Wiener Schulumfrage: AHS und Hauptschulen gleich gut bewertet
Wien - Schüler und Eltern sind in Wien mit den Schulen prinzipiell zufrieden, Lehrer eher weniger. So lässt sich das Ergebnis der bisher größten Wiener Schulumfrage zusammenfassen. Zum ersten Mal wurden Pädagogen, Eltern und Schüler befragt. 308.058 Fragebögen wurden ausgeschickt, 112.274 kamen ausgefüllt retour. Abgefragt wurden unter anderem Zufriedenheit mit dem Unterricht, den baulichen Gegebenheiten und aber Themen wie soziale Atmosphäre.
Insgesamt gaben 85 Prozent der Eltern und Kinder an, "sehr" oder "eher schon" zufrieden zu sein. Bei den Lehrern waren es 68 Prozent, wobei ein Fünftel bei der Frage nach der allgemeinen Zufriedenheit „eher nicht" angekreuzelt hat. Die Lehrer und Lehrerinnen sind auch mit dem baulichen Zustand und der räumlichen Situation am unzufriedensten: 26 Prozent bezeichneten diese als "mangelhaft", 30 Prozent als "nicht durchwegs zufriedenstellend".
Besonders auffällig: Sowohl bei den Müttern und Vätern als auch bei den Kindern haben AHS und Hauptschule gleich hohe Zufriedenheitswerte. Bei Mitsprachemöglichkeiten oder dem Verhältnis zwischen Schülern und Lehrern fällt das Urteil in den Hauptschulen sogar noch ein bisschen besser aus. Für den zuständige Stadtrat Christian Oxonitsch (SP) ist dies der Beweis, dass „die Hauptschulen besser sind als ihr Ruf", wie er Donnerstagabend bei der Präsentation der Umfrageergebnisse betonte. Allerdings gaben nur 8,7 Prozent der Hauptschullehrer an, „sehr zufrieden" zu sein. An den AHS waren es immerhin 15,4 Prozent.
Konfliktfeld Berufsschule
Als Problemfelder was den Umgang miteinander betrifft, haben sich bei der Umfrage, die vom 5. Oktober bis zum 6. November 2009 durchgeführt wurde, die Berufsschulen und die Polytechnischen Lehrgänge herausgestellt. 12,9 Prozent der Berufsschüler gaben an, dass der Umgang miteinander "feindselig, konfliktträchtig sei" (AHS und Volksschulen: 4,5 Prozent). Den Unterricht betrifft bezeichneten 15,6 Prozent als "langweilig", für 47,8 Prozent ist er nur "teilweise anregend". Oxonitsch sieht einen Grund dafür, dass viele Jugendliche eine Lehrstelle annehmen, die nicht ihren Berufswunsch entspricht.
Für Susanne Jerusalem ist die Raumnot an den Schulen das dringlichste Problem. "Damit es die rasche Lösung, die dafür notwendig ist, geben kann, muss es dafür ein Sonderbudget geben", so die Forderung der Bildungssprecherin der Wiener Grünen. (fern, DER STANDARD, Printausgabe, 6./7.3.2010)