Lehrer weniger zufrieden als Schüler

6. März 2010, 09:26

Wiener Schulumfrage: AHS und Hauptschulen gleich gut bewertet

Wien - Schüler und Eltern sind in Wien mit den Schulen prinzipiell zufrieden, Lehrer eher weniger. So lässt sich das Ergebnis der bisher größten Wiener Schulumfrage zusammenfassen. Zum ersten Mal wurden Pädagogen, Eltern und Schüler befragt. 308.058 Fragebögen wurden ausgeschickt, 112.274 kamen ausgefüllt retour. Abgefragt wurden unter anderem Zufriedenheit mit dem Unterricht, den baulichen Gegebenheiten und aber Themen wie soziale Atmosphäre.

Insgesamt gaben 85 Prozent der Eltern und Kinder an, "sehr" oder "eher schon" zufrieden zu sein. Bei den Lehrern waren es 68 Prozent, wobei ein Fünftel bei der Frage nach der allgemeinen Zufriedenheit „eher nicht" angekreuzelt hat. Die Lehrer und Lehrerinnen sind auch mit dem baulichen Zustand und der räumlichen Situation am unzufriedensten: 26 Prozent bezeichneten diese als "mangelhaft", 30 Prozent als "nicht durchwegs zufriedenstellend".

Besonders auffällig: Sowohl bei den Müttern und Vätern als auch bei den Kindern haben AHS und Hauptschule gleich hohe Zufriedenheitswerte. Bei Mitsprachemöglichkeiten oder dem Verhältnis zwischen Schülern und Lehrern fällt das Urteil in den Hauptschulen sogar noch ein bisschen besser aus. Für den zuständige Stadtrat Christian Oxonitsch (SP) ist dies der Beweis, dass „die Hauptschulen besser sind als ihr Ruf", wie er Donnerstagabend bei der Präsentation der Umfrageergebnisse betonte. Allerdings gaben nur 8,7 Prozent der Hauptschullehrer an, „sehr zufrieden" zu sein. An den AHS waren es immerhin 15,4 Prozent.

Konfliktfeld Berufsschule

Als Problemfelder was den Umgang miteinander betrifft, haben sich bei der Umfrage, die vom 5. Oktober bis zum 6. November 2009 durchgeführt wurde, die Berufsschulen und die Polytechnischen Lehrgänge herausgestellt. 12,9 Prozent der Berufsschüler gaben an, dass der Umgang miteinander "feindselig, konfliktträchtig sei" (AHS und Volksschulen: 4,5 Prozent). Den Unterricht betrifft bezeichneten 15,6 Prozent als "langweilig", für 47,8 Prozent ist er nur "teilweise anregend". Oxonitsch sieht einen Grund dafür, dass viele Jugendliche eine Lehrstelle annehmen, die nicht ihren Berufswunsch entspricht.

Für Susanne Jerusalem ist die Raumnot an den Schulen das dringlichste Problem. "Damit es die rasche Lösung, die dafür notwendig ist, geben kann, muss es dafür ein Sonderbudget geben", so die Forderung der Bildungssprecherin der Wiener Grünen. (fern, DER STANDARD, Printausgabe, 6./7.3.2010)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 34
1 2
didi111
102
ES bleibt dabei..


Würde man Lehrer auch dementsprechend (40 Stunden pro Woche) in der Schule einsetzen, wären sie auch zufriedener.

Erst kürzlich las ich einen Bericht, welcher nachzuweisen versuchte, daß man als geringfügig Beschäftiger natürlich nicht zufrieden sein kann.

Exitstrategie:

Die Lehrer 40 h pro Wochephysische Anwesenheit in der Schule, und ältere Lehrer wären eher im Backoffice einzusetzen, wo sie in Ruhe Schularbeiten verbessern könnten (=nervenschonender).

Auch wäre die Ferienregelung hinsichtlich der schlechten Pisaergebnisse auch zu überdenken.

Und in folge wären dann die Lehrer auch wieder zufriedener, wenn sie von der Geselllschaft gleichwertig wie ein anderer Arbeitnehmer gesehen werden würde.

Van Nelle
02

bevor du IRGENDWAS postest, was so aus dem Bauch rauskommt, würde ich empfehlen, sich einmal mit der Sachlage auseinanderzusetzen.

Doper
01
Lieber 111. Dodl,

Die von Ihnen angeführte Studie gilt aber nur bei schlechtem Verdienst oder eventuell auch bei wenig Freizeit.
Lehrer haben hier die optimale Kombination durch viel Freizeit bei hohem Gehalt.
Hart trifft die Lehrer der Neid mancher Mitmenschen, weil der bekanntlich auch erst hart erarbeitet werden muss.

asinus
02

So ein Unsinn...wenn jemand zufrieden ist, kann er das selbst ausdrücken. Und über die Exitstrategien braucht sich auch niemand anderer Sorge machen. Backoffice heißt wohl, dass ein älterer Lehrer irgendwo am Nachmittag eingesperrt ist, bis es 16 Uhr ist.
Ihr Posting ist richtig urkomisch!

sam duke
23
didi

bleib in deinem backoffice und verschone deine mitmenschen mit solchen infantilismen.

good_karma
 
00
Befragung sehr selektiv!

Die zwei Schulen, die meine Töchter besuchen, haben den Fragebogen nicht verteilt. Warum wohl?

