Pupillenreflexe lassen Entscheidungen vorausahnen

7. März 2010, 17:44
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Neurophysiker: "Wer eine Entscheidung trifft, verrät sich durch die Erweiterung seiner Pupillen"

Marburg - Wissenschaftern aus Deutschland, Australien und den USA ist es nach eigenen Angaben durch exakte Augenbeobachtung gelungen, Entscheidungen von Menschen vorherzusagen (wobei das "vorher" einen ziemlich kleinen Zeitraum umfasst ...). Wie die Marburger Philipps-Universität am Freitag berichtete, konnten die Forscher durch reflexhafte Veränderungen der Pupille vorhersagen, ob und gegebenenfalls auch welche Entscheidung Testpersonen treffen würden.

"Wer eine Entscheidung trifft, verrät sich durch die Erweiterung seiner Pupillen", sagte der Marburger Neurophysiker Wolfgang Einhäuser-Treyer. Durch die Pupillenreflexe könnten Gehirnvorgänge ähnlich exakt vorhergesagt werden wie durch weit aufwändigere Untersuchungen eines menschlichen Gehirns in einem Kernspintomographen. Die Wissenschafter hätten in einer Versuchsreihe exakt vorhersagen können, wann eine Testperson etwa einen Schalter betätige.

Der Augenreflex habe auch deutlich signalisiert, für welche Zahl aus einer Nummernfolge sich ein Proband entscheide. Denn auch hier habe die Pupille auffällig reagiert, wenn die Testperson eine bestimmte Zahl ins Auge gefasst habe. Die Neurowissenschaftler erklären den Pupillenreflex als Reaktion auf die Ausschüttung des Hormons Noradrenalin im Körper. Noradrenalin steht in Zusammenhang mit Entscheidungsprozessen und Gedächtnisleistungen im Gehirn. (APA/apn/red)

  • Indem man die Pupillenausdehnung misst, lassen sich bevorstehende Entscheidungen voraussagen.
    foto: philipps-universität marburg/ag neurophysik

    Indem man die Pupillenausdehnung misst, lassen sich bevorstehende Entscheidungen voraussagen.

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