Umfrage

Nachtschicht und Überstunden machen krank

5. März 2010, 13:28
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    foto: apa/heribert proepper

    Nur rund zwölf Prozent der 7.000 Befragten gaben an, nie Überstunden zu machen.

Kreuzschmerzen und Schlafprobleme sind häufige Folgen von Mehr- und Nachtarbeit - Zeitdruck und Hitze belasten am meisten

Wien - Durchschnittlich 18,4 Tage pro Jahr gehen Beschäftigte in Produktionsbetrieben arbeiten, obwohl sie sich krank fühlen: Das ergab eine am Freitag in Wien präsentierte Umfrage des IFES-Instituts im Auftrag der Produktionsgewerkschaft (Pro-Ge). Nur rund zwölf Prozent der 7.000 Befragten gaben an, nie Überstunden zu machen; rund ein Drittel arbeitet zumindest gelegentlich nachts. "Nachtschicht und häufige Überstunden machen aber krank", so Georg Michenthaler von IFES. Besonders klagten die Betroffenen über Probleme mit dem Bewegungs- und Stützapparat.

Die durchschnittliche Arbeitszeit in den Produktionsbetrieben beträgt 40 Stunden, "zwei Stunden mehr als die vereinbarte Zeit", so Michenthaler. "Knapp jeder fünfte macht häufig Überstunden." Knapp drei Viertel der Befragten leisten zumindest gelegentlich Samstags- und rund vier von zehn Sonntagsarbeit. Tatsächlich in Krankenstand gehen die Umfrageteilnehmer nur an durchschnittlich acht Tagen pro Jahr.

Zeitdruck belastet

Die Belastungen, die aus häufigen Überstunden und Nachtarbeit resultieren, führt Zeitdruck an: 22 Prozent der Umfrageteilnehmer erklärten, durch Zeitdruck stark und 28 Prozent eher belastet zu sein; nur sechs Prozent fühlen sich durch Zeitdruck gar nicht belastet. Durch enge und nicht einhaltbare Zeitvorgaben fühlen sich zwölf Prozent stark und 16 Prozent eher belastet; 19 Prozent gar nicht.

Die Liste der störenden Umweltfaktoren wird von Hitze angeführt: 29 Prozent fühlen sich dadurch stark, 23 Prozent eher schon und zwölf Prozent gar nicht belastet. Lärm steht an zweiter Stelle (18 Prozent stark, 20 Prozent eher belastet, 17 Prozent gar nicht), gefolgt von Zugluft (14 Prozent stark, 15 Prozent eher, 23 Prozent gar nicht).

Von Kreuzschmerz bis Bluthochdruck

Die gesundheitlichen Beschwerden reichen von Kreuzschmerzen bis zum Bluthochdruck: So treten Rückenschmerzen bei 86 Prozent der Befragten selten bis sehr oft auf - die Zahl nimmt bei häufiger Nachtarbeit um zwei Prozentpunkte zu bzw. um einen Prozentpunkt bei häufigen Überstunden. Bei den psychischen Folgen stehen Schlafprobleme an erster Stelle: Bei 64 Prozent treten diese zumindest selten auf: Bei häufiger Nachtarbeit erhöht sich die Zahl um 13 Prozentpunkte; bei häufigen Überstunden zumindest um fünf Prozentpunkte.

Die Pro-Ge startete im November 2008 die Kampagne "Gesund in die Arbeit, gesund von der Arbeit": Damit will man bei Arbeitgebern und -nehmern ein Bewusstsein für Gesundheit am Arbeitsplatz schaffen. Die Umfrage wurde im Zuge der Kampagne im Vorjahr durchgeführt: Rund 7.000 Menschen in 112 österreichweiten, gewerkschaftlich organisierten Produktionsbetrieben wurden befragt; etwa acht von zehn Teilnehmern waren Männer. (APA)

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Angelika70
00
27.4.2010, 12:37

Tja, 20 Jahre Schicht- und Wechseldienst mit unregelmäßigen Tag- und Nachtdiensten und mit 43 Jahren den ersten Herzinfarkt.

Jetzt mit einer normalen 40-Stunden-Woche gehts meinem Mann wieder gut.

Knieriem
00
13.3.2010, 16:02
Nachtschicht und Überstunden machen krank?

Das ist eh klar, aber irgendwer muß die Arbeit machen, oder? Man kann leider nicht um 20 Uhr den Rollbalken z.B. im Krankenhaus herunterlassen. Gewährt man ausreichende Ruhezeiten, dann wirddas System wieder zu teuer. Bei Überstunden sehe ich persönlich keine so große Gesundheitsgefährdung, weil man ja sozusagen mit Geld belohnt wird. Hier ist das leistungsfeindliche österreichische Steuersystem m.E. gesundheitsgefährdender!

Laran Wish
00
Nachtarbeit erhöht Krebsrisiko

Diese Information vermisse ich im Artikel.

Siehe z.B: http://www.spiegel.de/wissensch... 98,00.html

Kahuna
00
"Nachtschicht und Überstunden machen krank"

Arbeit ist generell ungesund und sollte vermieden werden.

Seria
00

von einer 40 Stunden Woche kann ein Mgr nur träumen, kriegt aber auch entsprechend bezahlt

Halb Elf
10

wer regt sich über 40std / woche auf? votrallem wenn viele mitarbeiter davon 10 std im internet surfen oder sonstiges privat machen
krank.. abe beginnt ja schon in der schule.. dort wird man nur noch mündlich beurteilt .. durchfallen lassen verboten..

und dannheisst gleich leistungsdruck.. ich kenn einige die sich einruhig leben machen und desweegen ins burn-out geraten

Darius Minor
81
Ein typischer Selbststaendiger hat die 40-Stunden-Woche

zwei mal in sieben Tagen. Rund 52 mal jaehrlich.

