Bolognas Mythen und Fakten

"Employability" statt Orchideenstudium?

8. März 2010, 17:01
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    foto: montage derstandard.at

    Verfassungsjurist und Universitätsrechts-Experte Berka beantwortet Ihre Fragen zum Bologna-Prozess - Posten Sie sie unter diesem Artikel!

Universitätsrechts-Experte Walter Berka diskutierte am Dienstag über Fakten und Mythen zum Bolognaprozess

Zwei der Ziele des Bologna-Prozesses sind die Herstellung von internationaler Wettbewerbsfähigkeit und von Beschäftigungsfähigkeit oder beruflicher Relevanz (für den englischen Begriff employability). Macht Bologna die Unis stärker? Welche Veränderungen ergeben sich für Studierende? Was zählen Sie alles zur "beruflichen Relevanz"? Und wie sehr sollte diese im Vordergrund stehen?

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Posting 1 bis 25 von 69
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Zorn
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13.3.2010, 14:02
Welche Jobs

bekommt man mit einem Bachelorabschluss in einem technischen oder naturwissenschaftlichen Studium?
Habe diese Frage auf einer Berufsinformationsmesse an mehrere Firmenvertreter gerichtet und keine positive Antwort bekommen.
Also: Was ist der Bachelor auf dem Arbeitsmarkt wert? Ist die Employability vielleicht doch nur ein Hype?

European2
 
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11.3.2010, 18:04
In vielen Staaten AUSSAERHSLB der EU (insbes. den Mittelmeeranrainerstaaten)


werden Hochschulstudien nach französischen, britischen oder US-Richtlinie angeboten und die Studienabschlüsse in den jeweiligen europäischen Staaten bzw. in den USA auch anerkannt.

Wie sieht also die Zukunft für die Anerkennung derartiger Diplome konkret in Österreich aus ?


StV Germanistik Salzburg
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…wissenschaften den Nährboden.
Wir halten es für eine wichtige Aufgabe der Universitäten und der Politik, die Bedeutung und Notwendigkeit auch dieser Wissenschaften zu verdeutlichen und zu fördern. Die Verantwortung in einer Gesellschaft kann nicht allein bei jenen liegen, die den Interessen der Wirtschaft dienen.

StV Germanistik Salzburg
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Rehabilitierung der Geisteswissenschaften

Sehr geehrter Prof. Berka,

welche Möglichkeiten sehen Sie, den Geisteswissenschaften innerhalb des politischen Diskurses zu ihrem Recht zu verhelfen?
Derzeit entsteht der Eindruck, dass sich Bildungspolitik – auch im Zusammenhang mit Bologna – ausschließlich auf Natur- und Wirtschaftswissenschaften konzentriert und demgemäß Gesetze und Verordnungen auch nur darauf zugeschnitten sind. Eine entsprechende neoliberale Haltung scheint auch aus den Texten zu Bologna hervorzugehen, was dazu führt, dass die Nützlichkeit eines Studiums nur mehr daran gemessen wird, in wie weit die darüber erworbenen Kompetenzen (von Wissen scheint nur mehr selten die Rede zu sein) für die Wirtschaft nutzbar gemacht werden können. Diese Haltung entzieht den Geistes…

Dr. Walter Berka
 
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Die Geisteswissenschaften müssen sich beharrlich und immer wieder "zu Wort melden": Damit meine ich nicht die gelegentliche Weinerlichkeit, mit der manche Vertreter dieser Disziplinen ihre Marginalisierung beklagen. Vielmehr müssen die Geistes- und Kulturwissenschaften ihre tatsächliche Unentbehrlichkeit darlegen und durch Leistungen belegen. Dazu gehört auch, dass man sich manchen Anforderungen des heutigen Wissenschaftsbetriebs nicht vornehm verweigert, etwa im Zusammenhang mit dem Einwerben von Projektmitteln, der öffentlichen Präsentation von Forschungsergebnissen oder bei der Bewertung von Forschungsleistungen. Auch in den Geisteswissenschaften gibt es gute und schlechte Forschung, sind entsprechende Organisationsformen für die Arbeit in Projektteams zu finden, sind die Herausforderungen der Interdisziplinarität aufzugreifen usw. Der moderne Wissenschaftsbetrieb bringt manche Unsinnigkeiten mit sich und man muss nicht alles mitmachen. Aber mitunter hat man den Eindruck, dass es den Geisteswissenschaften ganz gut tun würde, sich selbstbewusster zu präsentieren und die von manchen selbst gewählte Isolierung zu überwinden.

