Clown- und Kasperlpläne für den Prater

9. April 2003, 19:24
posten

Ideen für den Wiener Prater präsentiert - Was wirklich realisiert werden kann, ist unklar - letzte Rennsaison in der Freudenau

Wien - Die "Ideenfindung" für den Prater ist abgeschlossen - also kann man sich langsam Gedanken machen, was wirklich in dem Areal zwischen der neuen Messe und dem Wurstelprater geschehen soll.

Am Mittwoch wurden erst einmal die "Würdigungen" jener Projekte präsentiert, die unter 75 eingereichten Vorschlägen am besten abschnitten. Allen voran "ein clowneskes Element mit Strahlwirkung": eine "Clown Town". Dazu ein "Praterkasperlkonzept". Da darf "Roncallis Kaisergarten" von Bernhard Paul nicht fehlen, auch ein "Magic Entertainment Center" nicht. Weiters ein "Pavillon des Wassers", den Gerhard Zsambok vorschlug. Und eine Skaterbahn in der Krieau, wo im Sommer auch Operette gespielt werden könnte.

Konzept

Über alldem gibt es noch ein Konzept zur "Strukturbereinigung und Projektbegleitung" von Stefan Seigner/Art Event - drei mögliche Projekte mit potenziellen Finanziers inklusive. Auch ein "dramaturgisches Basiskonzept" von Explore wurde "gewürdigt".

Wie dies alles zusammenpassen soll, darüber wolle man sich jetzt den Kopf zerbrechen, so die SP-Stadträte Grete Laska und Rudolf Schicker. Wobei nicht einmal klar ist, wer den Masterplan für das ganze Gelände erstellt. Nur ein Teilnehmer hatte einen Vorschlag für einen solchen Plan, der in neun Monaten entwickelt werden könne: Emmanuel Mongon von Imaginvest. Mit ihm solle nun über einen möglichen Auftrag verhandelt werden, so Schicker.

Laska kann sich vorstellen, dass die Praterverwaltungsgesellschaft - eine Tochter der Messe-Besitz-Gesellschaft - weiter die Koordination behält und weitere Personen zugezogen werden könnten.

Den Vorwurf, dass nun schon seit 1990 nur Ideen präsentiert werden, wollte Laska so nicht sehen: "Die U2-Verlängerung und die Neugestaltung der Messe - das ist ja nicht nichts."

Verlust in Freudenau

Zu überlegen ist jedenfalls, wie die Freudenau in die Praterpläne einbezogen werden kann. Karl Friedrich Habel, Geschäftsführer der Interrace Rennbahn Management GmbH und Privatbesitzer der traditionsreichen Galopperbahn, bestätigt zwar Gespräche mit Stadtverantwortlichen über ein neues Nutzungskonzept, Details verrät er aber erst, wenn "die Behörden es genehmigt haben". Jedenfalls solle die Freudenau als Freizeitparadies für die Wiener erhalten bleiben.

Letzte Rennsaison in der Freudenau

Fix ist: In der Freudenau ist die letzte Rennsaison angebrochen. Künftig werden keine Galopper mehr ihre Runden um den Sieg drehen. Habel bedauert, dass der Rennzirkus sich nicht mehr in seiner Anlage einmietet, andererseits gibt er zu, dass es ein Verlustgeschäft gewesen sei. Immer wieder wurden hefige Streits zwischen Rennveranstaltern und dem Besitzer der Stallanlage publik.

Stronachs Rennsportpark in Ebreichsdorf

In Frank Stronachs Rennsportpark in Ebreichsdorf wartet man derweil auf kaufkräftige Klientel. Nach Angaben von Ulla Weigerstorfer, Exmiss und Stronachs Sprecherin für den Park, trudeln erste Anmeldungen von Interessenten herein. 600 Pferdeboxen gebe es für den künftigen Sport- und Wettbetrieb. Die Eröffnung war für April 2004 geplant - der Verwaltungsgerichtshof hat aber 2002 Wasserrechtsbescheide aufgehoben. (aw, frei, DER STANDARD Printausgabe 10.4.2003)

  • Bild nicht mehr verfügbar
Share if you care.