Was soll die Raunzerei von Menschen mit bezahltem Urlaub ....? 8-P

xv22
01

Dann solltest du deine Zeitplanung optimieren und die Effizienz erhöhen

Darius Minor
00
Meine Effizienz

wird durch "in bestimmten Kreisen" nur zu gerne tolerierte Urheberrechtsverletzungen in ihrem Wert massiv geschmaelert.

xv22
00
10.3.2010, 04:59

Die Rahmen- und Umweltbedingungen macht man sich eben nicht selbst. Die Frage ist - nützt man sie oder arbeitet man dagegen? Nichtraunzerzone!

Apfelkern
10

Selber schuld. Da habe ich liebe ne 25 Stunden Woche und dafür weniger Geld. Ich verzichte gerne auf einen SUV, großen Flatscreen,... dafür lache ich jedesmal wenn ich klettern bin, mich am Nachmittag mit FreundInnen treffe,...... herzhaft über euch!

Halb Elf
00

mit 25 std kann man sich wohl kaum den erhalt einer familie leisten

Die Zeit ist reif
00
Und wenn es der von Ihnen beschriebene Selbstständige nicht in einer gewissen Zeit schafft

sich von der selbst gewählten 80Std. Wo. zu
verabschieden liegt er wesentlich früher auf der
Matte. Leider haben aber solche Workaholics auch
Vorbildcharakter für junge Menschen und wenn
sie den erfolgreichen Unternehmer in der Luxus-
karosse teuren Anzug, oder sonstigen unsinnigen
Oberflächlichkeiten, sehen wollen sie es auch
"schaffen". Wir kenne jeder wahrscheinlich genug
Jägerlatein dieser Branche, das ist mein Haus, mein
Krokodil etc. etc.. Niemand schreibt und er-
zählt über die Opfer wie Schulden, Familie,
Gesundheit usw.. Wir arbeiten heute nur mehr im
Team und jeder hat so genug Freizeit und Erholungs-
freiräume. Auftraggeber welche der alten
Schule angehören werden nicht genommen. Erfolg
muss nicht immer viel Arbeit beteuten.

Darius Minor
00
Wer spricht von Luxus?!?

Der einzige Luxus, den sich sog. "kleine" Selbstaendige leisten, ist, nicht von der Unternehmerleistung anderer zu profitieren.

Grammelschmalzbrot
00
Sucht er sich selber aus und vielleicht freut es ihn ja?



;-)

nachtwesen
03
chronobiologie

die erkenntnisse der chronobiologie werden hierbei leider überhaupt nicht berücksichtigt.

vom extremen frühaufsteher bis zum totalen nachtwesen, gibt es alle varianten. wer ständig gegen seinen persönlichen natürlichen rhythmus lebt wird krank. da dieser offensichtlich genetisch bedingt ist, ist es praktisch auch unmöglich den eigenen rhythmus an den job anzupassen.

daraus folgt: man sollte seinen job so wählen, dass er dem natürlichem rhythmus entspricht oder zumindest entgegenkommt.

Lazy Sisyphos
03
sowas in der richtung...

..wollte ich auch gerade schreiben.

Ich arbeite fast ausschließlich nachts, und atme sogar noch!

unregelmäßig zwar, aber das wird eher daran liegen das ich raucher bin.

nodiesop
00
40 Std. hab ich Standardmäßig auch

und dann kommen noch die Überstunden dazu...

berni berni1
00

Bei mir ist das auch so. Und das ganze in Verbindung mit Nachtdiensten und - nicht selten - 14 Std. Schichten.
Dafür kann ich mir halt auch einiges leisten, das war nicht immer so, man muss sich seine Kräfte einfach gut einteilen.

Bolschewik
13

habe 20 jahre kurzwechselschicht gearbeitet, das heisst während sieben tage jeweils zwei tage früh, dann zwei tage spät und drei tage nacht dann zwei tage frei und mit frühschicht wieder beginnend, dieses modell ist sehr anspruchsvoll ermöglichte mir aber einen zweitjob sowie noch eine kleine landwirtschaft mit dem erfolg einer überdurchschnittlichen steuerlast, der arbeitende wird für seine leistung bestraft

sociovation
011
Schlage vor, dass auf Gehaltsabrechnungen

in Zukunft folgender Aufdruck steht:
"Überstunden können zu einem langsamen und qualvollen Tod führen."

Majakowski
03

Vor allem in den Gesundheitsberufen ist dies schon länger bekannt.
Es gibt mehrere Studien die bei Ärzten und Pflegepersonal eine erhöhte Sterblichkeit durch Schichtdienste festgestellt haben, außerdem steigt das Herzinfarktrisiko bei Männern und das Brustkrebsrisiko bei Frauen um mehr als 50% an.
Und (s. unten), ja, es stimmt, wer nur Nachtschicht arbeitet ist bei weitem nicht so belastet wie in der Wechselschicht.

tinkerbell.ae
00
und was sagt die studie

für das restliche personal in den gesundheitsberufen?

Reinhold Loecker
02
Warnung des Gesundheitsministers:

Jegliche Arbeit ist ungesund und kann Ihnen oder Ihren Mitmenschen schweren Schaden zufügen!

Stelio Cotugno
 
03
Nachtschicht und Überstunden machen krank

"Zeitdruck und Hitze belasten am meisten."

Wer hätte sich das gedacht !? Das ist wohl auch der Grund warum in der Gastronomie so gut bezahlt wird ! ;-)

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