StV Germanistik Salzburg
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Dem stimmen wir durchaus zu. Der Rückzug in den Elfenbeinturm ist keine Lösung!
Da die Errungenschaften der Geisteswissenschaften aber selten kurzfristige Ergebnisse produzieren, die dem Einzelnen von eben solchem Interesse sind, wie bspw. jene aus der Informationstechnologie, ist eine „Bewerbung“ der eigenen Disziplinen von Seiten der Wissenschaft unserer Ansicht nach leider nicht breitenwirksam genug. Welche Möglichkeiten sehen Sie, aktiv „Lobbying“ bei Medien und Politik zu betreiben?

Dr. Walter Berka
 
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Wenn man sich zB die Konjunktur der Islamwissenschaften ansieht, relativiert sich ihre Aussage ein wenig. Aber sicherlich sind es Einzelfälle, in denen eine Kultur- oder Geisteswissenschaften aufgrund gesellschaftlicher Entwicklungen eine so herausragende Sichtbarkeit erlangt. Ich habe kein Patentrezept für geschicktes Lobbying in Sachen Geisteswissenschaften. Was mir nur immer wieder auffällt ist der interessante Umstand, dass gerade bei den Naturwissenschaftlern - wenn sie gute Wissenschaftler sind - sehr viel Verständnis für den Wert und den Nutzen der Geisteswissenschaften und für ihre Entwicklungschancen besteht. Die Gefahr einer Orientierung an kurzfristigen ökonomischen Nützlichkeitserwägungen besteht natürlich auch bei anderen Disziplinen, wie sich etwa zuletzt an der Diskussion darum gezeigt hat, ob die öffentliche Forschungsförderung sich nicht ausschließlich der angewandeten Forschung (unter Vernachlässigung der Grundlagenforschugn) zuwenden sollte.

StV Germanistik Salzburg
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Lieber Prof. Berka,
vielen Dank für Ihre ausführliche Antwort.
Wir werden unser Möglichstes tun, um an entsprechenden Stellen Hebel in Bewegung zu setzen.

StV Germanistik Salzburg
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…wissenschaften ihren Nährboden.
Wir sehen es als eine der wichtigsten Aufgaben der Universitäten und der Politik, dafür zu sorgen, dass das Verständnis für die Bedeutung und Notwendigkeit dieser Studien gefördert wird, da sich anderen Falls die Ansicht, ein Uni-Absolvent sei für die Gesellschaft nur über den Umweg der Wirtschaft von Nutzen, noch tiefer in die allgemeine Wahrnehmung eingräbt.
Die Verantwortung innerhalb einer Gesellschaft sollte aber nicht nur bei jenen liegen, die im Interesse der Wirtschaft handeln!

mineraloge
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Studienfachgröße und Arbeitsmarktchancen

Der Titel suggeriert, es gebe eine postive Korrelation zwischen der Größe eines Studienfaches und den Arbeitsmarktchancen seiner Absolventen. Haben Sie Zahlen, die belegen, dass Absolventen großer Fächer tatsächlich leichter einen Arbeitsplatz finden als diejenigen kleiner Fächer (Orchideenfächer)? Ich glaube nämlich, dass bessere Betreuungsrelationen zu höheren Lernerfolgen, höherer Sozialkompetenz und damit auch zu besseren Arbeitsmarktchancen führen.

Dr. Walter Berka
 
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Über Orchideen und ihr Blühen

Das Thema der Orchideenstudien zieht sich durch die Diskussion. Zu Recht wurde auf die guten Betreuungsrelationen aufmerksam gemacht und auch auf die Berufssituation bei diesen Studien, die man nicht über eine Kamm scheren kann. Ich möchte auf einen weiteren Aspekt hinweisen: Die Pflege jener Fächer und Disziplinen, die als Orchideenfächer oder "kleine Fächer" angesprochen werden, gehört zur Kultur einer Gesellschaft und sie trägt dazu bei, ob ein Land im internationalen Kontext als Wissenschaftsland wahrgenommen wird. Hier kann Österreich an große Traditionen anknüpfen, etwa in den Bereichen der Byzantinistik, der Orientalistik oder auch der Philosophie (um nur einige zu nennen), und in einzelnen dieser Fächer erbringen österreichische Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auch in der Gegenwart Leistungen, die weltweit wahrgenommenen werden. Anderseits gibt es auch Orchideen, die ihre Blütezeit vielleicht schon hinter sich haben. Gerade kleine Fächer sind stets in Gefahr, in eine gewisse Provizialität zu verfallen (was sich etwa bei der Berufungspolitik zeigen kann). Und auch kleine Fächer sind auf eine kritische Größe angewiesen, wenn sie leistungsfähig bleiben wollen. Österreich soll daher auf keines dieser Fächer verzichten, aber in Einzelfällen stellt sich die Frage, ob nicht doch zwischen verschiedenen Uni-Standorten ein Fächer- und Disziplinenabgleich dort in Erwägung gezogen werden soll, wo die jeweiligen Lehr- und Forschungskapazitäten unterkritisch sind.

