Missbrauchsskandal

Deutsche Kirche: Schläge, Missbrauch und Kinderpornos

5. März 2010, 17:42

Auch bei weltberühmten Regensburger Domspatzen soll es Missbrauch gegeben haben

Hamburg - Im Skandal um das bayerische Kloster Ettal werden immer neue Vorwürfe und größere Opferzahlen bekannt. Dem externen Ermittler Thomas Pfister liegen inzwischen Hinweise auf rund 100 Betroffene vor. Zu den Vorwürfen zählen brutale Schläge, Missbrauch und Kinderpornos. Ein Klostermitglied gestand, Kinderpornos aus dem Internet heruntergeladen und früher Fotos halbnackter Schüler ins Internet gestellt zu haben. Am Donnerstag war bekanntgeworden, dass es auch bei den weltberühmten Regensburger Domspatzen in früheren Jahrzehnten Fälle von Missbrauch gegeben haben soll.

"Wir wollen das transparent untersuchen", sagte der Sprecher des Bistums Regensburg. Das Bistum werde eine Kommission einrichten, die alte Akten und Archive durchgehen soll. Dem Bistum lägen Hinweise auf Fälle zwischen den Jahren 1958 und 1973 vor. Die Regensburger Domspatzen, die weltweit auftreten, haben in Regensburg ein eigenes Musikgymnasium und Internat. Bis 1963 war Theobald Schrems Domkapellmeister, von 1964 bis 1994 leitete der Bruder von Papst Benedikt XVI., Georg Ratzinger, die Domspatzen. 

Erschütternde Berichte von Ettl-Absolventen

Der Großteil der Vorwürfe beziehe sich auf Schläge und andere Bestrafungen im Klosterinternat, sagte der Ermittler. Es habe früher deutlich mehr als zehn Patres gegeben, die systematisch geprügelt hätten. Die Mehrzahl habe zwar nicht selbst zugeschlagen, durch ihr systematisches Schweigen hätten sie den anderen aber einen rechtsfreien Raum für ihre Vergehen geschaffen, kritisierte Pfister.

"Es herrschte damals der absolute Terror", schreibt ein Schüler über seine Ettaler Jahre zwischen 1960 und 1969. "Pater G. suchte sich gezielt immer die Schwachen aus", schildert er die Vorliebe des Ordensgeistlichen für Schläge, die besonders kleine Kinder treffen sollten. Ein Schüler teilt mit, er sei von einem Pater so lange mit einem Bambusstock geschlagen worden, bis er auf die Krankenstation des Internats kam.

Ein weiterer Schüler beschreibt die besonders brutale Art des Haareziehens eines Paters in den 1980er Jahren. "Er nahm uns an den Koteletten, drehte sie und riss sie nach oben. Das verursachte extreme Schmerzen." Reihenbestrafungen waren an der Tagesordnung, wie der Sonderermittler berichtet. Ein anderer "Altettaler" erinnert sich an einen Pater aus den USA, der als Soldat vom Koreakrieg traumatisiert gewesen sein und als besonders brutaler Schläger bekanntgewesen sein soll.

"Brutal körperlich misshandelt"

Der Cellerar des Klosters - eine Art Verwaltungsleiter - Pater Johannes Bauer, räumte auf der Pressekonferenz ein, selbst in den 1980er Jahren Kinder "brutal körperlich misshandelt" zu haben. Er habe Kinder mit der Hand, aber auch mit einem Bügel verprügelt. Bauer bat um Vergebung, einen Rücktritt lehnte er aber ab. Seine Aufgaben hätten seit langem nichts mehr mit Kindern zu tun.

Neuer Vorwurf: Auch Mönche missbraucht

Möglicherweise wurden im Kloster Ettal nicht nur Schüler zu Opfern. Pfister sagte, er sei seit kurzem mit einem ehemaligen Klostermitglied in Verbindung, der den Vorwurf erhebe, als Mönch in Ettal von Mitbrüdern missbraucht worden zu sein.

