Islamische Konferenzen fordern Rücknahme des Minarettverbots

5. März 2010, 16:59

Vor Vermischung des Themas mit Streit mit Libyen gewarnt

Bern - Die Organisation der Islamischen Konferenzen (OIC) möchte, dass das Schweizer Minarettverbot wieder aufgehoben wird. "In der islamischen Welt erwarten wir nur eines: Dass das Verbot aus der Verfassung gestrichen wird." Dies sagte der OIC-Vertreter in der Schweiz der Zeitung "La Liberté".

Babacar Ba fügte gegenüber der Westschweizer Zeitung vom Freitag an, die OIC erwarte von der Regierung, dass diese sehr rasch "Maßnahmen zum Schutz der muslimischen Gemeinde" in der Schweiz treffe.

"Man hat uns auf die direkte Demokratie verwiesen"

Im Jänner hatten die 57 OIC-Mitgliedstaaten das deutliche Ja des Schweizer Volks zum Minarettverbot vom vergangenen November als islamophob und völkerrechtsverletzend verurteilt. Am Dienstag hatten sich Außenministerin Micheline Calmy-Rey und OIC-Generalsekretär Ekmeleddin Ihsanoglu am Rande des UNO-Menschenrechtsrats getroffen.

Calmy-Rey sei es dabei nicht gelungen, Ihsanoglu mit ihren Erklärungen restlos zu überzeugen. "Man hat uns auf die direkte Demokratie verwiesen", sagte Ba. "Die Regierung hätte diese Initiative jedoch niemals zulassen dürfen."

Nun hoffe die OIC auf den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Strassburg. "Nur Europa kann die Schweiz dazu verpflichten, ihre nationale Gesetzgebung zu ändern, die im Widerspruch zum internationalen Recht steht." Die OIC werde sich bei ihrem Ministertreffen im Mai in Tadschikistan erneut mit dem Thema befassen, kündigte Ba an.

Befragt zur Affäre Gaddafi sagte der OIC-Vertreter, es müsse vermieden werden, dieses bilaterale Problem zwischen der Schweiz und Libyen mit dem Minarettverbot zu vermischen. Dies seien zwei verschiedene Dossiers. Letzteres sei wichtiger, denn es betreffe alle Muslime, betonte Ba.

Erst vergangene Woche hatte der libysche Machthaber Muammar al-Gaddafi die Muslime zum "Jihad" (heiligen Krieg) aufgerufen und dies mit dem Minarettverbot begründet. Am Mittwoch hatte Libyen zudem wegen des Streits um die kurzfristige Inhaftierung von Gaddafis Sohn Hannibal in Genf vor über eineinhalb Jahren ein totales Wirtschaftsembargo gegen die Schweiz verhängt. (APA/sda)

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17 Postings
melli91
00
22.6.2010, 08:19
Die sollen sich melden, wenn in ihren Staaten keine Christen aus religiösen Gründen umgebracht werden,

und die Menschenrechte geachtet werden, besonders gegenüber Frauen.
Das kann man diesen Staaten nicht oft genug vor halten.

Fritz Wunderlich
00
26.3.2010, 19:48

den khadaffy zu warnen kommt selbstverständlich nicht in die tüte

Dame Gruev
03
"In der islamischen Welt erwarten wir nur eines: Dass das Verbot aus der Verfassung gestrichen wird."

Zum einen ist Europa politisch unabhängig, demokratisch und vor allem säkular! Ob das Verbot aufgehoben wird, entscheidet das Volk, und das Volk hat entschieden! Zum anderen erwarten die muslimische Minderheiten Anerkennung, Achtung und vor allem Toleranz, welche sie auch in vollen Zügen bekommen! Sie verweigern jedoch dieselbe Toleranz gegenüber der Mehrheit, indem sie ihre Bedürfnisse skrupellos ignorieren und ihre demokratische Entscheidung missachten! Diese sollen endlich geben lernen, nicht nur nehmen und noch mehr verlangen!

Gilgamesh
02

„..."In der islamischen Welt erwarten wir nur eines: Dass das Verbot aus der Verfassung gestrichen wird." ...“

In der westlichen Welt erwartet man sich nur wenig: Dass man Frauen gleich behandelt, dass man in diversen Ländern auch christliche Neubauten zulässt, dass man endlich entschieden auch in der islamischen Welt gegen den Terror vorgeht, dass archaische Strafen wie köpfen, steinigen verbietet, GERADE wegen „Bagatellevergehen“ wie Ehebruch,....

