Vergabe der "italienischen Oscars"

10. April 2003, 22:44
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Großer Erfolg für "La finestra di fronte" und Regisseur Ferzan Ozpetek ("Haman", "Le fate ignoranti") bei den "Donatello-Davids"

Rom - Die Verleihung der nationalen italienischen Filmpreise, der "David di Donatello", ergab am Mittwochabend einen vollen Erfolg für den italo-türkischen Filmemacher Ferzan Ozpetek (Im deutschsprachigen Raum liefen erfolgreich "Haman - Das türkische Bad" und "Le fate ignoranti"): Sein neuestes Werk "La finestra di fronte" ("Das Fenster zur Straße") erhielt nach elf Nominierungen fünf Auszeichnungen, die für den Besten Film, für beide Hauptrollen, für die Musik (Andrea Guerra) sowie einen Spezialpreis.

Posthum erfolgte die Ehrung für Ozpeteks Hauptdarsteller, den im Jänner im Alter von 84 Jahren verstorbenen Massimo Girotti. Beste Schauspielerin wurde Giovanna Mezzogiorno (bekannt u.a. durch ihre Hauptrolle in "L'ultimo bacio"). "La finestra di fronte" erzählt von der Freundschaft eines alten, durch Kriegserlebnisse geprägten Mannes und einer modernen, durch Mehrfachbelastungen geprägten Frau.

Weitere Sieger

Bester Regisseur wurde Pupi Avati für "Il cuore altrove" ("Das Herz anderswo"), einen Regie-Spezialpreis erhielt Daniele Vicari für den "The Fast and the Furios"-Verschnitt "Velocità massima" über illegale Autorennen in Roms Vororten.

Beachtenswert die zwei Davids für Matteo Garones beeindruckenden "L'imbalsamatore" über einen "Einbalsamierer" (Bestes Drehbuch, Beste Nebenrolle für Ernesto Mahieux); es hätten aber auch mehr sein können. Unterspielt wurde etwa auch Roberta Torres Frauen-in-der-Mafia-Drama "Angela" (Hauptdarstellerin Donatella Finocchiaro war nominiert). Komplett leer ausgingen Gabriele Mucchinos (L'ultimo bacio") neunfach nominierter, starbesetzter "Ricordati di me" und der große Sieger des Festival International des Films de Femmes von Creteil, Christina Comencinis leichtfüßiges Familienpanorama "Il più bel giorno della mia vita", das schon in den Vorauswahlen liegen blieb.

Den Preis für die Produktion erhielt Domenico Procacci für "Respiro" - der von Emanuele Crialese inszenierte Film läuft unter dem Titel "Lampedusa" eben in Deutschland und Österreich regulär an. Die technischen Preise teilten sich 2003 Benignis "Pinocchio" und der Kriegsfilm "El Alamein - la linea di fuoco"

Bester ausländischer Film wurde "Der Pianist" von Roman Polanski, der seinen Preis den Kriegsopfern widmete. Ehren-Davids gingen an Gregory Peck, Isabelle Huppert und Daniel Auteuil.

Die "David di Donatello"-Preise 2003

Bester Film
"LA FINESTRA DI FRONTE" Produktion: Gianni Romoli und Tilde Corsi, Regie: Ferzan Ozpetek

Bester Regisseur
Pupi AVATI für "IL CUORE ALTROVE"

Spezialpreis für Regie
("migliore regista esordiente")
Daniele VICARI für "VELOCITÀ MASSIMA"

Bestes Drehbuch
Matteo GARRONE, Massimo GAUDIOSO, Ugo CHITI für "L'IMBALSAMATORE"

Beste Produktion
Domenico PROCACCI für "RESPIRO"

Beste Hauptdarstellerin
Giovanna MEZZOGIORNO in "LA FINESTRA DI FRONTE"

Bester Hauptdarsteller
Massimo GIROTTI in "LA FINESTRA DI FRONTE"

Beste Nebendarstellerin
Piera DEGLI ESPOSTI in "L'ORA DI RELIGIONE"

Bester Nebendarsteller
Ernesto MAHIEUX in "L'IMBALSAMATORE"

Beste Kamera
Daniele NANNUZZI für "EL ALAMEIN - LA LINEA DI FUOCO"

Beste Musik
Andrea GUERRA für "LA FINESTRA DI FRONTE"

Beste Ausstattung
Danilo DONATI für "PINOCCHIO"

Beste Kostüme
Danilo DONATI für "PINOCCHIO"

Bester Schnitt
Cecilia ZANUSO für "EL ALAMEIN - LA LINEA DI FUOCO"

Bester Dirket-Ton
Andrea Giorgio MOSER für "EL ALAMEIN - LA LINEA DI FUOCO"

Bester Kurzfilm
ex aequo "RACCONTO DI GUERRA" von Mario AMURA und "ROSSO FANGO " von Paolo AMELI

Bester nicht-italienischer Film
"IL PIANISTA/DER PIANIST" von Roman Polanski

Spezialpreis ("Premio David Schuola")
"LA FINESTRA DI FRONTE" von Ferzan Ozpetek

Ehrung für Lebenswerk
Gregory PECK

Weitere Ehrenpreise
Isabelle Huppert, Daniel Auteuil

(APA/ANSA/hcl)

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    Massimo Girotti und Giovanna Mezzogiorno in 'La finestra di fronte'

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    V.r.: Ferzan Ozpetek, die David-Statuette, Überreicherin Sophie Mareceau

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    Pupi Avati

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