Verbotsgesetz

FPÖ-Tirol und Krone distanzieren sich von Rosenkranz

6. März 2010, 12:08

Gerald Hauser: "Hilft nur unseren politischen Gegnern" - "Cato": "Von allen nationalsozialistischen Gedanken eidesstattlich distanzieren"

Wien - FPÖ-Präsidentschaftskandidatin Barbara Rosenkranz hat es sich mit ihren Äußerungen zum Verbotsgesetz offenbar mit der "Kronen Zeitung" verscherzt. Hans Dichand, der am Montag noch dazu aufgerufen hat, sie zu wählen, fordert in der Samstag-Ausgabe von Rosenkranz, dass sie sich "von allen nationalsozialistischen Gedanken eidesstattlich distanziert".

"Alles andere würde sie als Präsidentschafts-Kandidatin disqualifizieren", schreibt Dichand in einer mit seinem Pseudonym "Cato" gezeichneten Kolumne. Die "Krone", die "stets" versuche, Außenseitern eine faire Chance zu geben, habe Rosenkranz Gelegenheit geboten, ihre Ideen und Einstellungen darzulegen. "Darunter waren allerdings auch solche, die Zweifel aufkommen lassen", stellt Dichand fest.

Für Nationalratspräsidentin Barbara Prammer (SPÖ) sind Rosenkranz' Äußerungen "inakzeptabel". "Wer das Verbotsgesetz in Frage stellt, unterliegt dem Irrtum, dass die Verharmlosung, Leugnung oder Relativierung des Nationalsozialismus etwas mit freier Meinungsäußerung zu tun haben", sagte sie zu den "Salzburger Nachrichten" (Samstag-Ausgabe). 

FPÖ-Tirol distanziert sich

Auch der Tiroler FP-Chef, LAbg. Gerald Hauser, geht auf Distanz zur Präsidentschaftskandidatin seiner Partei. Rosenkranz tue so, als ob alle in der FPÖ ihre Meinung zum NS-Verbotsgesetz teilen würden. An dem Gesetz gebe es nichts zu rütteln, wurde Hauser in der Samstag-Ausgabe der "Tiroler Tageszeitung" zitiert.

Das Verbotsgesetz sei ein Eckpfeiler der Zweiten Republik. Ihm sei wichtig, dass die FPÖ nicht die geringsten Berührungspunkte zum Rechtsextremismus habe, erklärte Hauser. Die von Rosenkranz entfachte Debatte halte er daher für entbehrlich, "sie hilft nur unseren politischen Gegnern, die uns immer wieder ins rechtsextreme Eck drängen wollen".

Udo Jürgens bekommt es bei Rosenkranz "mit der Angst zu tun"

Auch Udo Jürgens bekommt es angesichts der Bestellung von Barbara Rosenkranz zur FPÖ-Präsidentschaftskandidatin "schon mit der Angst" zu tun. Im Gegensatz zur rechtsextremen Szene in Deutschland sei "die Situation in Österreich wesentlich bedrohlicher", erklärte der Sänger und Komponist laut Vorabmeldung in der neuen Ausgabe des Nachrichtenmagazins "profil". Denn, dass eine "vermeintlich liberale Partei sich am äußersten rechten Rand befindet", sei ein einzigartiges Phänomen in Europa.

Jörg Haider sei "der Vater dieser faschistischen Tendenzen" gewesen. Man habe ihm "leider vieles verziehen, weil er ein unglaublich charmanter, gut aussehender Bursche war." Kärnten selbst hätte Haider wie "ein Sonnenkönig regiert - nicht demokratisch, sondern willkürlich". (APA)

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AnderlHofer
 
10
11.3.2010, 17:27
Hauser Hauser Hauser

Hat dich deine krankheitsbedingte politische Abwesenheit zu diesen Äusserungen genötigt um wieder irgendwie medial in Erscheinung zu treten??
Ich bin Ortsgruppenobmann einer nicht zu kleinen Tiroler Ortsgruppe und kann und will DEINE Ansichten nicht teilen !! Ich distanziere mich in keinster Weise von Barbara Rosenkranz - ich halte sie für eine sehr gute BPschafts Kandidatin. Womit sich nicht die FPÖ-Tirol von Rosenkranz distannziert, sondern nur ein Teil - und ich bin mir sicher nur ein sehr kleiner Teil (wenn überhaupt) !!

