Armenien-Resolution

Getöse aus Gewohnheit

5. März 2010, 18:46

Seit Jahrzehnten ist es offizielle Politik der Türkei, den Genozid zu leugnen, weil man fürchtet, dass die Republik sonst selbst "angepatzt" würde - von Adelheid Wölfl

Die Gesten der Empörung waren zwar groß, die Entrüstung wirkte aber etwas einstudiert, als die Türkei den Botschafter aus den USA zurückbeorderte. Der außenpolitische Ausschuss des US-Kongresses hatte dafür gestimmt, den Völkermord an den Armeniern während des Ersten Weltkriegs im Osmanischen Reich zu verurteilen.

Seit Jahrzehnten ist es offizielle Politik der Türkei, den Genozid zu leugnen, weil man fürchtet, dass die Republik sonst selbst "angepatzt" würde. Langfristig widerspricht diese Haltung - abgesehen davon, dass sie zynisch gegenüber den Nachkommen der Opfer ist - der Politik der demokratischen Öffnung unter Premier Tayyip Erdogan. Doch solange es keine Bewegung in dem Konflikt zwischen Armenien und Aserbaidschan um die Region Nagorny-Karabach gibt, wird die Türkei sich in der Armenien-Frage nicht bewegen. Das hat Erdogan den Azeris versprochen.

Der Annäherungsprozess zwischen der Türkei und Armenien ist deshalb zum Stillstand gekommen. Und es ist nicht ausgeschlossen, dass der US-Kongress in der Situation die Armenien-Resolution annimmt und US-Präsident Barack Obama den Begriff "Genozid" ausspricht. Die Reaktion Ankaras dürfte dann schärfer ausfallen.

Weniger wahrscheinlich ist, dass die Türkei sich wegen der Resolution ihrer dunklen Geschichte stellt. Die amerikanisch-türkischen Beziehungen sind aber auch nicht gefährdet. Ankara wollte bisher keine Konfrontation wegen der Genozid-Debatte. Nur das Getöse war immer laut. (Adelheid Wölfl/DER STANDARD, Printausgabe, 6.3.2010)

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18 Postings
User Nr.1
 
24
Mangelhafte Reporterarbeit…

Dieser Bericht hat keinen Hand und Fuß. In Zukunft besser recherchieren, dann Gedanken drüber machen, ohne die eigenen Kompetenzen in Frage zu stellen und dann Schreiben!

Herbert Wippel1
 
14

Szenario, Kongress beschliesst Resolution gegen den Holcaust, OE protestiert.Die ganze Welt waere gegen uns, die EU ueberlegt vermutlich einen Ausschluss. Bei der Tuerkei keine Reaktion, weilman sie fuer die NATO braucht. Solange die Tuerken ihre eigene Verantwortung leugnen, braucht man an einen EU Beitritt nicht einmal zu denken.

Deniz
23
Schwatzer!

Der Tag ist für viele viel zu lang...

hexe caracas
99
es gibt noch viel zu tun in der Türkei

Armeniergenozid, Kurdenmorde, Frauenrechte, Umweltschutz, Religion... der Weg zu einer echten Demokratie ist noch lang...

Cet
55
Christliche Scheiterhaufen schon vergessen?

Dafür ist der Weg in eine Diktatur in Österreich viel kürzer. Übrigens, liebe Hexe Caracas, Hexen wurden von Christen verbrannt und nicht von Moslems oder Juden. Manche scheint man vergessen zu haben.

Der Waehlerwille
 
00
12.3.2010, 11:20
da irren sie aber in mehrfacher hinsicht elementar

Chien de Pique
33

Lieber Cet, da haben Sie sich jetzt ordentlich in die Nesseln gesetzt.
Hexenverfolgung gab es schon im AT (siehe zB Ex 22,17 oder den Bericht von der Hexe von Endor) - und selbstverständlich gibt es sie auch Is lam, der ist tatsächlich die einzige der drei Religionen, die heute noch aktive staatliche Hexenverfolgung kennt (wie in Saudi-Arabien). Verbrannt wird halt nicht, sondern anderweitig gemordet.

Stephan Schaefer
 
32

Bzieungsweise der Westen hat viel zu tun:

siehe:

http://www.muslim-markt.de/forum/mes... s/1624.htm

Mfg

ALX
00
Hab ichs mir doch schon gedacht...

... Die Freimauerer warens, die habens getan, wer sonst!!! Natürlich mit tatkräftiger Unterstützung aus dem niederträchtigen Westen!

So genug davon! Echt schwacher Artikel den du da postest

Stephan Schaefer
 
03

Echt starker Artikel:

Siehe:

http://de.wikipedia.org/wiki/Talât_Pascha

Mfg

cupertino
36
keine lobby

die armenische lobby in den u.s. ist leider ein lercherlschas im vergleich zur juedischen. frueher oder spaeter muessen sich aber auch die tuerken ihrer geschichte stellen.

Ui Jessasna
22
schwache lobby

richtig, deshalb kommt das Thema dort jetzt nach fast 100 Jahren auf den Tisch, wenn man es innenpolitisch (USA) brauchen kann (und nicht für Armenier). Aber die Türken werden, wenn sie schlau sind, das Thema selbst erledigen. Ohne Ami. Sind ja am Weg dazu und stellen Greueltaten gar nicht in Abrede. Übrigens ist die Wissenschaft bis heute nicht einig, ob es Bürgerkrieg oder Völkermord war, es gab Morde auf beiden Seiten. Die Begründer der heutigen Türkei haben die Osmanen in die Wüste geschickt und die alte Geschichte beendet. Aber klingt halt besser, die Keule des Völkermordes, wenn man jetzt die Türken anpinkeln möchte. Nur - vor welchem Richter sollen sie heute deshalb knien? Oder wer maßt sich an zu richten?

fibiundchillie
00
Die Begründer der heutigen Türkei haben die Osmanen in die Wüste geschickt

auch in die syrische wüste?

spiralvoice
129

Das beleidigte Türkentum ist einfach unzivilisiert und beweist täglich die eigene Untauglichkeit der Zugehörigkeit zum Westen! Die Türkei darf niemals Mitglied der EU werden.

ALX
00
ja ja ...

man hätte auch sachlich gut argumentieren können, warum die Türkei auf keinen Fall in die EU sollte

Cet
23
Nicht nur der Österreicher Kurt Waldheim hat eine Ohrfeige verdient

Und Österreich hätte man gar nicht erst in die EU lassen dürfen, wenn ich mir ihre rassistischen Kommentare durchlese.

hoferbernie
00
19.3.2010, 13:44

wie sie hier kritik mit rassismus gleichsetzten ist l ein beispiel für unaufgeklährtheit und intoleranz. auf diesem wege erreichen sie hier gar nichts, geehrter cen.

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