Türkei warnt USA vor Resolution

5. März 2010, 18:53
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    foto: standard/archiv

    Armenische Flüchtlinge in Syrien während des Ersten Weltkriegs.

Der außenpolitische Ausschuss des US-Kongresses stimmte für eine Resolution, die den Völkermord an Armeniern im Osmanischen Reich verurteilt

Ankara rief seinen Botschafter aus Washington zurück.

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Mit demonstrativer Gelassenheit hat die türkische Regierung am Freitag auf eine Entschließung des US-Kongresses reagiert, mit der Präsident Barack Obama aufgefordert wird, zukünftig die Massaker an den Armeniern im Osmanischen Reich als Völkermord zu verurteilen. Der türkische Botschafter Namik Tan wurde umgehend nach Ankara zurückgerufen. Auch Außenminister Ahmet Davutoglu zeigte sich enttäuscht, dass die US-Regierung nicht energisch genug versucht hätte, das Votum zu verhindern.

Dabei ist bislang eigentlich noch nicht viel passiert. Wie bereits 2007 einmal, hat lediglich der außenpolitische Ausschuss des Kongresses die Resolution äußerst knapp mit 23 zu 22 Stimmen angenommen, und noch ist unklar, ob im Plenum überhaupt darüber abgestimmt wird. Und selbst wenn eine Gesamtmehrheit im Kongress zustimmt, ist noch offen, was Obama daraus macht. Das politische Establishment in Ankara läuft aber vorbeugend zu großer Empörung auf, weil man verhindern will, nach dem EU-Parlament nun auch von den Verbündeten in Washington an den Pranger gestellt zu werden.

Ein Ausweg aus der Misere wäre eine erfolgreiche Annäherung zwischen Armenien und der Türkei, wie sie nun seit eineinhalb Jahren versucht wird. Obama hat diesen Prozess unterstützt und im letzten Jahr mit dem Argument, man sollte den politischen Prozess nicht stören, darauf verzichtet, von Genozid zu sprechen.

Der vom armenischen wie auch vom türkischen Außenminister unterzeichnete Vertrag zur Aussöhnung liegt aber nun schon seit Monaten auf Eis, ohne dass er ratifiziert würde. Das liegt zum einen an der nationalistischen Opposition in Armenien. Ein Punkt des Vertrages sieht vor, dass beide Länder eine internationale Historikerkommission einsetzen sollen, die alle verfügbaren Dokumente über die Vertreibung und Ermordung hunderttausender Armenier sichten soll, um zu einer gemeinsamen Wertung zu kommen. Die Opposition in Armenien und die organisierte Diaspora in den USA sind strikt gegen eine solche Kommission.

Aserbaidschan, der mit Armenien verfeindete bisherige Verbündete der Türkei, droht damit, die Öl- und Gaslieferungen in die Türkei einzustellen, wenn Ankara die Grenze zu Armenien öffnet, bevor Armenien sich aus den Gebieten in Aserbaidschan, die sie seit den Kämpfen um Berg Karabach besetzt halten, zurückgezogen hat. (Jürgen Gottschlich aus Istanbul/DER STANDARD, Printausgabe, 6.3.2010)

Kommentar posten
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Alexander Patjomkin
21
23.4.2010, 23:33
In der Türkei git es ein Gesetz gegen "Herabwürdigung der Türkentum"

Wenn es so ist, sollten sie dringend ihre eigene Geschichte klagen, sie hat nämlich die Respekt in Europa gegenüber die Türken zu nichte gemacht.
Und die Zuwanderer tun noch ihren eigenen Beitrag
dazu, wirklich zivilisiert können sie sich nicht benehmen....

Dame Gruev
13
12.3.2010, 16:35
Radio Free Europe? BBC?

Ich frage mich, was ist mit Radio Free Europe- der Vorreiter der Demokratie, dem Osteuropa den Fall des Kommunismus verdankt? Es ist die Überlegung Wert, ob es nicht an der Zeit ist, Sendungen für die türkischen und arabischen Mitbürger in Europa neu zu initiieren? In diesen Sendungen auf Türkisch und Arabisch sollen Themen diskutiert werden, wie Demokratie in Europa; Menschenrechte; Geschichte; gemäßigter Islam; Säkularität; Religionsfreiheit in der Türkei und der arabischen Welt, Plattform für Dissidenten bieten! Auch BBC soll Programme auf Türkisch und Arabisch ausstrahlen! Die Sendungen sollen in ganz Europa, besonders auf dem Balkan, der Türkei und Nordafrika empfangen werden! Zeitungen! Fernsehsender!

Raptorjesus
36
12.3.2010, 12:37

Wieder mal ein Beweis, dass die Türkei nicht in die EU darf. Ein Land, dass seinen eigenen Genozid an über 1 million Menschen leugnet, hat in der zivilisierten Welt nichts verloren.

Sahin A.
54
12.3.2010, 22:34
Ja was jetzt?

sind es
1 Millionen?
1,5 Millionen?
200 000 ?
500 000 ?

Also in den 50ern waren es noch ca. 500 000.

Mr_Murphy
45
Ach?

