Bettnässen im Kindesalter

10. April 2003, 11:56
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Nicht immer ist die Psyche die Ursache - die Krankheit heißt "Enurensis nocturna"

Wien - In Österreich sind rund 60.000 Kinder Bettnässer. Dieses Problem deutet jedoch nur in den wenigsten Fällen auf psychische Ursachen hin. Darauf wies der "Club Mondkind" (CM) am Donnerstag bei einer Pressekonferenz in Wien hin. Dennoch ergab eine von dieser Plattform von Ärzten und betroffenen Familien durchgeführte Umfrage, dass selbst 60 Prozent der Eltern Bett nässender Kinder nicht glauben, bei "Enurensis nocturna" handle es sich um eine Krankheit.

40 Prozent der Erwachsenen reagierten auf das Auftreten bei ihrem Sprössling lediglich mit Abwarten. Die Tabuisierung der Krankheit und die damit einhergehende Belastung in den Familien wird nun von CM kritisiert. "Kinder müssen sicher sein, dass ihre Krankheit keine Schande ist, Eltern müssen überzeugt werden, dass Bettnässen heilbar ist", meinte Ärztin Martina Esberger von der "Aktion zufriedener Patient", die die Umfrage mit dem CM durchgeführt hat.

Die Krankheit "Enuresis nocturna" liege dann vor, wenn ein Kind mindestens fünf Jahre alt sei, tagsüber bereits trocken ist, nachts aber mindestens zwei Mal pro Monat ins Bett macht, so der "Club Mondkind". Das notwendige antidiuretische Hormon ist bei sieben von zehn Bett nässenden Kindern nicht in ausreichendem Maße vorhanden. Es bewirke beim gesunden Kind, dass nachts weniger Harn gebildet wird als tagsüber. Kinder, deren Körper noch zu wenig von dem Botenstoff bilden, können nachts die große Harnmenge nicht halten. Dieser genetische Mangel kann in Form einer Tablette oder eines Sprays zugeführt werden. Das Medikament müsse so lange genommen werden, bis der Körper das Hormon selbst in ausreichender Menge bilde. (APA)

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