Für lebendige Flüsse in Österreich

10. April 2003, 11:08
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Riverwatch, die Kampagne des WWF, will Flüsse mit Hilfe der Bevölkerung vor Kahlschlag und Verbauungen retten

Wien - Nach zwei Monaten Riverwatch übersteigt die Anzahl der FlussbeobachterInnen die Hunderter-Grenze. Die Kampagne des WWF zum Schutz der Flüsse dient im internationalen Jahr des Wassers der Beobachtung von Veränderungen an Flüssen. Erreicht werden soll damit eines: dieses Jahr die entscheidende Wende im Wasserbau herbei zu führen.

Gerhard Vorauer ist einer davon, der Hundertste. Er beobachtete radikale Rodungsarbeiten entlang der Triesting. Unter dem Deckmantel Hochwasserschutz wurde eine „Säuberungsaktion“ der Böschungen gestartet. Ohne Vorauer würde dort kein Baum oder Strauch mehr stehen. Er brachte Gemeinde, Bauherren und Fischereiverband an einen Tisch. Das erfreuliche Resultat ist eine naturverträgliche Lösung der Rodungen: es werden nur jene Bäume und Sträucher bis zu einer Böschungshöhe von 2 Metern geschlägert. „Alles andere bleibt Gott sei Dank stehen“, freut sich Vorauer.

Kahlschlag, Verbauungen, neue Kraftwerke, um nur einige Beispiele zu nennen, zeigen, wie den Flüssen jegliche Lebendigkeit genommen wird. "Um diese Vorhaben aufzudecken, benötigen wir die Hilfe der Bevölkerung. Jeder, der sich zur Verbesserung 'seines' Flussabschnittes engagieren möchte, kann Riverwatcher werden. Mit reichlich Hintergrundmaterial ausgestattet, beobachten sie ihren Fluss und melden Verbauungen, geplante Projekte aber auch Positives wie Renaturierungen oder Vorkommen seltener Arten", so der WWF. Mit Hilfe der Umweltschutzorganisation wird versucht, Projekte zu stoppen und Renaturierungen zu initiieren. Am Jahresende soll in einer „Karte der Bedrohung“ jeder verbaute Flusskilometer, jede geplante Veränderung und auch Renaturierungen festgehalten werden. (red)

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WWF
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