Handelsverbot für Blauflossen-Tunfisch gescheitert

18. März 2010, 15:56
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    foto: ap/koji sasahara

    Die Nachfrage nach Tunfisch steigt und steigt ... der Bestand in den Weltmeeren nimmt ab.

Der von Monaco eingereichte Antrag wurde abgelehnt

Doha - Für den Blauflossen-Tunfisch wird es auch künftig kein Handelsverbot geben. Das beschloss die Konferenz des Washingtoner Artenschutzabkommens (CITES) am Donnerstag in Doha. Dem von Monaco eingereichten Antrag, den Handel ohne Wenn und Aber zu verbieten, widersetzten sich unter anderem Japan und Kanada. Unterstützt wurde das Handelsverbot von den USA, Norwegen und Kenia. Auch ein EU-Kompromissvorschlag, den Handel nur zu verbieten, falls der Verband der Fischereiindustrie die Überfischung auch künftig nicht verhindern sollte, wurde mit 72 zu 43 Stimmen abgelehnt.

TierschützerInnen äußerten sich enttäuscht. "Kommerzielle Interessen der Fischerei-Industrie haben wieder einmal über den Schutz der Meerestiere gesiegt", sagte eine Sprecherin der Organisation Pro Wildlife. "Die teuerste Fischart der Welt ist den massiven Profit-Interessen der EU und Japans zum Opfer gefallen. Die letzte Chance, den Roten Tun im Mittelmeer vor dem kommerziellen Aussterben zu retten, wurde verpasst", kommentierte Greenpeace-Meeresexpertin Antje Helms.

Hohe Preise

Der Blauflossen-Tunfisch, auch Roter Tun genannt, wird vor allem nach Japan exportiert, wo sein dunkelrotes Fleisch begehrter Bestandteil von Sushi ist - und dementsprechende Preise erzielt: Fischhändler zahlen teilweise mehr als 100.000 Euro für ein großes Exemplar dieses Tunfischs, den sie größtenteils aus den EU-Staaten erhalten. Ein Beispiel: Ein 230 Kilogramm schwerer Blauflossen-Tunfisch hatte bei einer Auktion am Tokioter Fischmarkt Tsukiji im Jänner einen Verkaufspreis von 121.000 Euro erzielt.

Stark dezimierte Bestände

Die Bestände sind wegen Überfischung stark dezimiert. Wie im Herbst berichtet, erfüllt die Tunfischart die Kriterien für ein internationales Handelsverbot durch das Washingtoner Artenschutzabkommen. Eine Analyse der aktuellen Bestandsgröße des Blauflossen-Tunfischs im Atlantik und im Mittelmeer war zu erschreckenden Ergebnissen gekommen: Den Forscher-Schätzungen zufolge ist der Bestand der fortpflanzungsfähigen Tiere auf unter 15 Prozent des Ursprungsbestandes gesunken. Ein kompletter Fangstopp sei das einzige Mittel, um eine Erholung der Bestände zu gewährleisten.

"Weil diese Fische so selten geworden sind, fängt man jetzt Jungtiere und päppelt sie bis zum Verkauf auf", erklärte Gerhard Adams, der stellvertretende Delegationsleiter des Bundesumweltministeriums bei der Konferenz. "Das Votum der Vertragsstaaten ist eine Schande und setzt den König der Meere dem Untergang aus", sagt Karoline Schacht, Fischereiexpertin der Umweltschutzorganisation WWF. (APA/apn/red)


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CITES

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    Posting 1 bis 25 von 125
    1 2 3
    werwolfi
    00
    21.3.2010, 04:11
    peinlich und dumm...

    checken die japaner et al. eigentlich, dass ein fangverbot jetzt dazu führen würde, dass sie in ein paar jahren in vernünftigen grenzen wieder roten tun bekommen würden, so aber in absehbarer zeit endgültig und unwiderruflich auf den fisch verzichten werden müssen?

    oder kurz gesagt - *wie* blöd kann man eigentlich sein?!?

