Kopfwäsche für Ashton durch EU-Außenminister

5. März 2010, 21:45
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    "Die inter-institutionellen Rivalitäten sind gut verwurzelt."  Brief von Miliband und Bildt an die EU-Außenministerin Ashton.

Die EU-Staaten wollen dafür sorgen, dass der künftige Außendienst der Union "nicht am Gängelband von Brüssel hängt"

Schweden und Großbritannien starteten eine Initiative gegen die Pläne der EU-Außenministerin.

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Nach dem Willen des spanischen EU-Ratsvorsitzes hätte es beim informellen EU-Außenministertreffen in Córdoba um Nahost, um die Beziehungen zu den Schwellenländern Indien oder Brasilien gehen sollen. Stattdessen gerieten die Beratungen Freitag zur einer harten Abrechnung mit den Plänen von EU-Außenministerin Catherine Ashton beim Aufbau des Außendienstes der Union (EAD).

"Es gibt keine einzige Stimme die sagt, ‚Wir sind zufrieden mit dem, was da läuft‘" , berichtete Außenminister Michael Spindelegger. Die Hauptkritik sei: "Wir sind nicht eingebunden, es ist keine Richtung erkennbar. Es gibt keine Koordination, welche politische Linie es gibt." Bei den Außenministern gäbe es "Frust über die Nichteinbindung" bei den Plänen für den EAD, sagte Spindelegger.

Zwar habe "niemand Ashton attackiert oder beschimpft" , sie werde "als Person von allen unterstützt, denn ein Misserfolg von ihr hilft niemand" , aber: "Es ist deutlich geworden, dass es so nicht weitergeht" , so Spindelegger.

Er hoffe, dass sie sich das zu Herzen nehme, Kritik als Chance wahrnehme. Ashton selbst sagte, sie freue sich über die "Ideen" , die man an sie herantrage.

Interne Machtkämpfe

Eröffnet hatten den Reigen der Kritik die Außenminister von Schweden und Großbritannien. In einem Brief an die "Right Honourable Baroness Ashton" : "Wir sind über offenkundige interinstitutionelle Machtkämpfe in unseren derzeitigen Verhandlungen um den Europäischen Auswärtigen Dienst besorgt." Damit war dem Treffen der Stempel aufgedrückt.

Die Botschaft: Ashton solle sich gegen EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso durchsetzen und die Rolle der Mitgliedstaaten im EAD sichern, der pro Jahr 400 Millionen Euro kosten soll.

"Ich werde meinen Beitrag leisten, dass der Dienst nicht am Gängelband der Brüsseler Institutionen hängt" , sagte der Deutsche Guido Westerwelle.

Nach der Entmachtung der Außenminister - sie nehmen durch den Lissabon-Vertrag nicht mehr an den Gipfeltreffen der Staats- und Regierungschefs teil - wollen die Außenämter nun wenigstens "ihre besten Köpfe" in den EAD hineinsetzen. Die Kommission stattet den EAD mit 1950 Beamten aus, die großteils schon in diesem Bereich arbeiten. Ein weiteres Drittel kommt von den Staaten.

Doch viele dieser Beamten seien ohnehin schon jetzt in Brüssel, erklärt ein Kommissionsbeamter: "Wenn erwartet wird, dass weitere aus den Außenministerien kommen sollen, dann muss man diese Erwartungen bremsen."

Neben den Ämtern geht es auch um das Geld. Die Außenminister wollen, dass der EAD selbst über Finanzen zur Umsetzung von Projekten bestimmen kann und nicht etwa die Kommissare für Entwicklungszusammenarbeit und Außenhandel. Bisher wurden die Entwicklungsprogramme von der EU-Kommission abgewickelt. Die Kommission verweist darauf, dass es sich dabei um Gelder in ihrem Verantwortungsbereich handle.

Auch das Europäische Parlament pokert mit: Es verlangt, dass durch die Schaffung eines einheitlichen Dienstes seine Budgethoheit nicht unterlaufen wird.

Dass Europa erstmals ein "Außenministerium" bekommen soll, wird in der Kommission als "friedliche und stille Revolution" gewertet. Der Dienst soll den Einfluss in Indien, Pakistan, China, Brasilien und Oman mit neuen Delegationen sichern. Der EAD soll auch einen Militärstab mit etwa 150 Personen umfassen.

