IKRK nimmt Arbeit in Bagdad mit Einschränkungen wieder auf

10. April 2003, 12:30
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Bestätigung: Kanadischer Mitarbeiter tot - Hilfsorganisation hatte Tätigkeit nach Beschuss eines Konvois am Dienstag beendet

Genf - Mitarbeiter des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) haben ihre Arbeit in Bagdad wieder aufgenommen. "Sie machen dies in beschränktem Maße, soweit es die Sicherheitslage zulässt", sagte IKRK-Sprecher Florian Westphal am Donnerstag in Genf. Nach dem Beschuss eines IKRK-Konvois am Dienstagabend hatte die Organisation sich außer Stande gesehen, weiter ihrer Arbeit in den Krankenhäusern und zur Wasserversorgung nachzugehen.

Am Mittwochabend wurde bestätigt, dass der nach der Schießerei vermisste kanadische IKRK-Delegierte tot ist. Bei dem Feuerwechsel waren zwölf weitere Menschen getötet worden. Nach Angaben einer IKRK-Sprecherin, wurde aber nicht direkt auf die beiden gekennzeichneten Fahrzeuge des IKRK gezielt.

Westphal sagte, seit dem Morgen seien wieder mehrere IKRK-Teams unterwegs. Sie wollten auch in das Krankenhaus fahren, in dem die Leichen des 48-jährigen Kanadiers und von getöteten Journalisten sind.

Wasserversorgung weiterhin kritisch

Nach wie vor sei die Wasserversorgung in Bagdad und vor allem in den mit Bombenopfern überfüllten Krankenhäusern kritisch, erklärten Vertreter verschiedener Hilfsorganisationen. Derzeit werde versucht, Wassertanks aufzufüllen und die Wasseraufbereitung in Gang zu bringen. Im Süden bei Basra gelänge es derzeit wieder, die Wassertanks zu füllen, sagte Westphal.

Das IKRK ist die einzige Organisation, die mit sechs ausländischen Vertretern seit Beginn des Krieges im Irak ist. Balthasar Staehelin, Beauftragter des IKRK für den Nahen Osten, spricht von einer "verzweifelten Situation" für viele Menschen in Bagdad. In einem Interview mit dem in Zürich erscheinenden "Tages-Anzeiger" warnte er vor allem vor dem Niedergang der öffentlichen Ordnung und vor Plünderungen. "Im Süden erleben wir den zunehmenden Zusammenbruch der öffentlichen Ordnung", sagte Staehelin. Plünderer stählen ganze Rohrleitungen und schleppten Generatoren fort. "Das rührt an den Lebensnerv der Bevölkerung", sagte der IKRK-Vertreter.(APA/dpa)

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