Clinton drängt Kongress zum Schweigen

5. März 2010, 21:44

US-Regierung will Ankara nicht verprellen – Abmachung mit Abgeordneten

Mit einer hauchdünnen Mehrheit von 23 zu 22 Abgeordneten passierte am Donnerstag die umstrittene Resolution zu Armenien den Auswärtige Ausschuss im US-Repräsentantenhaus. Vor allem die Demokraten geraten damit in eine Glaubwürdigkeitskrise.

Es ist nicht das erste Mal, dass ein solcher Beschluss für Furore sorgt. Erst im Oktober 2007 hatte der Ausschuss über einen ähnlich lautenden Text abgestimmt. Damals setzte Präsident George W. Bush alle Hebel in Bewegung, damit die Resolution es nicht bis in den Hauptausschuss des Kongresses schaffte. Eindringlich warnte Bush davor, die Türkei nicht zu verprellen, ein Land, das er im Irak als Verbündeten brauchte. Die Initiative versandete.

Heute ist es Barack Obamas Riege, die Druck auf die eigenen Parlamentarier ausübt und dabei eine Kehrtwende vollzieht, diktiert von kühlem geopolitischem Kalkül. Als er mit Hillary Clinton im Vorwahlduell der Demokraten um die Präsidentschaftskandidatur rang, hatte Obama - ebenso wie seine Rivalin - noch für klare Worte plädiert. Besonders im hart umkämpften Kalifornien, wo viele Menschen mit armenischen Wurzeln leben, wollten die Konkurrenten seinerzeit punkten.

Heute sind die Sprüche aus den Primaries vergessen. Im Vordergrund steht nun das Verständnis für die Türkei, die für die Vereinigten Staaten ein unverzichtbarer Partner im nahöstlichen Krisenbogen ist.

Obwohl sie gerade als Außenministerin durch Lateinamerika reist, fand Clinton die Zeit, ihren Parteifreund Howard L. Berman, Leiter des Auswärtigen Ausschusses, ins Gebet zu nehmen. Es wäre kontraproduktiv, über die Vorlage abzustimmen, warnte sie. Dies könnte das Tauwetter zwischen der Türkei und Armenien gefährden und einen mühsam eingefädelten Aussöhnungsprozess stoppen - der Zeitpunkt könnte kaum unpassender sein. Weiter im Kongress werde die Armenien-Resolution nicht kommen, zitierten US-Medien am Freitag einen hohen Regierungsvertreter. Darüber gebe es Einvernehmen mit führenden Politikern im Kongress. (Frank Herrmann aus Washington/DER STANDARD, Printausgabe, 6.3.2010)

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19 Postings
Zuericher
14
Clinton drängt Kongress, nicht zu lügen

So sollte die Überschrift heissen. Doch leider hat sich der Kongress-Ausschuss trotzdem die Lüge der Armenierlobby zu eigen gemacht.

Maurer A.
32

ein verbrecher schützt den anderen.

DieBo
02
Ohne Türkei wird es nix mit dem Iran Krieg. Damned!!

NONE
02

"Heute ist es Barack Obamas Riege, die Druck auf die eigenen Parlamentarier ausübt und dabei eine Kehrtwende vollzieht"

Im Gegenteil:

Das bestätigt wieder einmal mein altes Argument.

Die USA kennen nur ein Ein-Parteiensystem das sich als 2 verschiedene Parteien tarnt. In punkto Effizienz für Superreiche ist das System sehr effektiv.

In punkto Fairness natürlich ist es extrem peinlich und widerlich. Die USA sollen endlich aufhören ihre Kriegsverbrecher zu schützen bevor sie über Menschenrechte umadumlabern.

Nathan der Heiße
 
34
...

Da kann man mal sehen wie wichtig und bedeutend die Türkei in der Weltpolitik geworden ist.

Sehr vernünftig Mrs Clinton!

Zwerg515
01
Liegt in der Familie

Schon ihr Mann hat 1994 die UNO in Ruanda im Regen stehen lassen.

Karl-Heinz Rumgenippe
34

Obama fällt wieder mal um.

Marcel BAUM original
57
Ist das

die Art der freien Demokratie die die USA in die ganze Welt exportieren möchte?

Kubilay Aslan
11
Ach gehören sie auch zu denen die in Bagdad die Demokratie herbeibomben wollten.

Die Art der freien Demokratie hat sie nicht gestört gell...

Marcel BAUM original
00
ES tut mir leid

Sie haben den Inhalt meines Postings leider nicht verstanden.

Cet
18

Das frage ich mich auch. Warum stimmt man nicht gleich darüber ab, ob eins und eins zwei ergibt? Seit wann stimmen Politiker über den Wahrheitsgehalt historischer Ereignisse ab? Solange die Speerspitze der Historiker* einen Armenier-Völkermord verneint, ist jede Abstimmung darüber der Versuch, eine Lüge demokratisch zu legitimieren.

*Bernard Lewis, Andrew Mango, Justin McCarthy, Norman Stone, Stanford Shaw, Heath Lowry, Roderic Davison und viele, viele andere angesehene Historiker.

P11
40

Bernard Lewis, ein 'Historiker' der von der Türkei bezahlt wird.

Die Finanzierung des Atatürk-Lehrstuhls für Turkologie in Princeton (dessen Inhaber Lewis war) und des Instituts für Türkische Studien in Washington D.C. erfolgt durch den türkischen Staat

Wessen Brot ich ess... dessen Lügen verbreite ich.

Efsane
 
11
14.3.2010, 08:31
verschwörngstheoretiker!

P11#
00
15.3.2010, 20:50

Was ist ein 'verschwörngs-theoretiker' ???

Neues Wort von Ihnen ?

P11
40

Norman Stone, ein 'Historiker' der von der Türkei bezahlt wird.

Seit 1997 arbeitet Stone in der Türkei, zuerst an der Bilkent-Universität in Ankara; 2005 wechselte er an die Koç-Universität in Istanbul, wo er noch immer lehrt.

Wessen Brot ich ess... dessen Lügen verbreite ich.

Efsane
 
13
14.3.2010, 08:33
Tja in der Türkei gibt es halt UNIs!!

und es ist auch normal dass Universitätsprofessoren für ihre Tätigkeiten bezahlt werden!


aber wie wäre es mal wenn sie die armen. Lobby Lüge hier präsentieren würden!

früher 500.000 tote und heute schon über 2 Mio. puahaha

P11#
10
15.3.2010, 20:52

Komisch ist nur das dann die 'Universitätsprofessoren' plötzlich als 'Historiker' bezeichnet werden !

Fakt:
Wessen Brot ich ess... dessen Lügen verbreite ich...sagt sich Norman Stone.

NONE
01

Das machen Politiker aber doch überall seit vielen Jahren, egal welches Thema.

Zur Not zieht man halt "Experten" hinzu die eine bestimmte Meinung färben und so die Politik - und das Geld - hinsteuern können.

Noitulover
00

Das ist nur die Spitze des Demokratie/Freiheits-Eisbergs der exportiert wird, wenn sie mich fragen.

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