Unklar ist, wie Ashton alle ihre Aufgaben - bisher waren damit drei Personen betraut - bewältigen soll. Denn ein institutionalisierter Stellvertreter, wie die USA das kennen, ist nicht vorgesehen. Im zweiten Halbjahr 2010 sind allein 46 Dialoge auf Ministerebene, 50 Kommissionssitzungen, zehn Gipfel zu machen. Dazwischen sollte sie ins Ausland reisen, Ratssitzungen leiten: Ein "undurchführbarer" Job, heißt es in Brüssel. (von Thomas Mayer aus Córdoba und Adelheid Wölfl/DER STANDARD, Printausgabe, 6.3.2010)

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Mostbluzza
10
was denn, was denn

das ist doch so im eu vertrag bestimmt worden.

"Viele der Minister haben für den Lissabon-Vertrag gekämpft, aber ihn nicht richtig gelesen", spottet ein hochrangiger Mitarbeiter des Rates.

die ersten verlierer sind nun mal die aussenminister, die wohl grössten eu patri(di)oten.
... auch der reg.chef des vorsitzlandes wird nicht mehr gebraucht.
...barroso verliert auch einfluss ... gut so.

aber "weiter" geht mal nix, blockadepolitik und machtspielchen ... in brüssel. guter zeitpunkt gerade für sowas.

Unten ist da wo das Boot spitz ist
 
02
"The right honourable Baroness Ashton" ... ???

... sorry wo, resp. in welcher Zeit, leben wir?

"Dear Mrs. Ashton" ... und sonst aber auch schon gar nix ...

Nur weil die BritInnen Adelstitel haben, bedeutet das ja wohl nicht, dass die ganze EU ihnen in den britischen Schließmuskel kriechen muß ...

Kontrahent1
00
Immer noch besser

als das peinliche 'Ma'am' des unsäglichen A.Haider !

zimbo
 
2114
Ohne Beitritt wärs erst gar nicht soweit gekommen.

Ein sofortiger Austritt würde uns vor weiteren Schäden bewahren, wie z.B den Untergang des Euros.

wwelv folig
11
sie haben vollkommen recht

Die EU muss rechtzeitig gestoppt werden, bevor unsere nationale souveränität unsere Verfassung und menschenrechte in den keller gekehrt werden.

Es ist längst keine verschwörungstheorie mehr, die globalisten geben es offiziell zu eine neue weltordnung schaffen zu wollen und dennoch lassen sich die menschen von den medien blenden und belügen.

Der standardboss selbst, ist ein teilnehmer der jährlichen bilderberger konferenz, wo über die zukunft der menschen auf der ganzen welt unter ausschluss der öffentlichkeit entschieden wird.

Die Völker auf der ganzen welt haben das recht zu erfahren was die mit uns vor haben!!!

Christoph ************
21

Die Ironie Ihres Kommentars erschließt sich erst daraus wirklich, wenn man weiß, dass die gleichen Menschenrechte Charta die für Ö gilt auch direkt für EU Recht gilt und dabei auch noch letztinstanzlich vom ein und dem selben Gericht durchgesetzt wird.

Mostbluzer
00
10.3.2010, 12:49
wobei letztinstanzlich

der EUGH sowohl als legislative als auch als jurisdiktion auftritt.

so ist nun mal das anglik. rechtssystem der eu.

christoph hofbaur
37

ohne eu-beitritt wuerde oe heute wirtschaftlich noch schlechter dastehen als griechenland.

interessant, dass chauvinistische vorjahrhundertliche nationalistische ideen noch so stark verankert sind, dass dafuer noch immer nach misstand fuer alle gerufen wird.

Mostbluzza
00
ja mindestens so schlecht

wie die schweiz ... echt tragisch.

weil ja die segensreiche ostöffnung nie so "ausgenutzt hätte werden können" mit grenzen und einem schilling und ohne eu förderungen, regularien usw.
die länder wären ja quasi gar nicht erschienen geografisch, unsere firmen hätten nie investiert dort und nie die kontakte gepflegt ... wie zb. in china, indien oder in den usa. eine der legenden die wohl ewig lebt.

wie haben eigentlich die ostländer untereinander getradet - polen und tschechen, ungarn und rumänien. das sind einige beim euro, ein paar nicht, andere früher oder später dazugekommen usw.

mir ist das ein rätsel, wie öst. mit der ukr geschäfte machen können ... ohne dass sie bei der eu/euro ist.
nächtelanges kopfzerbrechen hab....

christoph hofbaur
00

hypothese:
was waere wenn heute der schilling eine wirklich eigenstaendige waehrung geblieben waere? er waere gefahren ausgesetzt, wie der totalen entwertung in der 'great panic' 2008 oder waere jeglichen moment waehrungsspekulationen ausgesetzt.

genau aus diesen gruenden war er ja vor euro einfuehrung an die dm gebunden. ohne die stabilitaet der waehrungsbindung waer oe kein stabiler wirtschaftsraum..

