Nach dem Fall Bagdads: Nur mehr sporadischer Widerstand

10. April 2003, 10:23
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US-Truppen stoßen auf wenige Fedajin-Kämpfer - US-Soldat von Heckenschützen getötet - Gefechte und Luftangriffe im Nordirak

Bagdad/Washington - Nach dem Fall von Bagdad konzentrieren sich die alliierten Truppen auf Widerstandsnester in der irakischen Hauptstadt und den Kampf gegen verbliebene irakische Einheiten im Norden des Landes. US-Truppen stießen in Teilen Bagdads auf sporadischen Widerstand kleinerer Gruppen von Fedajin-Kämpfern, berichtete in der Nacht zum Donnerstag der US-Nachrichtensender CNN unter Berufung auf das Pentagon in Washington.

Ein Toter durch Heckenschützen

Bei heftigen Gefechten mit regierungstreuen Einheiten in Bagdad ist am Donnerstag ein US-Marineinfanterist getötet worden, mindestens 13 weitere wurden verletzt. Anhänger von Staatschef Saddam Hussein hätten die US-Soldaten vom Nordufer des Tigris aus beschossen, sagte der US-Offizier Jeff Treiber. Um den Präsidentenpalast von Asamiyah sei Artilleriefeuer zu hören. Journalisten berichteten, die Marineinfanteristen würden seit den frühen Morgenstunden von irakischen Kämpfern aus Häusern und Autos, von Dächern herab und unter Brücken hervor beschossen.

US-Truppen durchsuchten Moschee nach Saddam

US-Marineinfanteristen haben dem britischen Sender BBC zufolge nach einem Feuergefecht eine Moschee in Bagdad durchsucht, die sie für ein mögliches Versteck von Saddam Hussein hielten. "Die Marineinfanteristen wurden angegriffen, vermutlich von Einheiten der Speziellen Republikanischen Garden, als die Sonne über dem Fluss Tigris aufging", berichtete BBC-Korrespondent David Willis am Donnerstag auf der Website des Senders. Bei dem halbstündigen Gefecht sei ein US-Soldat getötet worden. Nach der Einnahme der irakischen Hauptstadt ist das Schicksal Saddams weiterhin unklar. Die Garden gelten als äußerst loyale Elitetruppen des Präsidenten. Luftangriffe

US-Kampfflugzeuge haben heute, Donnerstag, Ziele in der irakischen Hauptstadt Bagdad westlich des Tigris angegriffen. Reuters-Korrespondent Khaled Yacoub Oweis berichtete von mehreren Explosionen im Bezirk Mansur. Dieser und andere Bezirke im Westen der Stadt seien offenbar unter der Kontrolle von arabischen Kämpfern, die keine Iraker seien. Sie hätten Straßensperren errichtet, US-Soldaten seien nicht zu sehen.

Am Vortag hatten US-Einheiten praktisch ohne Gegenwehr Stadtteile im Osten sowie das Stadtzentrum eingenommen. Das US-Militär hatte jedoch erklärt, dass es noch Widerstandsnester gebe.

Kämpfe um Kirkuk und Tikrit

Aus dem Nordirak wurden schwere Kämpfe und die heftigsten Luftangriffe seit Kriegsbeginn gemeldet. Über der Stadt Kirkuk waren nach Angaben des britischen Rundfunksenders BBC amerikanische Kampfflugzeuge im Einsatz. Auch aus Tikrit, der Heimatstadt von Saddam Hussein, wurden Luftangriffe gemeldet. (APA/dpa)

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