Die Statue - von RAU

9. April 2003, 19:09
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"Muspilli, Weltenbrand". Mit diesem Rückgriff auf die altgermanische Mythenwelt antwortete Hitler auf die Frage nach einem möglichen Untergang des Dritten Reiches. Er bemühte sich dann auch noch nach Kräften, die Götterdämmerung in Deutschland herbeizuführen, um das Volk, das seiner nicht würdig gewesen sei, mit in den Untergang zu reißen. Nachzulesen in seinem politischen Testament, diktiert im Bunker in Berlin knapp vor seinem Selbstmord. Hat Saddam in seinem Bunker noch etwas diktiert oder auf Video gesprochen, bevor er . . . ja, wo ist Saddam? Wo sind die Söhne Uday und Kusay? Wo ist übrigens Vize Tarik Aziz (wurde noch vor kurzem vom Papst empfangen)? Was wir sehen, ist die Riesenstatue von Saddam im Zentrum von Bagdad, der ein amerikanischer Soldat die US-Flagge als Leichentuch über den Kopf ziehen will - nein, sie wird durch eine irakische Flagge ersetzt (irgendwer hat doch ein Gefühl für Symbolik), bevor ein US-Panzer Saddam mit einem Kabel um den Hals von seinem Sockel zog. Solche Statuen, der große, geliebte Führer mit majestätisch erhobenem Arm, haben wir in Berlin und Moskau stürzen sehen. Viele von der Art stehen übrigens noch in Nordkorea. (DER STANDARD, Printausgabe, 10.4.2003)

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