Da die allermeisten Fälle lange zurückliegen - Pfister sprach von einer Zäsur im Jahr 1990 - ist vieles verjährt. Derzeit ermittle die Staatsanwaltschaft in drei Fällen, sagte er. Dabei gehe es um einen Fall aus dem Jahr 2005, bei dem aber noch unklar sei, ob sich der Vorwurf des sexuellen Missbrauchs erhärte. Daneben nannte Pfister die Kinderpornografie, und einen Fall von Körperverletzung aus dem Jahr 2009. Dabei soll ein früher für Prügel bekannter Lehrer zwei jungen Schülern Kopfnüsse gegeben haben und einem von ihnen auf den Zeh getreten sein.

Im Zusammenhang mit diesem Fall kam es in der Pressekonferenz zum Eklat: Der kommissarische Schulleiter meldete sich zu Wort und sagte, die Kopfnüsse seien nur leicht und mehr zum Spaß gewesen. Pfister widersprach ihm entschieden und warf ihm Vertuschung vor. Der Sonderermittler betonte, er habe selbst mit den Kindern gesprochen, und diese hätten ihm gesagt, dass die Schläge sehr wehgetan hätten. (APA)

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chaoslilly1
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Missbrauch, Übergriffe,... darf alles nicht verjähren, niemals!

Gerhard Schwarz
 
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Alle Berichte und Sachverhaltsdarstellungen weisen auf das Bestehen einer kriminellen Vereinigung hin, deren Mitglieder niemanden um "Vergebung" zu bitten, sondern sich dem Strafrichter zu stellen haben. Funktionäre und Handlanger dieses Ausbeutungsvereines maßen sich bis heute an, außerhalb des Gesetzes zu stehen. Mitgliedschaft und Unterstützung dieses Unterdrückungskonstrukts ist schlichtweg Handlangertum und Begünstigung.

Quargelbrot
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Frage mich,

warum es diesen widerlichen Verein überhaupt noch braucht in heutigen Zeiten. *schüttel*

cbrzeasu
01
so ist das leider,

wenn sich die u.a. durch unterdrückte Sexualität aufgestaute Aggressivität ihren Lauf bahnt, und das ist natürlich nicht nur bei der Kirche so, Gewalt gegen Hilflose gibts überall, unterdrückte Sexualität auch, Aggressivität wo man hinschaut, und die Opfer solch perverser Psychohygiene immer die Schwachen und Hilflosen

Hans Vogel
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Warum

haben die Kinder nichts den Eltern erzählt?
In einem Waisenhaus ist es etwas anders.
Oder haben die Eltern, wie Meine gemeint, man muss halt streng sein, sonst lernen die Kinder nichts.

vheissu
01

Wegen Scham, Schuldgefühlen?

ittonips
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die "erziehungsmethoden" (ohne sexuellen mißbrauch) erinnern mich frappant an jene meiner schulzeit in den 60-er jahren in einer österreichischen haupschule! der unterrichtsminister muß sich nicht dafür entschuldigen .. . .oder sollte er?

Clarissa Goldsmithprawndown
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"Bauer bat um Vergebung, einen Rücktritt lehnte er aber ab."

Aja.
Er vergab sich sozusagen nichts und bat halt mal um Vergebung. Sein weiteres Vorgehen scheint interessanterweise von der (noch nicht erfolgten?) Reaktion auf seine "Vergebungsbitte" (Copyright Hans Hermann Groer) nicht sehr stark abzuhängen.
Ut in omnia glorificemur ... *hüstl*

Karl Hubert Triernpurg
00
wenn der bruder des papst sagt, er hat....


....nicts davon mitbekommen, dann glaub ich ihm das. ich selbst kann nix schlechtes über die katholische kirche sagen - war über 8 jahre ministrant und bin kein einziges mal vergewaltigt worden.

Heinz Anderle
 
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Silentium (lat. Schweigen),...

... Kriminalroman des Schriftstellers Wolf Haas um den Privatdetektiv Simon Brenner, von Wolfgang Murnberger als Kinoproduktion verfilmt und von Götz Fritsch als Hörspiel für den österreichischen Rundfunk bearbeitet. Die katholisch-barocke Tradition Salzburgs, unter die sich auch die staatliche Gewalt fügt, kommt darin besonders zur Geltung.

(Aus: Lexikon österreichischer Zustände, in Vorbereitung)

Dr. Heinz Anderle, Freigeist

Phantom91
 
02

die Kirche ist einfach nur noch grauslich.