Mostbluzer
00
10.3.2010, 12:53
schmarrn

der soros hat das pfund vernichtet und milliarden verdient, das ist ewig her.

heute kann jeder kleine börsenspekulant, der sagen wir 5 mrd dollar hat, das auf hundert hebelt, auch den euro stürzen. das ist das schwächste argument.

kein stabiler währungsraum ... wovon träumen sie?
auch eine freiw. bindung (ats-dm, uvm) genügt, viele euroländer binden ihre währung freiwillig an den euro .... sie sind mir etwas zu eu manipuliert.

christoph hofbaur
00
10.3.2010, 13:28

das glauben's aber selber nicht, dass ein kleiner boersenspekulant heute den euro stuerzen koennte.

der eu-beitritt hat mir persoenlich sehr viele tore geoeffnet, daher werde ich die grundidee der eu immer vehement verteidigen.

je nach kapazitaet dynamisch zu denken, kann man die eu entweder als opportunitaet wahrnehmen oder sich vom ausland bedroht fuehlen und gestrigen nationalstaatlichen prinizipien nachhaengen.

EU-Austretter
11

Selbstverständlich, ohne EU-Beitritt wäre Österreich heute so arm wie Bangladesch, mindestens.

Bitte nicht den extrem idealisierten und daher völlig realitätsfernen, neoliberalen Unsinn nachbeten (z.B. Stichwort Freihandel).

Kontrahent1
11
Vielleicht sogar

so schlecht wie die Schweiz ! Nun, Norwegen können wir nicht heranziehen, die haben ja mehr Öl als Österreich.

Christoph ************
21

Sie wissen aber schon, dass die Schweiz in den letzten 20 Jahren viel von ihrem einstigen wirtschaftlichen Glanz eingebüßt hat, oder? Die Leben heute mehr denn je vom guten Start nach dem 2. Weltkrieg (der ihnen nicht nur kaum geschadet hat sondern wo sie vielleicht als eine der ganz wenigen heftig davon profitiert haben könnten)

p c2
00

die schweiz ist hauptsächlich deshalb stabil, weil sie zwar auch, aber nicht so sinnlos wie anderen orten, die industrie exportiert hat.

zudem basiert die schweizer industrie (und deshalb oftmals vorsprung) auf die intensive forschung.

wenn sie den "vorteil" der schweiz auf die banken beziehen, dann liegen sie komplett falsch.

diese schadet nämlich, speziell nach dem beitritt zum iwf, der schweiz ziemlich stark.

und das trifft auf ihre 20 jahre wieder zu. ihre schlussfolgerung aber ist komplett daneben.

als bedingungsloser eu-angebeter düfen sie das offensichtlich nicht sehen.

ps: hinzu kommt natürlich auch noch, dass die direkte demokratie die schweiz vor noch grösseren schaden bewahrt hat. - bisher zumindest.

Mostbluzza
00
sie sind mir ja einer

sie "begründen" eine mär mit einer legende .... clever.

Kid "Kongo" Powers
00

sie sind wirklich ein bezahlter Dummkopf, mein Lieber.

EU-Austretter
00

Zuviele große Banken, das schadet nur, umso mehr desto näher die Krise kommt.

Kontrahent1
00
Natürlich weiß man das.

Ich habe nur gegen diese absurden Behauptungen geschrieben, ohne EU wäre Österreich dem Untergang geweiht gewesen. Wahrscheinlich geht's besser in der EU, aber ohne gehts auch.

christoph hofbaur
00

sie wissen aber schon, dass norwegen als ewr und schegen mitglied alle wesentichen eu-richtlinien befolgt. und wovon die schweiz lebt, wissen sie auch..

EU-Austretter
00

Von den Banken nicht, die haben nichts zu geben. Und die EU-Richtlinien werden deshalb befolgt, weil die norwegische Machtelite, wie überall, geil auf den EU-Beitritt ist - die Bevölkerung überwiegend nicht.

Kontrahent1
12
und Österreich

lebt von EU-Zuwendungen ?

yomellamo
00

... hm.. in Ö gibts auch keine banken von der schweizer größenordnung. Auch gibts in Ö weder die firmensitze von Nestle, noch von Novartis...

zimbo
 
22
Diese Angstmache zieht nicht mehr.

Die Menschen habens begriffen, dass die EU ein Gebilde der Ausbeutung und der Verelendung ist.

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