Dann soll die Türkei doch in die Arme Chinas kann uns Europäer doch egal sein.

Wenn die Türkei nicht Manns genug ist sich ihrer Geschichte zu stellen, ist sie beim chinesischen Regime sowieso viel besser aufgehoben. Viel Spaß beim Chinesisch lernen und mit vergifteten Spielzeugen.

Sahin A.
24
10.3.2010, 14:01
Die Türkei ist "Manns genug" diese Geschichtsaufbearbeitung vors Gericht in Den Haag zu stellen.

Raten Sie mal wer dagegen ist!!!!

Osman Mert
44
10.3.2010, 06:29

Ich bin auch Europäer. Und nun?

Efsane
 
21
DAnke für die Quelle!

Efsane
 
1110
Wer hätte sich gedacht dass die Türkei so stark ist! Zuerst Israel zur Vernunft gebracht und jetzt die USA! YAVRUM TÜRKIYE!

Popolopos Kikeriki
98
Wird Zeit, dass die Türken ihre eigene Lobby-Maschine in Gang werfen

Mittlerweile dürfte die Türkei doch genug Einfluss haben, um überall auf der Welt, auch in den USA, Gegenresolutionen zu dieser Volksverleumdungskampagne zu starten. Es wird Zeit für eine koordinierte Gegenbewegung, zu lange war man passiv und wurde Zeuge des Sprichwortes: Die Lüge läuft 7x um die Welt, bevor die Wahrheit sich die Schuhe anzieht.

Efsane
 
51
SO ist es!

Halbmond
83

Ich will hier keinen Provizieren,die Türken brauchen sich ihrer eigenen Geschichte nicht zu schähmen im gegenteil die Türken waren immer die jenigen die gastfreundlich und aufgeschlossen gegen jeden gegenüber.

Und heute will man der Türkei was vorwerfen die 95 jahre liegt und kein einziger Historiker sagen könnte ob das ein Völkermord war oder eine Tragödie !

Was natürlich noch bedenklicher ist dies,das kein einziger Moslemisch geprägt der Staat diese Resulution der Amerikaner verurteilt,da sieht man das die westlichen Länder alle an einem strang ziehen.Was man von den moslemischen länder nicht behaupten kann,einfach zermürbent ist das so traurig es auch klingt.

basiri bentakire
 
14
22.3.2010, 12:09

sie nennen deportation als gastfreunlichkeit?

darf ich ihnen gegenüber gastfreundlich sein? *evil mood*

Sahin A.
74
Weiß eigentlich jemand,

was mit all den Osmanen ausserhalb der jetztigen Türkei passiert ist?

Immerhin erstreckte sich das osmanische Reich auf dem Höhepunkt seiner Macht über drei Kontinente.

Weiß das jemand? Nein?

Dacht ich mir....

Johnny Chicago
14

...Österreich war auch einmal grösser...

Halbmond
42
Ja, mit hilfe der Polen oder besser gesagt der Polnischen reiterei.

J R
22
22.4.2010, 21:15

und die Osmanen konnte Land um Land überfallen, indem es christliche Kinder stahl, zwangskonvertierte und in den Krieg schickte, und nun?

Sahin A.
11
22.4.2010, 22:11

Zur damaligen Zeit töteten christliche Eroberer andersgläubige Kinder!!!


BK W. Shoyssel
63

was ist denn mit all den Deutschen in Lybien und Norwegen und am Kaukasus passiert?

Immerhin erstreckte sich das Deutsche Reich auf dem Höhepunkt seiner Macht auch recht weit ...

Sie hatten dort nichts verloren.

Sahin A.
32
verstehe und wie lange war Norwegen deutsches Hoheitsgebiet?

Gendo
11
17.3.2010, 12:48

Und wie Lange war das Sudetengebiet Deutsch besiedelt und Teil das 1. deutschen Reiches?
Schon seit einer Zeit wo es sowas wie ein Osmanisches Reich nicht mal im Ansatz gegeben hat!

Deniz Mermerci
11
Botschafterrückruf

Dieser Botschafterrückruf könnte umweltgerecht gestaltet werden. Er zieht in ein anderes Zimmer, zum Beispiel.

Deniz
32
Und für dein Posting hättest Du dein PC nicht aufstarten sollen...

Der Welt hat dein Posting nichts gebracht, das wäre auch umweltbewusster gewesen.

Frank Wiehlman
03
Trivial?

Ich finde es äußerst interessant. Wie Meinungen gemacht und die vorhandene beeinflusst werden. Niemand hier war Zeitzeuge, aber viele tun so als wären sie dabei gewesen. Da muss man sich doch etwas mehr mit dem Thema beschäftigen, viele Quellen hinzuziehen, als gleich eine von Medien vorgekaute Meinung auszuspucken. Wenn 8 von 10 "ja" sagen, ist es dann auch richtig? Wiki sagt zum Beispiel: "...nach Schätzung etwa 300.000[1] bis zu über 1,5 Millionen[2] Armenier um...". Offensichtlich gibt es hier noch Bedarf an Aufklärung. Es ist ein komplexes Thema und nicht so trivial wie manche es gerne hätten. Wir sollten es den Historikern überlassen.

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