Verwirrung um weitere "vermisste" Österreicher

10. April 2003, 12:15
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ORF berichtete von zusätzlichen Abgängigen in Algerien - Außenamt spricht von Missverständnis um Bergsteiger - Touristenkonvoi auf der Rückreise

Wien/Algier - Im Außenministerium konnte man Mittwoch Abend einen Bericht der ORF-TV-Nachrichten "Zeit im Bild", wonach es neben den acht in Algerien vermissten Salzburgern zwei weitere österreichische Abgängige gibt, nicht bestätigen.

Bergsteiger sind untgerwegs

Berichte vom Mittwoch über zwei weitere vermisste Österreicher seien auf ein Missverständnis zurückzuführen, so der Leiter der Sondermission. Außenamtssprecher Martin Weiss hielt dazu auf APA-Anfrage fest: es gebe zwei Österreicher, die derzeit in Algerien bergsteigen seien. Sie sollen diese Woche Freitag die Fähre nehmen. Man habe zwar keinen Kontakt mit den zwei Bergsteigern, solange sie aber "nicht überfällig" seien, könne man auch nicht von Vermissten sprechen. Man habe zwar keinen Kontakt zu den beiden Bergsteigern - doch dies sei normal.

Fähre zurück

Auch die anderen Österreicher, die nun per Konvoi auf dem Weg nach Hause sind, hatten von der ganzen Aufregung und der Sorge ihrer Verwandten und Freunde nichts mitbekommen. Diese Abenteurer, die ohne Führer unterwegs sind, bereisen Algerien schon seit Jahren. Vor Antritt ihres Trips geben sie Bescheid, dass man erst wieder nach zwei, drei Wochen etwas von ihnen hören wird.

29 Vermisste

Derzeit gelten 29 Europäer als in Algerien vermisst. Bei den betroffenen Touristen handelt es sich um acht Salzburger, 15 Deutsche, vier Schweizer, einen Niederländer und einen Schweden. Sie waren in verschiedenen Reisegruppen mit Geländewagen oder Motorrädern in der Sahara unterwegs. Von einigen gibt es seit dem 21. Februar kein Lebenszeichen. Von den Salzburgern fehlt seit ihrer Einreise von Tunesien nach Algerien am 17. März jede Spur.

Algerien: Konvoi mit Österreichern und Europäern gestartet Keinerlei Neuigkeiten bei der intensiven Suche nach Vermissten

Konvoi mit Reisenden auf der Rückreise

Jener Konvoi, der die sieben Österreicher sowie weitere Europäer aus den gefährdeten algerischen Gebieten in Sicherheit bringen soll, ist am Donnerstag, gegen 10.30 Uhr in Djanet gestartet.

Die aus mehreren Fahrzeugen bestehende Gruppe wird von starken einheimischen Kräften gesichert, berichtete der Leiter der Sondermission des Außenministeriums, Thomas Buchsbaum. Keinerlei Neuigkeiten gibt es hingegen von der Suche nach den 29 vermissten Europäern, unter ihnen acht Salzburgern.´

Route von algerischen Sicherheitskräften festgelegt

Die Route des Konvois wird von den algerischen Sicherheitskräften aktuell festgelegt. "Wir rechnen mit plus-minus fünf Tagen bis die Gruppe bei der tunesischen Grenze eintreffen wird", so der Diplomat. Von dort geht dann nämlich die Fähre nach Europa.

Cobra unbewaffnet dabei

Mit dabei ist auch einer der beiden Beamten der Sondereinheit Cobra - allerdings unbewaffnet. Er ist laut Buchsbaum für die Betreuung der sieben Österreicher im Konvoi sowie der Europäer aus vier bis fünf Nationen sowie die Aufrechterhaltung der Kommunikation zuständig.

Der Diplomat lobte besonders die "außergewöhnlich enge Zusammenarbeit" mit den algerischen Behörden, die völlig unbürokratisch und ohne formale Hindernisse ablaufe.(APA)

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    Wie jene drei von 15 vermissten Deutschen (im Bild) waren verschiedene Reisegruppen mit Geländewagen oder Motorrädern in der Sahara unterwegs - Gesucht werden acht Salzburger, 15 Deutsche, vier Schweizer, ein Niederländer und ein Schwede

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