Wiener Kunsthistorikerin als "Pionierin der feministischen Kunstgeschichte" gewürdigt
Wien - Die Wiener Kunsthistorikerin Daniela Hammer-Tugendhat ist am
Freitag von Wissenschaftsministerin Beatrix Karl mit dem mit 10.000 Euro
dotierten Gabriele Possanner-Staatspreis 2009 ausgezeichnet worden. Der Preis
wird alle zwei Jahre an Personen vergeben, deren wissenschaftliche Leistungen in
Forschung und Lehre die Geschlechterdemokratie fördern.
Würdigung
Die Jury würdigte Hammer-Tugendhat als "Pionierin der feministischen
Kunstgeschichte". Sie habe "seit den 1980-er Jahren wesentlich dazu beigetragen,
dem Fach Kunstgeschichte nicht nur am Universitätsstandort Wien, sondern im
gesamten deutschsprachigen Raum ein neues, genderspezifisches Profil zu geben".
Ihre Publikationen und Forschungsarbeiten "zeichnen sich durch die für ein
kritisches feministisches Wissenschafts- und Gesellschaftsverständnis
charakteristische enge Verbindung von theoretischer Analyse und politischem
Engagement aus". Darüber hinaus habe sich ihr Engagement in einem spezifischen
Lehrangebot niedergeschlagen, das es den Studentinnen und Studenten ermöglichte,
genderspezifische Themenstellungen für Diplomarbeiten und Dissertationen zu
finden.
Förderungspreise
Die mit je 3.000 Euro dotierten Possanner-Förderungspreise gehen an die
Wiener Wirtschaftswissenschafterin Katharina Mader und die Wiener Kultur- und
Sozialanthropologin Ulrike Prattes. Mader wurde für ihre Dissertation über
"Gender Budgeting" geehrt, Prattes für ihre Diplomarbeit über "Junge Männer und
Feminismus".
Die Preise werden seit 1997 zum Gedenken an die erstmalige Verleihung eines
akademischen Grades an eine Frau durch eine österreichische Universität
vergeben. Gabriele Possanner (1860-1940) erhielt 1897 - nach nochmaliger
Ablegung zahlreicher Prüfungen - ihr an der Universität Zürich erworbenes
Doktorat der Medizin von der Uni Wien nostrifiziert. (APA)