Gabriele Possanner-Staatspreis an Hammer-Tugendhat

5. März 2010, 11:44
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Wiener Kunsthistorikerin als "Pionierin der feministischen Kunstgeschichte" gewürdigt

Wien - Die Wiener Kunsthistorikerin Daniela Hammer-Tugendhat ist am Freitag von Wissenschaftsministerin Beatrix Karl mit dem mit 10.000 Euro dotierten Gabriele Possanner-Staatspreis 2009 ausgezeichnet worden. Der Preis wird alle zwei Jahre an Personen vergeben, deren wissenschaftliche Leistungen in Forschung und Lehre die Geschlechterdemokratie fördern.

Würdigung

Die Jury würdigte Hammer-Tugendhat als "Pionierin der feministischen Kunstgeschichte". Sie habe "seit den 1980-er Jahren wesentlich dazu beigetragen, dem Fach Kunstgeschichte nicht nur am Universitätsstandort Wien, sondern im gesamten deutschsprachigen Raum ein neues, genderspezifisches Profil zu geben".

Ihre Publikationen und Forschungsarbeiten "zeichnen sich durch die für ein kritisches feministisches Wissenschafts- und Gesellschaftsverständnis charakteristische enge Verbindung von theoretischer Analyse und politischem Engagement aus". Darüber hinaus habe sich ihr Engagement in einem spezifischen Lehrangebot niedergeschlagen, das es den Studentinnen und Studenten ermöglichte, genderspezifische Themenstellungen für Diplomarbeiten und Dissertationen zu finden.

Förderungspreise

Die mit je 3.000 Euro dotierten Possanner-Förderungspreise gehen an die Wiener Wirtschaftswissenschafterin Katharina Mader und die Wiener Kultur- und Sozialanthropologin Ulrike Prattes. Mader wurde für ihre Dissertation über "Gender Budgeting" geehrt, Prattes für ihre Diplomarbeit über "Junge Männer und Feminismus".

Die Preise werden seit 1997 zum Gedenken an die erstmalige Verleihung eines akademischen Grades an eine Frau durch eine österreichische Universität vergeben. Gabriele Possanner (1860-1940) erhielt 1897 - nach nochmaliger Ablegung zahlreicher Prüfungen - ihr an der Universität Zürich erworbenes Doktorat der Medizin von der Uni Wien nostrifiziert. (APA)

  • V.l.n.r.: Katharina Mader, Daniela Hammer-Tugendhat, Wissenschaftsministerin Beatrix Karl und Ulrike 
Prattes
    foto: petra spiola

    V.l.n.r.: Katharina Mader, Daniela Hammer-Tugendhat, Wissenschaftsministerin Beatrix Karl und Ulrike Prattes

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