Ein verborgener Ort

5. März 2010, 20:13
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Ganz rein müssen gläubige Jüdinnen und Juden in die Mikwe, das rituelle Tauchbad

Hohenems - Ganz rein müssen gläubige Jüdinnen und Juden in die Mikwe, das rituelle Tauchbad. Geistig und spirituell rein tauchen sie wieder auf. "Ganz rein!" nennen die Kuratoren Hannes Sulzenbacher und Hanno Loewy der Sonderausstellung im Jüdischen Museum. Anlässlich der Restaurierung der Hohenemser Mikwe, die 1829 errichtet wurde und das älteste historische Ritualbad Österreichs ist, beschäftigt sich die Ausstellung mit einem sehr intimen Teil jüdischen Lebens: Sexualität, Ehe, Tod, Geschlechterrollen.

Fotografien von Peter Seidel führen imaginär die Treppen hinab ins "lebendige" Wasser; die amerikanischen Künstlerinnen Janice Rubin und Leah Lax vermitteln mit Unterwasserfotos einen Eindruck neuer weiblicher Spiritualität. Konträr dazu zeigen Zitate aus Interviews mit kritischen Frauen, wie kontrovers Ritual und Traditionen gesehen werden.

Die Mikwe, nach der Arisierung lange eine Schusterwerkstatt und schließlich vergessen, wurde 2009 restauriert und ist ab 9. März wieder zu besichtigen. Ein kleiner Schauraum erklärt ihre Geschichte. (jub/DER STANDARD, Printausgabe, 6./7.3.2010)

  • Die Hohenemser Mikwe, aus dem Vergessen geholt
    foto: der standard/peter seidel

    Die Hohenemser Mikwe, aus dem Vergessen geholt

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