Was Juristen auch können sollten

05. März 2010 18:31
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    Foto: DBJ

    Thomas Brandstätter, Inge Tiefenbacher, Stefan Artner, Brigitte Schaden, Susanne Hochwarter und Georg Blumauer

Sind Juristen auch Projektmanager oder "nur" Experten? Dorda Brugger Jordis Rechtsanwälte und die Wiener Jus-Alumni luden zur Diskussion über Berufsbild und Anforderungen an Juristen

"Juristen meinen, sie könnten ohnehin alles, auch komplexe Projekte managen" , stellt Brigitte Schaden, Vorstandsvorsitzende von Projektmanagement Austria (pma), zu Beginn fest. "Allerdings überschätzen sie sich oft, denn während ihrer ganzen juristischen Ausbildung gibt kein einziges Fach, das ihnen Einblick ins Projektmanagement gewährt. In der Praxis werden aber in allen Branchen, Funktionen und Hierarchiestufen diese Kompetenzen immer mehr gefordert."

Dass Juristen nicht unbedingt im Projektmanagement zu Hause sind, belegt eine 2009 in Österreich, Deutschland und der Schweiz durchgeführte Karriere- und Gehaltsstudie von ProjektmanagerInnen des Instituts für Marktanalyse und Umfrageforschung (IMU). Ihr zufolge verfügen zwar 73,5 Prozent der Projektmanager über eine akademische Ausbildung, allerdings haben nur 0,6 Prozent davon Jus studiert.

Das Ergebnis erstaunt Georg Blumauer, Head of Legal and M&A der Soravia Service GmbH, nicht: "Der Weg, den Juristen in der Regel einschlagen, ist nicht darauf ausgelegt, Projektmanager zu werden. Die meisten von ihnen landen in der Anwaltschaft oder in einem Unternehmen. Das heißt aber nicht, dass sie dort nicht auch mit Projektmanagement zu tun haben."

Ähnlich sieht das auch Susanne Hochwarter, sie ist Geschäftsführerin des Beratungsunternehmens Lawyers & More: "Unlängst sind wir von einer großen Wirtschaftskanzlei beauftragt worden, einen Senior Legal Advisor zu suchen, der nicht als Anwalt, sondern als Projektmanager angestellt werden sollte. Unser Auftraggeber hat erkannt, dass für sein Großprojekt im CEE-Raum ein eigener Ansprechpartner und Koordinator gebraucht wird. Er soll ausschließlich mit dem Projekt beschäftigt sein, es nicht nur nebenher betreuen." Bewerber habe es viele - auch hoch qualifizierte - gegeben, sagt Hochwarter.

Nicht wenige Kandidaten hatten sich in ihrem Bekanntenkreis zu rechtfertigen, weshalb man sich als ausgebildeter Anwalt für "so etwas" hergebe.

Inhalt oder bloß Bezeichnung

Aus Sicht von Stefan Artner, Partner bei Dorda Brugger Jordis, ist Projektmanagement heute ein wichtiger Teil anwaltlicher Tätigkeit, bei grenzüberschreitenden Causen müsse man immer unterschiedliche Persönlichkeiten und Kulturen koordinieren können. Social Skills seien dabei unverzichtbar.

Auch Thomas Brandstätter hat als Senior Legal Counsel bei Magna International Europe laufend mit der Abwicklung von Großprojekten zu tun: "Das ist als Inhouse-Counsel quasi meine Hauptaufgabe. Trotzdem ist es mir kein Bedürfnis, mich Projektmanager zu nennen. Mein Eindruck ist, dass sich gerade Berufe, die inhaltlich unklar sind, spannende Bezeichnungen geben müssen."

Unter diesen Umständen sei es auch besser, sich nicht Projektmanager zu nennen, kontert Schaden, nicht jede Aufgabe sei gleich ein Projekt. Es handle sich hierbei um hochkomplexe Aufgabestellungen, die man in einer definierten Zeit und mit genauen Kostenvorgaben realisieren müsse: "Dazu gibt es Projektmanagementmethoden. Ich glaube, niemandem würde es schaden, auch den Juristen nicht, sie zu erlernen." (Judith Hecht, DER STANDARD, Printausgabe, 6./7.3.2010)

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13 Postings
EuroExpert
17.03.2010 20:14
was soll das

kommt doch drauf an für welche projekt. ihn ihrem fachbereich sind anwälte sicher auch projektmanager. beim managen von internationalen grossprojekten woe z.b im bau schauts dann doch gleich wieder ganz anders aus, da werden anwälte als claim manager eingesetzt, nicht aber als project manager.

