Mobilfunk-Markt trotz Preiskrieg seit Jahren stabil

5. März 2010, 11:50
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Orange und T-Mobile verlieren Kunden - Änderungen bei Rufnummern-Mitnahme angestrebt

Die vier österreichischen Mobilfunkbetreiber liefern sich seit Jahren einen beispiellosen Preiskrieg, an den Marktanteilen hat dies aber wenig geändert. In den vergangenen drei Jahren legte der Marktführer Mobilkom Austria (inkl. Bob) um vier Prozent auf 42 Prozent Marktanteil zu. Verfolger T-Mobile (inkl. tele.ring) hingegen verlor 5 Prozent und lag Ende 2009 bei 31 Prozent. Orange (inkl. Yesss!) baute leicht von 22 auf 20 Prozent Marktanteil ab. "3" steigerte sich von 4 auf 7 Prozent, geht aus den aktuellen Zahlen der Telekom-Regulierungsbehörde RTR hervor.

Übernahmekandidat wird immer wieder "3" gehandelt

Die RTR erwartet, wie die anderen Marktbeobachter auch, dass in den nächsten Jahren ein Betreiber geschluckt wird. Dass der Käufer die Mobilkom sein könnte, schloss RTR-Chef Georg Serentschy am Freitag vor Journalisten aber aus. Als Übernahmekandidat wird immer wieder "3" gehandelt, dessen Konzernmutter, die chinesische Hutchison, hat aber einen langen Atem und will von einem Verkauf nichts wissen.

Nach starken Verlusten noch Anfang des Vorjahres hat sich die Zahl der Festnetzanschlüsse mittlerweile stabilisiert. Hier haben insbesondere die Kombiangebote der Telekom gewirkt, so Serentschy. Allerdings gehen die Umsätze weiter zurück. Sie lagen im dritten Quartal 2009 bei 260 Mio. Euro, während sie drei Jahre zuvor noch 360 Mio. Euro betrugen. Auch die Umsätze im Breitband-Internet reduzierten sich, der Umsatz gab um rund 25 Mio. Euro nach.

7,1 Millionen sind GSM-SIM-Karten

Im Mobilfunk sind inzwischen ebenfalls die goldenen Zeiten vorbei. Die Umsätze gingen um rund 8 Prozent auf 831 Mio. Euro zurück, während die Gesprächsminuten um rund 40 Prozent zunahmen. Mittlerweile hat die SIM-Karten-Durchdringung 136 Prozent erreicht. 7,1 Millionen sind GSM-SIM-Karten, 4,2 Millionen Karten basieren auf der modernsten Mobilfunkgeneration UMTS.

Was überrascht: Die Zahl der SMS war zur Jahresmitte 2009 erstmals rückläufig. Lag sie im 2. Quartal 2009 noch bei 1,41 Millionen, waren es ein Quartal später 1,38 Millionen.

Geringe Nachfrage nach Rufnummernmitnahme

Ebenfalls überraschend ist die geringe Nachfrage nach der Rufnummernmitnahme bei Betreiberwechsel. Serentschy führt dies auch auf den verpflichtenden Ansagetext beim Anruf zu einer portierten Rufnummer zurück und will hier Änderungen herbeiführen. Der Text sei vorgeschrieben worden, als es preislich noch einen deutlichen Unterschied machte, ob man im eigenen oder einen fremden Handynetz telefoniert, dies habe sich aber überlebt. (APA)

 

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RTR

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