Rumsfeld: Müssen Saddam finden und noch einiges erledigen

9. April 2003, 20:47
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Szenen in Bagdad mit Fall der Berliner Mauer verglichen

Washington - Die USA haben trotz des praktischen Zusammenbruchs des Saddam-Regimes im Irak nach den Worten von Verteidigungsminister Donald Rumsfeld noch vieles zu erledigen. So müssten Saddam Hussein und seine Söhne gefunden werden, sagte Rumsfeld am Mittwoch in Washington.

Der Pentagon-Chef räumte ein, dass die USA hinsichtlich des Schicksals von Saddam Hussein weiter im Dunkeln tappen. Es sei sehr schwer, eine einzelne Person ausfindig zu machen - "ob sie lebt, sich nicht in einem guten Zustand befindet oder ob sie tot unter Trümmern liegt", sagte Rumsfeld. Er wisse nicht, was mit Saddam geschehen sei, fuhr der Verteidigungsminister fort. Tatsache sei aber, dass er "nicht auftritt und nicht aktiv ist". Das bedeute, dass er entweder tot oder körperlich beeinträchtigt sei oder "sich in einem Tunnel duckt". Auf jeden Fall könnten die Iraker sicher sein: "Er wird nicht zurückkommen."

Kämpfe werden noch eine Weile anhalten

Rumsfeld lobte nach der Einnahme des Zentrums von Bagdad die Truppen seines Landes und bekräftigte, dass noch mit weiteren Kämpfen zu rechnen sei. "Es ist keine Frage, dass schwierige und sehr gefährliche Tage vor (den Soldaten) liegen und dass die Kämpfe noch eine gewisse Zeit lang anhalten werden", sagte er.

Zudem sei es wichtig, die nördlichen Ölfelder zu sichern. Und es müssten Massenvernichtungswaffen gefunden und die Wege aufgedeckt werden, die es Bagdad ermöglichten, sie zu entwickeln. Rumsfeld erklärte, die Iraker, die die Amerikaner dabei unterstützten, würden belohnt.

"Dies ist ein sehr guter Tag"

Der Verteidigungsminister äußerte sich erfreut und erleichtert über den Fall Bagdads. "Dies ist ein sehr guter Tag". Angesichts der Jubelszenen in der irakischen Hauptstadt fühle er sich an den Fall der Berliner Mauer erinnert. Saddam habe nun einen "rechtmäßigen Platz" neben Hitler, Stalin und anderen Diktatoren eingenommen.

Wie zuvor andere US-Regierungsvertreter warnte auch Rumsfeld, dass der Krieg noch nicht vorbei sei. Es lägen noch viele Herausforderungen und mögliche Gefahren vor den alliierten Streitkräften, die ihre Aufgabe bisher auf eine "spektakulär" gute Weise erfüllt hätten.

Rumsfeld verglich die Szenen jubelnder Iraker in Bagdad mit dem Fall der Berliner Mauer. Die Bilder feiernder Iraker, die auf US-Panzern mitführen und Statuen des Staatschefs Saddam Hussein niederrissen, seien "atemberaubend". Im Irak habe sich "das Blatt gewendet". Der bisherigen Regierung sei ein schwerer Schlag versetzt worden. (APA/dpa)

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