Prozess um gescheiterten Auftragsmord: Wiener Unternehmer verurteilt

10. April 2003, 10:41
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Mordplan gegen ehemaligen Geschäftspartner - Beauftragter "Killer" wandte sich an die Polizei

Korneuburg - Mit Schuldsprüchen für die fünf Angeklagten hat am Mittwoch am Landesgericht Korneuburg der zweitägige Prozess um einen Auftragsmord geendet. Der Wiener Unternehmer Gerhard R. (46) wurde zu neun Jahren Freiheitsstrafe verurteilt, der mehrfach vorbestrafte Gabor T. (55) zu 13 Jahren. Karl S. (39) erhielt fünf Jahre, ebenso seine Ehefrau Juliana (46), Ferenc S. (33) sieben Jahre. Der Staatsanwalt gab keine Erklärung ab, die Urteile sind nicht rechtskräftig.

Geschäftsstreit

Die nach einem Krimi-Drehbuch klingende Geschichte, die vor dem Geschworenensenat unter Vorsitz von Richter Gernot Breitenberg-Zennenberg aufgerollt worden war: Gerhard R., Besitzer einer großen Tischlerei in Wien-Fünfhaus, hatte sich mit seinem langjährigen Prokuristen Franz F. (46) überworfen und ihn im März 2002 fristlos entlassen, nachdem der einstige Schulfreund im Krankenstand ein Konkurrenzunternehmen gegründet hatte. F. klagte in der Folge 67.000 Euro an nicht ausbezahltem Lohn und Abfertigung ein.

Auftrag zum Mord

Im Juni 2002 klagte R. dem befreundeten Ehepaar Karl und Juliana S. seine finanziellen Sorgen und stellte fest: "Der Mann muss weg." Er übergab der Frau Fotos und Adresse des potenziellen Opfers. Belohnung sollte das Ehepaar keine erhalten, im Verfahren kam aber zur Sprache, dass sich S. bei einem von R. beabsichtigten Firmenverkauf geschäftliche Vorteile versprach.

Kontakte zur Unterwelt

Karl S. beauftragte die Zufallsbekanntschaft Gabor T. (55), der mit seinen Kontakten zur Unterwelt prahlte, Franz F. beseitigen zu lassen. T. kassierte eine Anzahlung von 4.500 Euro und heuerte im November 2002 in Bruck an der Leitha den Rumänen Lucian M. (35) als Killer an. Dieser wandte sich jedoch an die Gendarmerie, worauf Kriminalbeamte Telefone abhörten und über den Mordplan auf dem Laufenden waren. Weiters besorgte Gabor T. über den Ungarn Ferenc S., mit dem er auch das Wohnhaus des Mordopfers auskundschaftete, eine Waffe. (APA)

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