    Zenon
    00
    23.3.2010, 13:16

    Naja. Jeglicher Kompromiss wurde anscheinend allseitig abgelehnt.

    Die Erfahrung Zeigt, dass ein Fangverbot nicht einfach gelockert wird, wenn sich eine Population erholt hat. Das sogenannte Walfang"moratorium" sollte auch nur ein erholen der Bestände ermöglichen, ein Ende ist aber auch für einzelne Arten nicht in Sicht. (Währenddessen betreiben sog. indigene Völker unbehelligt Jagd auf gefährdete Walarten.)

    Mathias
     
    00
    24.3.2010, 13:28
    Währenddessen betreiben sog. indigene Völker unbehelligt Jagd auf gefährdete Walarten

    Wobei diese indigenen Völker das seit Jahrtausenden schon so machen, und bisher noch nie die Walpopulation an den Rand der Ausrottung brachten!

    Erst mit Beginn des industriellen Walfanges seit dem 19. Jahrhundert hat die Bedrohung der Wale begonnen. Genauso verhält es sich mit dem Fischfang.

    Indigene Völker jagen nach ihrem tatsächlichen Bedarf. Nur die Industrie fischt die Meere leer!

    hast1
    00
    20.3.2010, 19:16
    ""Weil diese Fische so selten geworden sind, fängt man jetzt Jungtiere und päppelt sie bis zum Verkauf auf""

    so viel ich weis, werden diese thunfische mit riesigen netzen schwärmeweise aus dem meer geholt.

    altersgrenzen gab und gibt es nicht.

    Günther Hase
     
    00
    19.3.2010, 20:45
    Lebe wohl

    roter Thun.

    Gewissenhaft
    00
    19.3.2010, 15:11
    Ja, dann gilt es von nun ab, Firmen, die mit......

    Blauflossenthunfisch handeln und deren Produkte schonungslos zu boykottieren. Ich frage mich, wozu es solche Konferenzen gibt, wenn das Resultat den Artenschutz mit Füßen tritt.

    Adam Markus
    14
    19.3.2010, 14:26

    Ich frage mich eigentlich schon seit längerem wie unglaublich dumm die Menschen sind.

    Für kurzfristige Kapitalinteressen wird wieder einmal eine Tierart geopfert. Das es bald keine Thunfische mehr gibt kann ich als wenig Fisch- esser und Binnenlandbewohner verkraften, wie es aber zu dessen Aussterben kommt nicht.

    Wissentlich wird eine Tierart ausgerottet um EIN Jahr lang Gewinn machen zu können. Wenn das Ökosystem dann kollabiert werde ich an diesen Tag zurückdenken.

    wurzen sepp
     
    00
    19.3.2010, 13:31
    was issen das für eine

    "artenschutzkonferenz"???

    und bei der nächsten kinderschutzkonferenz wird festgestellt, dass das ausgreifen für die buben eh ein segen ist?

    gabs da auch ein argument, warum man dagegen war?

    Lukas Chen
    60
    19.3.2010, 13:54
    Ein Argument dagegen

    Weil viele Leute leben von Tunfischfangen, besonders die arme Laender in Europa, wie Tuerkei, Monaco, usw. Die Fischer werden ihre Arbeit und Einkommen verlieren.

    deelight
    00
    22.3.2010, 17:10
    war das ernst gemeint?


    ...japan und kanada haben sicherlich aufgrund der kleinen fischer veto eingelegt - war ja schon immer so, dass für die kleinsten gekämpft wird!

    und nicht für großkonzerne, wirtschaftsmagnate (und schön viel schmiergeld für die regierungen), die kurzfristig horrende gewinnspannen einfahren, alles dem erdboden gleichmachen und dann zum nächsten schauplatz wandern, um dort dasselbe zu tun.

