Justiz stoppt Kirchners Griff auf Zentralbank-Reserven

5. März 2010, 00:07

Präsidentin will Schulden mit Dollars tilgen

Buenos Aires - Die argentinische Justiz hat ein Dekret von Staatschefin Cristina Fernandez de Kirchner ausgesetzt, das den Zugriff auf Devisenreserven der Zentralbank zur Schuldentilgung vorsah. Bundesrichterin Claudia Rodriguez Vidal stoppte das neue Eildekret, wie das Justiz-Informationszentrum am Donnerstag in Buenos Aires mitteilte. Kirchner hatte einen Teil der Schulden des Landes mit 4,38 Milliarden Dollar (3,2 Milliarden Euro) aus Reserven der argentinischen Zentralbank begleichen wollen.

Keine Einwände hatte die Justiz gegen ein anderes Dekret Kirchners, wonach 2,18 Milliarden Dollar Devisenreserven für die Schuldentilgung bei internationalen Organisationen benutzt werden sollen. Dies sei per Gesetz erlaubt, während sich das blockierte Dekret auf Einzelschuldner bezieht.

Kirchner kündigte an, sie werde es "nicht zulassen", dass "eine Richterin die Nichtbegleichung der Schulden" anordne. Schon am Montag hatte die Präsidentin angekündigt, sie werde das nun ausgesetzte Dekret annulieren und stattdessen zwei neue Verordnungen erlassen.

Die Opposition reagierte empört auf die Dekrete. Sie will auch die Nominierung der neuen Zentralbankpräsidentin Mercedes Marco del Pont verhindern, die am Montag bereits den Transfer der insgesamt 6,5 Milliarden Dollar an das Finanzministerium veranlasst hatte.

Nachdem Kirchners Regierung am Mittwoch die absolute Mehrheit im Senat verloren hat und im Repräsentantenhaus ohnehin über keine Mehrheit verfügt, könnte die Opposition del Ponts Einsetzung erfolgreich blockieren. Kirchner hatte den früheren Zentralbankchef Martín Redrado im Streit um die Devisenreserven durch die ihr loyale del Pont ersetzt. Der Entscheidung muss der Kongress noch zustimmen. (APA)

Redwraithvienna
20
wirklich ...

da besteht eine richterin auf die einhaltung der gesetze und kirchner wird das nichtzulassen ... vermutlich ist die richterin ja eine von den briten gekaufte agentin ... sowas aber auch ...

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.