Der von Monaco eingereichte Antrag wurde abgelehnt
Doha - Für den Blauflossen-Tunfisch wird es auch künftig kein
Handelsverbot geben. Das beschloss die Konferenz des Washingtoner
Artenschutzabkommens (CITES) am Donnerstag in Doha. Dem von Monaco eingereichten
Antrag, den Handel ohne Wenn und Aber zu verbieten, widersetzten sich unter anderem Japan und Kanada. Unterstützt wurde das
Handelsverbot von den USA, Norwegen und Kenia. Auch ein EU-Kompromissvorschlag, den Handel nur zu verbieten, falls der Verband der Fischereiindustrie die Überfischung auch künftig nicht
verhindern sollte, wurde mit 72 zu 43 Stimmen abgelehnt.
TierschützerInnen äußerten sich enttäuscht. "Kommerzielle Interessen der
Fischerei-Industrie haben wieder einmal über den Schutz der Meerestiere
gesiegt", sagte eine Sprecherin der Organisation Pro Wildlife. "Die teuerste Fischart der Welt ist den massiven Profit-Interessen der EU und Japans zum Opfer gefallen. Die letzte Chance, den Roten Tun im Mittelmeer vor dem kommerziellen Aussterben zu retten, wurde verpasst", kommentierte Greenpeace-Meeresexpertin Antje Helms.
Hohe Preise
Der Blauflossen-Tunfisch, auch Roter Tun genannt, wird vor allem nach Japan
exportiert, wo sein dunkelrotes Fleisch begehrter Bestandteil von Sushi ist - und dementsprechende Preise erzielt: Fischhändler zahlen teilweise mehr als 100.000 Euro für ein großes
Exemplar dieses Tunfischs, den sie größtenteils aus den EU-Staaten erhalten. Ein Beispiel: Ein 230 Kilogramm schwerer Blauflossen-Tunfisch hatte bei einer Auktion am Tokioter Fischmarkt
Tsukiji im Jänner einen Verkaufspreis von 121.000 Euro erzielt.
Stark dezimierte Bestände
Die
Bestände sind wegen Überfischung stark dezimiert. Wie im Herbst berichtet, erfüllt die Tunfischart die Kriterien
für ein internationales Handelsverbot durch das Washingtoner
Artenschutzabkommen. Eine Analyse der aktuellen Bestandsgröße
des Blauflossen-Tunfischs im Atlantik und im Mittelmeer war zu
erschreckenden Ergebnissen gekommen: Den Forscher-Schätzungen
zufolge ist der Bestand der fortpflanzungsfähigen Tiere auf unter 15
Prozent des Ursprungsbestandes gesunken. Ein kompletter Fangstopp sei
das einzige Mittel, um eine Erholung der Bestände zu gewährleisten.
"Weil diese Fische so selten geworden sind, fängt man jetzt Jungtiere und
päppelt sie bis zum Verkauf auf", erklärte Gerhard Adams, der stellvertretende
Delegationsleiter des Bundesumweltministeriums bei der Konferenz. "Das Votum der
Vertragsstaaten ist eine Schande und setzt den König der Meere dem Untergang
aus", sagt Karoline Schacht, Fischereiexpertin der Umweltschutzorganisation WWF. (APA/apn/red)