Honzoo
10
Rot und Schwarz sollen Ministerien tauschen!

Die es am meisten betrifft (die SchülerInnen) sind fast ausschließlich mit der Schule zufrieden. Was sollen die ständigen Veränderungswünsche zum Schulsystem aus SP-Kreisen?! Rote Bildungspolitik war und ist unfähig. Dafür kann Schwarz ein Innenministerium nicht leiten. Also: Farbentausch (aber nicht Personentausch) von Unterrichts- und Innenministerium!

Kahuna
02
Das alte Lied:

Zuviel Arbeit, zu wenig Geld.

Sche
00
Konflikte...

...an den Polytechnischen Lehrgängen? Wie das? Veraltete Umfrage?
Der wurde 1997 abgeschafft.

Nathaniel Winerib
00

Tatsächlich? Siehe:

http://www.ptswien3.at/

Sche
00
Was ich sehe...

...ist eine Polytechnische Schule. Rest siehe Kommentar von "säpp".

Dabei handelte es sich übrigens nicht nur um eine Namensänderung, sondern um eine völlig neue Strukturierung, angefangen beim Lehrplan usw.

säpp
00
Namensänderung

Die Bezeichnung "Polytechnischer Lehrgang" wurde mit einer Schulorganisationsgesetz-Novelle 1997 in "Polytechnische Schule" geändert.

Wenn Menschen heute über den "Polytechnischen Lehrgang" oder über das "Polytechnikum" sprechen wirkt eben auch der Kommentar nicht fundiert.

sam duke
01
gar so gerne

haben sie meine kommentare bei standard at. nicht.

nukularteilchen
03

Wenn ich ein Leben lang nur in der Schule wäre würde ich auch ned glücklich werden.

sam duke
02
es ist paradox

der staat zahlt den lehrern einen haufen geld, hindert sie aber gleichzeitig daran, das beste für die schüler durchzusetzen, indem er sie total entrechtete. das ist ressourcenverschwendung.

GevatterTod
24
nicht fuer den Spass ( oder die Schule )

fuer das Leben lernen wir.
Die Statistik sagt es muessten 50% sagen: zu schwer und 50% zu leicht.

Ein Soldat, der sich bei seiner Grundausbildung wohl fuehlt ist ein toter Soldat.
Ein Schueler dem gefaellt das er nicht pauken musz, ist der Lehrstellensuchende der keine Lehrstelle findet.
( Weil er nicht ausrechnen kann wie lange der Draht sein muss den er diagonal durch ein Zimmer mit 3 m Breite und 4 m Laenge legen soll )

Lord of all the Losers
00

7 meter unter der einser-norm. :D


p.s. die statistik sagt gar nichts, welches modell gedenken sie denn anzuwenden? (falls sie gauß verwendeten, haben sie sich dadurch disqualifiziert)

GevatterTod
00
vielleicht eine Poisson Verteilung?

weil man hin und wieder eine Note kriegt?
Mein Statistiklehrer hat immer Bewertungen und Noten als Normalverteilungsbeispiele genommen!

thepike
 
00
Es ist durchaus möglich, Kenntnisse zu vermitteln...

...ohne dass es in Pauken ausartet. Wenn man das Interesse der Schüler wecken kann und das Lernen ihnen Freude macht, werden sie sich an den Lernstoff auch länger erinnern, als wenn sie "pauken".

Diese Art des Unterrichts stellt an den Lehrer größere Anforderungen - ist aber letztlich auch erfüllender und zufriedenstellender. Sag ich aus Erfahrung.

srinivasa
00

"pauken" ist wirklich nicht das richtige Wort. Es geht eher um die geistige Anstrengung, die für jedes Lernen notwendig. Mache Schüler strengen sich gerne an (hängt natürlich auch von der Präsentation ab) und manche tun das halt nicht so gerne.
Ohne diesen Willen zur geistigen Anstrengung ist leider kein Lernen möglich.

A. Sieberer
01

Kenntnisse sehr wohl, aber tragfähiges und stabiles Wissensnetz, das eine Grundlage bietet, ist was anderes.
Unsere Schüler scheitern ja schon an Grundlagen wie 1x1. Grundsätzlich wissen sie schon worum es geht, aber ohne pauken sitzt es eben nicht.

Irma la Douce
03
Seit wann darf man Drähte diagonal verlegen?


;-)

So Nina
00
...und dann...

...stolpert man drüber...

GevatterTod
00
seit Hedi Lamar

das Frequency-hopping erfunden hat

Schnapphahn
00
Sie haben recht, leider.

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