Londo Mollari
 
07.03.2010 19:01
potztausend ! ich habe gehört, biologen und sinologen sind da auch nicht so firm...

und bitte was soll das sein, "ein projekt" ? da ist vom einkauszentrum über die kreuzfahrt-flotte oder einen uni-campus alles dabei. das kann niemand alles, schon gar nicht (noch so sympathische) großkanzleien mit 25jährigen absolventen.

01052004
07.03.2010 16:53
den projektmanager???

den macht man bei humboldt...

hans wurst
 
07.03.2010 21:47
Erwin Wolfram
07.03.2010 15:00

Uebersetzung/Was Juristen koennen sollten?

Hochdeutsch, im Buch nachschlagen, eine tragfaehige Rechtsauskunft geben, Ausreden warum sie bei 3fachem Gehalt nur 1/3 arbeiten koennen hinanhalten, die eigene Schuld von den Straftaten der Anderen abziehen, Rechtssuchende nicht auslachen, Rechtsverletzung als Chance fuer einen Tratsch mit Kaffee, Straftaten in 4 Augen Gespraechen hinanhalten: alles das ist nicht gegeben, daher leben wir in einem nationalsozialöistischen Terrorstaat - So Nicht!

Sherlock85
07.03.2010 18:15

Was hast du denn genommen?

Schon an der Einführungsprüfung gescheitert? :-)

Sophist1
06.03.2010 18:09
Wegen fehlender Juristen in Österreich musste für das Photo.....

...auch ein Bild des Deutschen Verfassungsgerichtes benötigt.

Sherlock85
06.03.2010 22:46

Ja, hab ich mir auch gedacht ... Peinlich!

Wolfgang Lederbauer1
06.03.2010 17:38
Juristen und Management komplexer Projekte. Geforderte Kompetenzen. Hochkomplexe Aufgabestellungen.

Juristen mit Methoden des Projektmanagements vertraut zu machen ist sicher verdienstvoll und notwendig. Dies gilt alledings nicht nur für Juristen, die als Rechtsanwälte tätig sind, sondern auch für alle weiteren Funktionen im Bereich der Justiz ( Staatsanwälte, Richter, Verwaltungsjuristen )

Wir plädieren übrigens für eine neue Funktion im Bereich des Rechtswesens: Der " Anwalt für Menschenrechte", der komplexe Fälle vorbereitet und die Verfahren begleitet.

Ein Beispiel aus der Praxis:

Eine Staatshaftungsklage wegen "legislativen Unrechts" infolge der Nichtumsetzung einer Entscheidung des UN Menschenrechtsausschusses wurde von Experten als chancenlos bezeichnet.

http://so-for-humanity.com2000.at SFH-0316, SFH-1001 etc.

Katze Konstantine
07.03.2010 20:28
Für so eine Klage

ist chancenlos ein Hilfsausdruck. Da hilft auch ein Anwalt für Menschenrechte nicht weiter...

Wolfgang Lederbauer1
07.03.2010 21:19
Für so eine Klage ist chancenlos ein Hilfsausdruck.

Das haben schon viele Juristen gesagt, auch massgebliche Juristen im Justizausschuss des österreichischen Parlaments.

Renommierte Experten sagen ganz eindeutig, dass " legislatives Unrecht " dann gegeben ist, wenn internationale Verträge in Österreich durch Ausführungsgesetze nicht umgesetzt werden.

Ich lade Sie gerne ein, den weiteren minutiös dokumentierten Verlauf auf der website

http://so-for-humanity.com2000.at

zu verfolgen.


Das wird ein viel beachtetes Meisterstück in der österreichischen Rechtsgeschichte.

Davon werden alle Bürger und Bürgerinnen in Österreich profitieren.

Arthur D Little
 
06.03.2010 12:43
ziemliche "no na ned" Aussagen

Projektmanagement ist keine rocket science wie so manch zertifizierte Projektmanager tun. Es war lange Zeit auch nicht unbedingt im Kernprogramm eines BWL Studiums.

alte frau
05.03.2010 22:51

ziemlich wirrer und unnötiger artikel.

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