Chr Hoc
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Gleichzeitiges Studium verschiedener Wissenschaften

Ich bin mir nicht sicher, ob dies dem Bologna-Prozess und der Bachelor-Studiumsstruktur anzukreiden ist, aber liege ich in der Annahme richtig, dass mit der Umstellung auf Bachelor-Studien der Gesamtaufwand beim Studium mehrere Studien gestiegen ist? Vielleicht liegt dies aber auch an den Studienplänen, die ja die Universitäten teilweise autonom gestalten können.

Ein Beispiel:
Beim Studieren des Diplomstudiums Philosophie gleichzeitig mit dem Diplomstudium Germanistik gab es ein gewisses Kontingent an freien Wahlfach-Stunden oder dergleichen, bei denen sich die studierende Person Fächer aus den jeweiligen Richtungen wechselseitig anrechnen konnte.

Nun mit dem Bachelor-System scheint dies nicht möglich zu sein.

120 Jahre Karl Schranz
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nachtrag:

das hat wohl wieder nichts mit bologna zu tun, sondern eher mit dem anmeldesystem.

Dr. Walter Berka
 
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Das ist in der Tat ein Problem, das an sich nicht dem Bolognaprozess, sondern der konkreten Studienplangestaltung zuzuschreiben ist.

120 Jahre Karl Schranz
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der gedanke dahinter ist der, dass sich studenten nur noch für fächer einschreiben sollen, die sie auch zu ende studieren wollen. und das macht auch einen gewissen sinn.

früher konnte ich mich für alle freien wahlfächer einschreiben, so dass es studenten mit 10 fächern auf dem studienblatt gab. dass wird durch die platzvergabe über das univis aber zum problem. wenn ich z.b. nur einen französischkurs machen wollte, habe ich romanistik inskribiert und alle punkte auf diesen einen kurs gesetzt. das benachteiligt aber alle "richtigen" romanisten, die im 1. semester neben diesem kurs noch andere proseminare o.ä. besuchen müssen, ihre punkte dementsprechend aufteilen und den platz dann nicht bekommen. und auch wenn ich es ebenfalls gerne so wie früher gemacht hätte: dass man für zwei gleichwertige abschlüsse zwei studien machen muss statt zwei 2/3-studien, finde ich nicht ungerecht.

Kantojyrsin
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Ich denke, ein nicht zu vernachlässigender Punkt an vielen Orchideenstudien ist, dass die Betreuungsrelation ausgezeichnet ist. Wenn dann noch das Klima (zwischen allen Beteiligten eines Institutes / Fachbereiches) im Wesentlichen stimmt, so erzeugt dies meines Erachtens eine sehr förderliche und anregende Atmosphäre (zumindest im Bereich der Studentenschaft, für die Professorenschaft kann ich klarerweise nicht sprechen, ich könnte mir aber vorstellen, dass es da nicht viel anders ist). Und ich denke, in diesem Punkt könnten die Orchideen als Vorbild dienen, wenn auch das Klima an einem Institut nicht so leicht zu beeinflussen oder zu "steuern" ist. Wo Menschen sind, da besteht nun mal die Gefahr, dass es menschelt.

Kantojyrsin
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Und - was ich vergessen habe zu schreiben - eine solche anregende Atmosphäre wirkt sich meiner Meinung nach letztendlich auch auf die "Employability" aus, da man neben der fachlichen Qualifikation natürlich auch Zusammenarbeit - die "soft skills" halt - lernt.

springflower
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Wenn nur mehr studiert werden darf, was der Arbeitsmarkt verlangt,

wird es bald zu einer intellektuellen Verödung kommen. Wo wäre unsere Welt heute, wenn man schon vor 500 Jahren mit diesem Unfug angefangen hätte?

jack johnson
 
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tschuidigung, dass i mi da einmisch...

Vor 500 Jahren wurde Studium bzw. Wissenschaft nur von königlichen bzw. kirchlichen Gnaden gestattet. Und man wurde auch mal verbrannt oder eingekerkert für seine Forschungen....

Und so ganz nebenbei ein STudium bzw. dessen Abschluss ist sicher keine Vorraussetzung für Intellektualität. Dieser ihrer Schluss läßt mich vermuten dass auch sie nicht an Bildung bzw. Ausbildung interessiert sind, sondern nur am Titel!

