInnen unter anderem die Frage, ob damit nicht einer Ausgrenzung des Menschen aus technischen und formalisierenden Prozessen Vorschub geleistet wird. Die Veranstaltung bschäftige sich darüber hinaus mit der Rolle des künstlerischen Umgangs mit Technologie für Mensch und Gesellschaft. In diesem Zusammenhang sollte das Thema „Kunst - Technologie - Verantwortung" wieder aufgenommen werden.

Wer herrscht in Theater und Fernsehen?

Eine Lesung von Ulf Heuner rundete das Programm am 7. März ab. Der Verleger und Lektor stellt sich in seinem Essay (Parodos Verlag, Berlin, 2008) die Frage nach der Beschaffenheit von Machtverhältnissen zwischen Akteuren und Zuschauen in Theater und Fernsehen. Wird der Zuschauer meist als passiver Empfänger und machtloser Konsument dargestellt, so zeigt Heuner auf, dass der Zuschauer grundsätzlich das Geschehen auf Bühne und Bildschirm beherrscht.

Neben dem Symposium, das die Thematik auf wissenschaftlicher Ebene behandelt, wird das Festspielhaus im Rahmen des Cyberlab 2010 mit den Performances von vier Künstlern auch zu einem Ort des Experimentierens. Der spielerische Umgang mit digitalen Technologien und Virtualitäten steht bei der LAN-Party von 12. bis 14. März im Vordergrund.

 

Hier geht's zur Dokumentationsseite des Cyberlab 2010

  • Cyberlab 2010: Beim Symposium am 7. und 8. März im Festspielhaus St. Pölten wurde das Verhältnis von Technik und Mensch beleuchtet.
    foto: festspielhaus st. pölten

    Cyberlab 2010: Beim Symposium am 7. und 8. März im Festspielhaus St. Pölten wurde das Verhältnis von Technik und Mensch beleuchtet.

Share if you care.