Der Anwalt Mickey Haller hat eine Auszeit genommen
Nach einer Schussverletzung schmerzmittelabhängig geworden, hat er gerade erst seinen Entzug überstanden, als er die Kanzlei und die Klienten eines Anwaltskumpels erbt. Vincent ist erschossen worden, und Haller muss sich schleunigst in die Fälle des ermordeten Kollegen einarbeiten. Einer der Aufträge scheint richtig lukrativ und medienwirksam zu werden. Mickey soll den Filmmogul Walter Eliot verteidigen, der angeklagt ist, die Ehefrau und ihren Liebhaber erschossen zu haben. Das Motiv wäre nachvollziehbar: Wut über den Betrug und der Ehevertrag, der der Frau die Hälfte des beträchtlichen Vermögens zugesprochen hätte.
Aber der großkotzige Elliot behauptet, unschuldig zu sein, was für seinen neuen Anwalt Mickey zunächst von sekundärer Bedeutung zu sein hat. Autor Michael Connelly bewegt sich wieder im vertrauten Biotop Los Angeles, und sein markanter Serienheld Harry (Hieronymus) Bosch ist zunächst nur Nebenfigur und Kontrahent Mickeys. Detective Bosch will alles, was Mickey über den Mordfall weiß, auch wissen, doch Mickey beruft sich hartnäckig auf seine Verschwiegenheitspflicht. Connelly entwickelt ein trickreiches Pingpong-Spiel, das den Leser gekonnt über die Eigenheiten des amerikanischen Justizsystems informiert. (Ingeborg Sperl, ALBUM - DER STANDARD/Printausgabe, 06./07.03.2010)
Michael Connelly, "So wahr uns Gott helfe" . Deutsch:Sepp Leeb. € 20,60 / 512 Seiten. Heyne, München 2010
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