Werte Herren beenden sie einmal religiöse Missstände in ihren Ländern, bevor man wegen einer demokratischen Volksbefragung zu geifern beginnt, nur wegen ein paar Türmchen.

jo eh
01

ich denke, im grunde sind sich einige herren von der OIC dieser schieflage und der bigotterie ihrer empörung durchaus bewusst.

trotzdem steht eben hinter diesen forderungen an die schweiz weniger ein streben nach gerechtigkeit (wo man ja auch mal bei sich selbst anfangen und msl. frauen zb die gleichen rechte gewähren müsste), sondern eine art religiöser na.tionalismus, ein pan.isl.misches wirgefühl und auch superioritätsdenken.
letzteres zeigt sich nach dem motto: was mslimen an "unrecht" passiert (egal, ob es sich um lappalien wie architektonische details bei ansonsten vollkommener religionsfreiheit im westen oder um wirklich massive diskriminierung handelt) ist bedeutender, als wenn selbiges nichtmslimen (in OIC-staaten) passiert.

Mormoloc
04
Könnte man denen sagen, daß es schwer ist, Dhimmitum zu verlangen, solange die Muslime nicht die Mehrheit stellen?

p c2
03
"Die Regierung hätte diese Initiative jedoch niemals zulassen dürfen."

nur weiter so.

je mehr versucht wird den volkswillen zu unterdrücken, desto grösser wird der widerstand. (auch dort wo das volk gar nie über sachthemen gefragt bzw. entscheiden kann, wie etwa in den eu staaten)

andererseits, man könnte auch kurz und klar antworten. - piss off!

Felix Meritis
06

Ich würde mir wirklich wünschen, dass westliche Regierungen auf diese Zumutungen entschiedener und klarer antworten würden. Dadurch, dass man zu dieser Art Kritik aus Verbrecherstaaten stets schweigt und demütig den Kopf senkt, sieht es für manch Unbedarften (oft hier in den Foren zu lesen) tatsächlich so aus als wären diese im Recht. Man sollte viel mehr über die systematische Aggressionspolitik gegen Christen und Juden in diesen Ländern berichten und auch von offizieller Seite mehr Druck machen.

Shadow
05
was soll das eigentlich?

wer religionsfreiheit will muss diese erst einmal im eigenen land schaffen. es kann doch nicht angehen das hier eine demokratische entscheidung, die NICHTS an der religionsfreiheit ändert von diktaturen kritisiert wird deren verständnis von toleranz bestenfalls unterentwickelt ist.

natürlich überzeugt das argument der demokratischen willensbildung eine diktatur nicht. was soll man da lange erklären?

an kog
09

solche Forderungen muss man nicht einmal ignorieren. So lange bei dieser Konferenz Saudi Arabien (!), der Iran oder der Sudan dabei ist, ist das einfach nur Bigotterie in Reinkultur.

jo eh
01

oder somalia

jo eh
010
vielleicht sollte die schweiz im gegenzug drauf bestehen

dass endlich grundlegende menschenrechte für frauen und schwle in einigen OIC-staaten eingeführt und "maßnahmen zum schutz der frauen, schwu len und andersreligiösen minderheiten" getroffen werden.

schließlich betrifft das auch "alle frauen, schwulen und minderheiten" in der welt.
frauenentrechtung und homo phobie stehen noch viel mehr im "widerspruch zu internationalem recht".

die bigotterie der OIC ist nicht zum aushalten.

dhunter
101

ach und in Europa ist diesbezüglich alles Eitel Wonne usw. solltest dich mal besser informieren.

Adams, 42 Adams
00
27.3.2010, 15:18

a bissl zuviel erwischt?

Mormoloc
13
Nein, es ist in Europa nicht eitel Wonne. Wo aber steht in Europa auf Schwulsein die Todesstrafe?

Wo werden Frauen für Abfall vom welchem Glauben auch immer mit lebenslanger Haft bedroht? Wo droht Männer fürs Apostatendasein der Galgen?

Wo in Europa? Naaa?

jo eh
213
heuchler

mal bei einigen OIC-staaten anfangen, die religionsfreiheit nicht mal buchstabieren können - zb bei s. arabien, in dem christentum und j.dentum verboten sind und selbst der besitz der bibel strafrechtlich geahndet wird.

Fritz Wunderlich
214

hehe, ich erwarte mir von den islamischen staaten die trennung von staat und religion, die einführung von bürgerrechten und demokratie, minderheitenschutz, meinungs-, versammlungsfreiheit, .......
hoppla, zuviel verlangt, wegen meines mangelnden differenzierens zwischen kulturen, des mangelnden verständnisses für religionen, und überhaupt

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