Hilfsorganisationen fordern sicheren Zugang zu Bedürftigen im Irak

10. April 2003, 12:27
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Angesichts der Plünderungen in Bagdad wird vor Chaos gewarnt - Vorräte der Bevölkerung verbrauchen sich schnell - Hilfsmittel reichen nicht

New York - Internationale Hilfsorganisationen haben einen sicheren Zugang zu den bedürftigen Menschen im Irak gefordert. Vertreter mehrerer Nichtregierungsorganisationen zeigten sich am Mittwoch bei einem Forum mit Mitgliedern des UNO-Sicherheitsrats in New York besorgt über die humanitäre Situation im Land. Sie warnten angesichts der Plünderungen in Bagdad vor einem Chaos.

Die Fernsehbilder sind nicht ermutigend, sagte Kathleen Hunt von der Organisation Care International. "Wir brauchen Respekt von dem internationalen Menschenrecht, wir brauchen Bewegungsfreiheit, und wir brauchen Sicherheit", betonte sie weiter. Die Organisationen begrüßten Zusicherungen des amerikanischen UNO-Botschafters John Negroponte, sichere Zufahrtswege zu schaffen. Negroponte sagte vor Journalisten, die Sicherheit im Irak werde sich in dem Maß verbessern, wie das Regime von Staatschef Saddam Hussein zerfalle. Wenn weitere alliierte Truppen einrückten, werde auch die Arbeit der Hilfsorganisationen im Irak erleichtert.

"Öl für Lebensmittel"-Programm

Der pakistanische UNO-Gesandte Munir Akram erklärte, die Nahrungsmittelvorräte vieler Familien in Irak reichten höchstens noch zwei bis drei Wochen. Probleme mit der Stromversorgung gefährdeten derzeit die Wasseraufbereitung. Nach Angaben der Vereinten Nationen sind derzeit Hilfsgüter im Wert von 720 Millionen Dollar (670 Mill. Euro) auf dem Weg in den Irak. Trotzdem seien noch Spenden in Höhe von 2,2 Milliarden Dollar (2,05 Mrd. Euro) notwendig, erklärte die UNO.

Der Sicherheitsrat autorisierte UNO-Generalsekretär Kofi Annan, noch unter dem "Öl für Lebensmittel"-Programm geschlossene Verträge im Wert von fast 16 Milliarden Dollar (14,9 Mrd. Euro) zu prüfen. Annan soll feststellen, welche Abkommen für die humanitäre Hilfe eingesetzt werden können. Nach dem Programm werden die Erlöse aus dem Verkauf von irakischem Öl für den Kauf von Lebensmitteln und Medikamenten verwendet. (APA/AP)

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