FalscherProphet
00
13.3.2010, 19:05
Ja eh:

Die Kellernazis in der FPÖ Tirol distanzieren sich natürlich NICHT von der Frau Rosenkranz -

das braucht auch nicht extra erwähnt werden!

Pro Freistaat Kärnten!
 
00
Lieber Onkel Hans, seit heute ist die Rosenkranz

ja wieder auf Linie.



epep
01
und das innerhalb von zwei tagen..

..dichand fordert - fpö willigt am naechsten tag ein und unterschreibt am naechsten arbeitstag.

erstaunlich.. (aber auch nur fuer leute, die dieses land nicht kennen)

an kog
02

in der heutigen Krone ist von der Distanzierung aber nicht mehr viel übrig.
Da wird kräftig für die Dame in den Wind gereimt und irgend so ein namenloser (Kolumnen) Vogel meint auch man müsse sie ja geradezu wählen...

yoghurtinator
 
02
Irgendwie voll niedlich

so Leute wie der Herr Hauser. Was für ein Träumerlein muss man sein, um zu glauben, die "FPÖ habe keine Berührungspunkte mitdem Rechtsextremismus", noch dazu, wenn man die ganze Zeit mittendrin hockt ?

Whisker
01

Ich weiß nicht warum, aber mir fällt da jetzt gerade Pippi Langstrumpf ein...

"...ich mach mir die Welt, so wie sie mir gefällt..."

ilse schmidt
00
und sie fragte...

...wirst Du mich denn für immer lieben?

und er sagte...
...ja

und sie ließ ihn gewähren. doch leider...schon kurz nach dem beischlaf zog er von dannen. nicht jedoch ohne zuvor ein massacker im diesem kleinen verschlafenen land anzurichten und möglichst viele leute abzuschlachten...es war ihm grade danach.

el topo negro
03
LOL

Ihm sei wichtig, dass die FPÖ nicht die geringsten Berührungspunkte zum Rechtsextremismus habe, erklärte Hauser.
ROFLMAO
„Rolling on the floor laughing my ass off“

curieux
00
Anders lesen!

"nicht die geringsten Berührungspunkte" heißt offenbar nicht "keine Berührungspunkte" sondern etwas zwischen großen Berührungspunkten und fast völliger Identität!

DDr.Klugscheisser
119
Ist doch alles perfekt gelaufen!

HC und Rosenkranz haben mal eben klar gemacht wofür sie eigentlich stehen und werden nun zurückrudern.

Das passiert natürlich unter der Überschrift:
"Solange wir noch nicht die Macht haben, dürfen wir das noch nicht, aber wollen tun wir es schon!"

Jeder weiss jetzt also was er wählt. Die Taktik hat Adolf damals auch schon gefahren.

Die FPÖ ist rechtsradikal bis in die Haarspitzen und die Österreicher haben es in der Hand zu zeigen:

1) wir haben gelernt aus der Geschichte oder

2) wir waren damals schon begeistert und sind es heute wieder!

Und, damit nicht gleich wieder geheult wird: ich meine die notwendigen 51%, nicht alle.

Diese Gesellschaft ist deutlich repressiv-hierarchisch geprägt. Beste Bedingungen also für ein viertes Reich.

oh yeah, just eat 'em!
00

Schön gesagt, beinahe vollste Zustimmung. Du hast aber den PR-Effekt vergessen - eine Aussage, eine Woche volle und kostenlose Medienpräsenz. Das ist alles durchorganisiert und sehr erfolgreich. Erinner dich an den Egger in Vorarlberg, da habens das genauso gemacht.

Zweitens wird es dank EU kein viertes Reich geben.

Dr. Wolfgang S. (Kanzler a.d.)
00
ihr posting name gefaellt mir.

Karl600
01
Aus Schaden noch dümmer?

Wie es ein Kabarettist im ORF-TV schon gesagt hat - die Österreicher werden durch Schaden noch dümmer...

oh yeah, just eat 'em!
08

Seid doch bitte nicht so naiv und gebt dieser Person eine mediale Plattform. Dieser 'Skandal' inklusive der Reaktionen ist doch von vorne bis hinten durchgeplant. Frau Mutterkranz gibt etwas von sich, alle Medien schreiben brav tagelang auf, dann zieht sie es in bester Politiker-Manier zurück. Präsenz garantiert, Botschaft an die Zielgruppe gesendet, Mission erfolgreich. Was immer jetzt kommt, ist vollkommen egal. Der PR-Coup geht an die FPÖ.