Schönen Tag!

qwertztt
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Verwertbarkeit

Also ich studiere Geschichte und schreibe gerade meine Diplomarbeit im Ausland.
Nebenbei arbeite ich in Österreich in einen kleinen Lokalmuseum. Zuständig bin ich für den historischen "Inhalt" einiger Austellungen (Präsentation wird von einem Kollegen erledigt)
Viel wichtiger als Fachwissen ist meines Erachtens das Beherrschen von Recherchen und das nötige "Handwerkszeug". Bei dem Bacholer System an unserer Uni (Graz) steht wird weder (meiner Meinung nach) allgemeines Fachwissen (keine Fachprüfungen mehr) noch das "Handwerkszeug" (wenig prüfungsimmanenten LV) genug berücksichtigt. Jetzt frage ich mich was mit diesen Studium ihrer Meinung am "Arbeitsmarkt" bezweckt werden kann.

Dr. Walter Berka
 
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Was soll ein Studium vermitteln?

Was soll ein akademisches Studium im Hinblick auf künftige Berufssituationen vermitteln? Das ist wohl auch der Hintergrund der Frage nach der "Employability" und möglicherweise der Schlüssel zur Auflösung mancher Ungereimtheiten rund um Bologna. Sicherlich gibt es keine durchwegs einheitliche Antwort, die für alle Studienrichtungen passt. Von einem angehenden Arzt erwarten wir uns anderes als von einem studierten Historiker. Aber wichtig ist meines Erachtens: Akademische Bildung oder Ausbildung hat in allen Disziplinen viel mit Qualifikationen zu tun, die über Fachwissen hinausgehen: Mit methodischer Kompetenz, der Fähigkeit zum selbständigen Wissenserwerb, Kritikfähigkeit usw. In drei Jahren erlangt man in der Regel ohnedies kein belastbare "Berufsfähigkeit" in dem Sinne, dass man den Beruf mit seinen Anforderungen schon vollständig beherrscht - aber man sollte soweit sein, diese Anforderungen in der Praxis zu erwerben. Gesichertes Fachwissen gehört sicherlich auch dazu, aber seine Bedeutung darf in einer dynamischen Wissensgesellschaft nicht überschätzt werden. Damit sind wir aber auch bei den Curricula und bei der nicht unberechtigten Kritik, dass unter kräftiger Mitwirkung der Fachvertreter in die Studienpläne vielleicht doch zu viel dogmatisches Fachwissen hineinreklamiert wurde oder wird.

el bosco
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Politik

Was halten Sie von der österreichischen Hochschulpolitik und den konkreten Ministern der letzten 10 Jahre? (Gehrer, Hahn, Karl).
Glauben Sie, dass die derzeitige Ministerin richtig an ihrem Platz ist, dass sie sozusagen "das Zeug hat" (aber auch die Ideen ("Visionen"), den Willen und die politischen Möglichkeiten) um wesentliche Verbesserungen in der Hochschulpolitik zu verwirklichen?

Dr. Walter Berka
 
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Zur Hochschulpolitik

Politische Phantasie und politischer Gestaltungswille sind in der Hochschulpolitik nicht gerade überbordend und man kann nicht übesehen, dass es auch so etwas wie eine Rhetorik der Hochschulentwicklung gibt, die sich an Schlagworten berauscht (Exzellenz oder Weltklasse waren solche Zauberworte). Das Dilemma scheint zu sein, dass eigentlich über über die "großen" Themen - die Finanzierungslücke, die Zulassungsproblematik, die Situation bei den Massenfächern - kaum wirkliche Meinungsunterschiede bestehen, zumindest bei denjenigen, die die Lage an den Universitäten kennen, dass aber die politische Umsetzung kaum gelingt. Der Protest der Studierenden hätte eigentlich Reformdruck erzeugen können, aber es war wohl auch für die Politik schwierig, in ein sachbezogenes Gespräch zu kommen.

qwertztt
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Also über die letzten....

...(erlebten) WissenschaftsministerInnen brauch ma glaub i ka Wort mehr verlieren. (Eigentlich waren diese mehr "Verwalter" und wenn "Reformen" kamen schätzte man plötzlich das "gute alte marode System")

Die "Ausgestaltung" des Universitätssektors wird "jährlich" betrieben...also nicht gerade mit Weitblick...darin liegt meines Erachtens ein Problem..

Weiters die "fehlende Autonomie" der Unis (aller Ebenen) trotz Autonomiestatus. "Planbarkeit" bzw. "Ausgetaltung" ist eher an den Unis möglich als an einer zentralen Stelle (Wiss.mini.)
Denn was hat die UNI für Autonomie wenn das Wiss.mini. die Fäden in den Händen hält (Budget, Leistungsvereinbarungen, Uni-rat etc,)

Und der öst. Grundsatz: "Uni ist Spielplatz für Parteien"...o.W.

qwertztt
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Und..

...angebotene Module wie "Betriebswirtschaftslehre und Marketing für HistorikerInnen" (nur 2 VO) machen das "Kraut ah net fett"

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Posting 1 bis 25 von 69
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