Gluck
02

Langsam wirkt der Sade nicht mehr so weltfremd in seinen Texten...

Vergilius Horatius
11
so, wenn sich jetzt bitte alle melden würden,

die in ihrer schulischen erziehung nach dem krieg geschlagen wurden, eine kopfnuss bekommen haben, ... , und recht auf schadenersatz anmelden würden, wäre die frau unterrichtsministerin in ordentlicher not. verlogene gesellschaft, nenn ich das!

Chris Quast
01

da ist wohl ein bissal was dran. aber glaubst nicht, dass es in von der kirche verwalteten lehrinstitutionen, heimen, etc. verhäuft vorkommt/kam. und die sexuelle missbrauchskomponente stärker ist ?

würde mich interessieren.

Peterk K
00
Es geht ja nicht um "glauben", sondern um Fakten

und ob dies so war, könnten nur jene sagen, die in der gleichen Zeit in Schulen verschiedener Schulträger waren. Ich war in keiner kirchlichen Schule und bekam aber trotzdem eine ordentliche Tracht Prügel. Ohrfeigen, Kopfnüsse oder Haare ziehen waren ohnehin nichts Besonderes.

Chris Quast
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deine lehrer müssen die kinder aus dem weißen band gewesen sein.

und bist du irgendwie geschädigt ?? ist vielleicht blöde, zu persönliche frage, aber zumindest die gesunde watsche war doch bis in die 70iger teil der ehrziehung.

und ob die heute 40+ wirklich um so viel hiniger im schädl sind wie es die heute 15 jährigen in 25 jahren sein werden ?!

Grillparzer
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Auch bei den weltberühmten ...

... Wiener Sängerknaben soll so manches pädophile Liedchen gesummt wurden sein.

DDr.Klugscheisser
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Es gibt einige Lehren daraus zu ziehen

1) meine Kinder sind in der Kirche stärker gefährdet als auf dem Spielplatz nach Sonnenuntergang.

2) die Kirche, vor allem die katholische (siehe auch Österreich, Irland und Portugal) empfindet die Misshandlung und den Missbrauch von Kindern und Jugendlichen immer noch als Kavaliersdelikt. Sie vertuscht und unterstützt damit in unserer Mitte die Verübung von Straftaten. Straftaten der übelsten Sorte.

3) Menschen (Männern) die eigene Sexualität zu verbieten, ihnen den Kontakt zu Frauen (oder Männern, wenns Spass macht) zu verbieten ist eine strunzdumme Vorgehensweise.

4) Diese Organisation (Kirche) und ihre Protagonisten benötigen dringend eine Therapie.

Ebenso jeder Trottel, der immernoch meint "ach die Armen, habens nicht so gemeint"

Preger
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Zum kotzen!!

Wann werden diese Herren endlich eingesperrt und psychiatriert, Ihre Haeuser (=Kirchen) geschliffen und der Verein aufgeloest??!!

Preger, Teilzeitkuenstler/In

Die dritte Seite der Medaille
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die Kirchen schleifen wäre schade. Man könne Bibliotheken, Theater oder Hotels reinbauen. Oder Discos. Oder nen Swingerclub.

Preger
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OK, ueberredet.

Kirchen umwidmen!! Und zwar sofort!!!

fred h
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korrektur zu vorher....

soll heißen:evangelisches jugendwohnheim wien 17 (braungasse)

nina yankow
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jaja, leichte kopfnüsse "zum spaß" darf ein pater/priester (zB der pfarrer, bei dem mein freund ministriert hat) schon austeilen.

schon komisch, dass unsere im vergleich zu früher doch eher "gottlose" gesellschaft in bezug auf gewalt in der erziehung die "besseren" (und dadurch, dass es sogar gesetzlich verankert ist, auch die strengeren) ethischen werte hervorgebracht hat.

Christoph Karl Steininger
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Da passt ja gut ins Bild,

daß der zuständige Bischof Marx vom zukünftigen Erfolg der Klosterschule Ettal sprach und von dem großen Vertrauen der Eltern in die Institution.

Wer bitte kann einer solchen Schule vertrauen, wer seine Kinder dorthin schicken??

Phil Phrass
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Jetzt reicht's dann aber. Was ist denn bei den Pfaffen nur los?

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