Nach Unfall auf A1: Stillstand in ganzer Region

10. April 2003, 20:37
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Drei Tote - Auto geriet ins Schleudern - zwei Opfer überrollt - ein beteiligter Fahrer flüchtete

St. Pölten - Drei Todesopfer hat ein schwerer Verkehrsunfall auf der Westautobahn (A 1) im Bezirk St. Pölten am Donnerstag, gegen 6.00 Uhr gefordert. Im Baustellenbereich zwischen Böheimkirchen und St. Christophen war ein Pkw aus bisher ungeklärter Ursache ins Schleudern geraten, überschlug sich und kam mit dem Dach auf der Mittelleitschiene zu liegen.

Mit 120 km/h unterwegs

Zum Hergang teilte die NÖ Sicherheitsdirektion am Nachmittag weitere Details mit, die sich aus der Unfallaufnahme ergaben. Demnach handelte es sich beim Unfallfahrer um einen 44-jährigen Österreicher aus Ybbs an der Donau (Bezirk Melk). Das Fahrzeug war mit 120 km/h unterwegs gewesen - hatte also die erlaubte Höchstgeschwindigkeit nicht überschritten, bestätigte die Autobahngendarmerie Altlengbach.

Fahrzeug kam von der Spur ab

Der Mann war in Begleitung seiner Frau (45) und eines Bekannten auf dem ersten Fahrstreifen in Richtung Westen unterwegs, als er gegen 4.40 Uhr im Gemeindegebiet von Kirchstetten (Bezirk St. Pölten) nach links geriet. In der Folge schlitterte der Lenker etwa 22 Meter an der Beton-Mittelleitschiene entlang, ehe der Minivan der Marke Renault Espace in die Luft geschleudert wurde und nach weiteren 63 Metern auf der Schiene auf dem Dach - quer zur Fahrtrichtung - zum Stillstand kam.

Der Lenker des Renaults mit Melker Kennzeichen war sofort tot. Die Frau und der weitere Insasse wurden aus dem Pkw geschleudert und kamen auf dem zweiten Fahrstreifen zu liegen. Die Frau wurde dabei von zwei nachfolgenden Fahrzeugen überrollt.

Fahrererflucht

Während ein Lenker sofort stehen blieb, hielt der andere kurz an, fuhr jedoch gleich wieder weiter.

Der - fahrerflüchtige - Lenker eines roten Pkw (Marke Honda, vermutlich Accord) mit Wiener Kennzeichen überrollte die Frau ebenso wie der folgende Autofahrer. Der Fahrerflüchtige muss rechtliche Konsequenzen befürchten. Eine Ausforschung sei wahrscheinlich, so die Beamten. Sollte sich der Lenker von selbst melden - also "tätige Reue" zeigen - könne er mit Strafmilderung rechnen.

Zeuge

Das Unfallgeschehen wurde von einem bosnischen Kraftfahrer, der sich mit seinem Lkw etwa 100 Meter hinter dem verunglückten Renault befunden hatte, beobachtet. Der Staatsanwalt des Landesgerichtes St. Pölten ordnete die Beschlagnahme des Leichnams der überrollten Frau und des Fahrzeugs des Schülers an.

Sperre legte Verkehr halben Tag lahm

Dass der Verkehr durch die Sperre der wichtigsten Straßenverbindung einen halben Tag lahm gelegt wurde und dadurch Rettung sowie Feuerwehren im betroffenen Gebiet "praktisch keine Einsätze fahren konnten", zeigt für den ÖAMTC, dass man auf solche Szenarien noch immer nicht vorbereitet sei.

Die Bergungsarbeiten zogen umfangreiche Behinderungen im Morgenverkehr nach sich. Die Autobahn war in Fahrtrichtung St. Pölten mehr als drei Stunden gesperrt. Nach Angaben der ÖAMTC-Informationszentrale reichte der Stau auf der A 1 15 Kilometer zurück. Der Verkehr wurde über die B 19 umgeleitet, wo die Verkehrsteilnehmer jedoch auch nur im Schritttempo vorankamen.

In Fahrtrichtung Wien war die Überholspur gesperrt.

Zur Unfallstelle erläuterte der ÖAMTC, dass die Bauarbeiten im durch Betonleitschienen abgegrenzten Mittelbereich (Fundament für Mautstelle, Anm.) die Fahrbahnen nicht beeinträchtigen. Es bestehe in diesem Bereich keine Geschwindigkeitsbeschränkung. (APA)

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