    Heuschrecken, nichts als Heuschrecken!

    erbärmlich und wirklich sehr sehr sehr traurig...

    Luk91
    02
    21.3.2010, 13:40

    sorry aber Monaco is bei gott kein armes land.
    die können das verkraften.

    werwolfi
    01
    21.3.2010, 04:12

    und wie lange leben sie dann noch davon, wenn der fisch endgültig verschwunden ist, du dolm?

    yomellamo
    00
    19.3.2010, 14:55

    klein-fischer gehen nicht auf thun los.

    Die kleinen fischer sind uebrigens im vergleich zu den grossen fischfabriken auf see kein grosses problem in sachen umwelt/ fischbestand usw.

    sterngucker
     
    03
    19.3.2010, 14:38
    Ja, sie werden Arbeit und Einkommen verlieren,

    sobald der Thunfisch ausgestorben ist. Dann aber für immer.

    Adam Markus
    02
    19.3.2010, 14:27

    Es ging nie um das Verbot von Kleinfischern, nur um das Verbot von großen kommerziellen Fangschiffen. Wenn die Fische aussterben (vermutlich 1012) werden die kleinfischer auch nichts davon haben.

    Mirstetta Toni
    12
    19.3.2010, 13:11
    Unfassbar!

    einfach unfassbar was hier passiert. im jahr 2010 wird eine spezies zur ausrottung freigegeben.

    aereo
    02
    19.3.2010, 12:59

    Ich wär gern Kulturoptimist, aber oft geht das beim besten Willen nicht.

    zaikoh
    01
    19.3.2010, 11:31

    also die laichgebiete sind in europa bzw. mittelmeer - da sollte sich doch mit echtem willen auch gegen die interessen der japaner handeln lassen ? oder will niemand wirklich ?

    Adam Markus
    00
    19.3.2010, 14:28

    Du kannst nicht einfach ein Meer schießen, außerden fangen die Europäer ja fleißig mit.

    Jah Miroguay
    04
    19.3.2010, 11:54
    niemand will wirklich!

    erst wenn der letzte baum gefällt, der letzte fisch gefangen...


    ivoryhunters
    00
    19.3.2010, 11:06
    kurzfristige profitinteressen

    ich glaube nicht, dass sich der blauflossenthunfisch wirklich ausrotten lässt. Lange vorher ist die jagd danach unrentabel geworden.

    es ist dennoch kurzsichtig und dumm.
    denn das einzige was man davon hat ist, dass der bestand jahrzehnte statt jahre zur erholung braucht.

    fisch wie viele andere lebensmittel auch, werden die inflationstreiber der nahen zukunft sein. eine massive überbevölkerung sowie ein massiver raubbau wird zu nichts anderem als radikaler verteuerung von nahrungsmittel führen. und daran werden neben klein- und mittelverdienern auch familien und nicht zuletzt entwicklungsländer massivst leiden.

    kann sich noch wer an die thunfischpreise vor 20 jahren erinnern? das war ein billiger fisch.

    Herr Störfischer
    00
    19.3.2010, 14:49
    kein Verständnis

    Wenn die Preise steigen, verdienen die Erzeuger mehr und der Wohlstand steigt.

    yomellamo
    02
    19.3.2010, 11:30

    die jagd auf den blauflossenthun wird sicher nicht unrentabel.

    ein einziges exemplar bringt 100 000 Euro auf der fischboerse in tokio. Je weniger es von diesen fischen gibt, desto hoeher steigen die preise. Der letzte Thun wird dann fuer ein paar millionen ueber den ladentisch gehen.

    Erst dann wirds unrentabel...

    Pro Freistaat Kärnten!
     
    03
    19.3.2010, 10:12
    Offenbar ist die Säge

    mit der am Ast gesägt wird, auf dem die Menschheit sitzt, einigen nicht stark genug....

    velvet80
    01
    19.3.2010, 10:03

    wieso ist die Menschheit
    eigentlich so saud*mm?

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