Whisker
00
Da bin ich anderer Meinung

Ich finde, diese braune Brut gehört ans Licht gezerrt und den Leuten so lange unter die Nase gerieben, bis auch der Dümmste endlich draufkommt, daß man mit diesen rechten Schmuddelkindern nicht spielt.

Taktiker99
00
Da wird eher

der Waldheimeffekt eintreten.

Auch bei Haider hat dies schon nicht funktioniert. News hat zB jede Woche soviel gg Blau/orange geschrieben, dass die Leute schon von Hetzkampagne gg ihn gesprochen haben.
"Wir wählen, wen wir wollen und nicht, was dem Ausland genehm ist."
Bei Rosenkranz ist die Gefahr groß, dass derselbe Effekt eintritt.....meine Meinung nach ist das reines Kalkül von Blau.....

Whisker
00

Äh, NEWS ist nicht "das Ausland" (auch wenn ich dessen Still des öfteren als jenseitig betrachte).

Und gerade bei dem ganzen Wirbel der letzten Tage um Rosenkranz denke ich, daß sie eher schlechter abschneiden wird.
Die meisten Wähler von Haider, Strache & Co. fallen auf den Populismus derselben herein, ich denke, die wirklich rechtsextrem Denkenden sind eher in der Minderheit.
Ersteren muß man eben unter die Nase reiben, wen sie da unterstützen, bis es auch der Dümmste geschnallt hat.
Zweitere sind halt oft unbelehrbar, aber für die gibts ja zB das Verbotsgesetz, wenn sie mal über die Stränge schlagen.

oh yeah, just eat 'em!
00

Problem ist, das nützt nichts. Und ich revidiere mit FREUDE meine Meinung, wenn sie am Nazizähltag mit 10 Prozent wie ein geprügelter Hund von dannen schleicht. So wird es aber leider nicht sein... hierzulande verliert man wegen geistiger Nähe zum Braunauer keine Wahlen.

Whisker
00

Falsch, es nützt durchaus etwas, nur ist es halt verdammt viel Arbeit. Und durchaus auch mal beim einen oder anderen umsonst.

Aber wenn man gar nichts tut, wird es nur noch schlimmer. Damit gewinnt rechtes Denken an Akzeptanz, "weil ja eh keiner was dagegen sagt".
Das Einzige, was wirkt, ist eben wieder und wieder rechtes und rechtsextremes Gedankengut anzuprangern. Mühsam, aber nicht zu ändern.

Val_Done
12
"...dann zieht sie es in bester Politiker-Manier zurück."


das schau ich mir gerne an, bei folgenden fakten:

1) der ehemann ist ein aktiver rechter

2) ganze familie ist schon lange aus der kirche ausgetreten - die kinder wurden nicht getauft (nicht das mich das wirklich kümmert, da ich schon lange ausgetreten bin, aber für ein christliches övp model reichts nicht)

3) haben alle kinder keltische namen -> Hedda, Ute, Alwine, Sonnhild, Volker, Hildrun, Mechthild, Arne, Horst und Wolf (-> siehe hitlers glaubensideologie)

meine prognose: sie wird nicht mehr zur wahl antreten, da ansonsten hr. strache sich bei der nächsten wahl warm anziehen muss.

wird lustig zum zuschauen ;)

derStandardBrowser
 
00
die armen Kinder, die mit diesen Namen belastet sind

... und damit meine ich nicht den Nachnamen.

oh yeah, just eat 'em!
01

Ich kann dir versprechen dass da noch mehr kommt. Und sie wird antreten und sie wird eine schockierende Anzahl von Wählerstimmen bekommen (mein worst-case Tipp hat einen 3er davor...). Es ist brutal aber leider Realität: In Österreich verliert man keine Wahlen, wenn man Sympathien für 'damals' zeigt.

curieux
00
Leider kann ich Ihnen nur recht geben!

perau1
 
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ich halte es eher für einen test "wie weit können wir gehen oder wie reagieren die österreicherInnen auf unsere "botschaften"?
dass dichand, der für die fpö immer viel übrig hatte und noch hat so scharf reagiert konnte weder rosenkranz noch strache ahnen.
immerhin konnte unter dichand ein nimmerrichter seine kommentare und wolf martin seine gedichterln schreiben, die öfters nahe an dem verbotsgesetz entlangschrammten. das war aber anscheinend auch für dichand zuviel.

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