Ölpest in Ecuador

10. April 2003, 06:30
posten

Bruch einer Pipeline gefährdet Trinkwasserversorgung der Hauptstadt

Buenos Aires/Quito- Der Bruch einer Öl-Pipeline in Ecuador gefährdet die Trinkwasserversorgung der Hauptstadt Quito und hat schwere Schäden in besonders empfindlichen Naturschutzgebieten angerichtet. Eine noch unbekannte Menge an Erdöl sei in den Fluss Sucus-San gelangt und von dort in die Lagune von Papallacta geflossen, berichtete die Zeitung "El Comercio" am Mittwoch.

Auf der Lagune habe sich ein großer Ölteppich gebildet und die Trinkwassergewinnung sei unterbrochen worden. Die nördlichen Bezirke Quitos würden nun aus einer Notquelle versorgt, teilte die Wasserbehörde weiter mit. Nach Informationen der Umweltschutzorganisation "Rettet den Regenwald" flossen 8000 bis 10 000 Barrel Rohöl in die Umwelt. Die nationale Öl-Gesellschaft Petroecuador machte das Baukonsortium der in diesem Bereich parallel verlaufenden neuen Öl-Pipeline OCP für die Havarie verantwortlich.

Beschädigung der Schweißnaht

Der Einsatz von schweren Baumaschinen und die Verschiebung der alten Sote-Pipeline um mehrere Meter habe am Dienstag zu dem Bruch einer Schweißnaht geführt. Das OCP-Konsortium, das unter anderem von der Westdeutschen Landesbank finanziert wird, wies die Kritik zurück. Die Bauarbeiten seien in diesem Bereich schon vor einem Jahr beendet worden, berichtete die Zeitung "La Hora" unter Berufung auf einen Unternehmenssprecher.

Das Öl habe bereits schwere Schäden an der Pflanzen- und Tierwelt der Anden angerichtet, schrieb "El Comercio" weiter. Viele Bauern könnten ihr Vieh nicht mehr tränken und auch die gerade erst im Aufbau befindlichen Lachszuchtanlagen seien betroffen. Die Region gilt zudem als eine der artenreichsten Gegenden der Welt. Die Sote-Pipeline verläuft aus den Urwaldgebieten im Osten des Landes über die Anden bis zum Pazifik. Seit ihrer Inbetriebnahme in den 70er Jahren ist sie schon dutzende Male gebrochen und hat schwere Umweltschäden hinterlassen.

Umweltschützer kämpfen deshalb seit Jahren auch gegen den Bau der neuen Pipeline durch diese Region. Das verarmte Ecuador ist auf die Deviseneinnahmen aus dem Öl-Export jedoch dringend angewiesen und nimmt die Umweltrisiken in Kauf. (APA/dpa)

Share if you care.