46 Prozent wünschen sich Alternative zu Fischer und Rosenkranz

5. März 2010, 17:18
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Dieses Angebot reicht nur knapp jedem zweiten Wahlberechtigten

Wien - Es gibt wenig Zweifel, dass Barbara Rosenkranz chancenlos bleiben wird. Das geht aus einer Umfrage des Linzer Market-Institus für den Standard hervor.

der Standard ließ fragen: "Auch wenn es noch einige Wochen bis zur Wahl sind: Was denken Sie, wer wird diese Wahl gewinnen, Heinz Fischer, Barbara Rosenkranz oder ein anderer Kandidat?" Darauf sagen 84 Prozent, dass der Amtsinhaber Fischer gewinnen wird. Personen in höherem Alter, mit höherem Einkommen und mit einer Parteinähe zu Rot oder Grün sind besonders überzeugt.

Dass Rosenkranz gewinnen könnte, glauben nur sechs Prozent. Selbst unter den erklärten Anhängern von FPÖ, FPK oder BZÖ glaubt nur etwa jeder Fünfte, dass Rosenkranz gewinnen kann.

Drei Prozent glauben an den Erfolg eines anderen Kandidaten.

Aber diesen müsste es erst einmal geben. Um einen oder mehrere weitere Herausforderer zu nominieren, ist nun noch drei Wochen Zeit. Denn erst am 26. März, dem Freitag vor dem Palmsonntag, ist Annahmeschluss für die Kandidaturen. Bis dahin können potenzielle Kandidaten 6000 Unterschriften zu sammeln versuchen.

DER STANDARD ließ daher das Market-Institut folgende Frage an 506 statistisch repräsentativ ausgewählte Österreicher stellen: "Bisher stehen ja zwei Kandidaten für das Amt des Bundespräsidenten fest, Heinz Fischer und Barbara Rosenkranz. Finden Sie diese Auswahl ausreichend oder würden Sie es begrüßen, wenn noch ein weiterer Kandidat aufgestellt werden würde?"

Darauf sagten 48 Prozent, dass ihnen das Angebot reicht - 46 Prozent aber würden begrüßen, wenn noch ein weiterer Kandidat aufgestellt würde. Besonders die Anhänger der ÖVP, aber auch Mehrheiten unter den deklarierten FPÖ- und BZÖ-Wählern hätten lieber mehr Auswahl. Dagegen sind sechs von zehn Anhängern von SPÖ und Grünen der Meinung, dass die Auswahl reicht.

Und wie würden die Wahlberechtigten wählen? 65 Prozent sagen, dass sie Heinz Fischer die Stimme geben wollen - wobei die Grün-Wähler am entschlossensten für den Amtsinhaber sind. Die Zustimmung zu Fischer korreliert mit Bildung und Haushaltsgröße.

Barbara Rosenkranz spricht derzeit nur 17 Prozent der Wähler an, vor allem Freiheitliche - aber bisher eher wenig ÖVP-Anhänger. Sie punktet relativ stark in bildungsfernen, schlecht bezahlten Gruppen. (Conrad Seidl, DER STANDARD, Printausgabe, 6./7.3.2010)

  • STANDARD-Karikatur: Oliver Schopf
    kari: oliver schopf

    STANDARD-Karikatur: Oliver Schopf

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    Amtsinhaber Heinz Fischer wird von 84 Prozent schon als Wahlsieger gesehen, bevor der Wahlkampf richtig begonnen hat.

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    Barbara Rosenkranz werden allenfalls Außenseiterchancen gegeben, nur 17 Prozent wollen sie wählen.

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