Heftigster Ausbruch der Gewalt seit Jugendunruhen von 2008
Athen - In Athen ist es am Freitag zu schweren
Zusammenstößen vor dem Parlament gekommen. Beobachter sprachen vom
heftigsten Ausbruch der Gewalt seit den Jugendunruhen von 2008. Damit
gerät die griechische Regierung nicht nur finanziell, sondern auch
innenpolitisch unter wachsenden Druck. Eine Kundgebung der
Gewerkschaften vor dem Parlamentsgebäude mit mehr als 7.000
Demonstranten geriet am Freitag völlig außer Kontrolle.
Der Gewerkschaftschef Yiannis Panagopoulos wurde während seiner
Rede von maskierten Jugendlichen angegriffen und nach einer heftigen
Rangelei blutend in Sicherheit gebracht. Außerdem bewarfen die
Jugendlichen Polizisten und Wachsoldaten mit Steinen. Die Polizei
setzte Tränengas und Blendgranaten ein. Später griffen die Maskierten
auch Bereitschaftspolizisten im Gebäude des Staatsrats an, des
höchsten Verwaltungsgerichts. Außerdem versuchten sie, in das
Arbeitsministerium einzudringen.
Streiks
Aus Protest gegen die Sparpolitik der Regierung wurden am Freitag
der öffentliche Nahverkehr, Schulen und Krankenhäuser bestreikt. Als
Vorsitzender des Gewerkschaftsverbands GSEE sagte Panagopoulos: "Wir
müssen einen langen und effektiven Kampf führen. Die Maßnahmen sind
einseitig und sozial ungerecht."
Unterdessen verabschiedete das griechische Parlament ein Gesetz
zur Umsetzung des umstrittenen Sparpakets der Regierung in einem
Umfang von insgesamt 4,8 Milliarden Euro. (APA/apn)