Smartes Handy aus Österreich

9. April 2003, 19:10
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Test: Das t919 vom heimischen Handyhersteller Tel.Me entspricht weitgehend den Erwartungen

Über weite Strecken wird das von der Wiener Firma Tel.Me designte Gerät dem gerecht, was es als Kombination von Multimedia-Handy und Organizer verspricht. Die Positiva zuerst: Die fehlende Tastatur, wie man sie von anderen Telefonen gewöhnt ist, vermisst man nicht. Die virtuellen Tasten - ein berührungsempfindlicher Bildschirm - sind ebenso gut, wenn nicht besser. Die "dynamische Menüführung", die auf Icons für die unterschiedlichen Funktionen beruht, ist so gestaltet, dass man sich nach relativ kurzem Gebrauch auskennt, jedenfalls bei den Grundfunktionen - Telefonieren, Adressbuchverwalten, SMS verschicken. Auch das Notizwesen, das man mit dem im Handy steckenden Stift, so man will, über Handschriftenerkennung bewältigen kann, funktioniert überraschend gut. Dies ist ein fetziges Feature, mit dem man immer wieder Mitmenschen beeindruckt.

Handbuch mit Mängeln

Sobald man jedoch eine der multimedialen Anwendungen - MP3-Player, Kamera, Web oder Bilderversand - durchprobieren möchte, für die auch ein Blick in die Bedienungsanleitung vonnöten wäre, wird der große Nachteil des Handys sichtbar: Das Handbuch ist ein Scherz. Die Icons sind im Handbuch so wutziwutziklein wiedergegeben, dass nicht einmal mit der Lupe erkennbar wäre, für welche Ausführungen sie zuständig sind. Auch das "Kontextmenü" (für diejenigen Käufer, die sich nicht abschrecken lassen: Das ist die Möglichkeit, innerhalb eines Menüpunktes herauszufinden, was innerhalb des Menüs alles möglich ist) ist im Handbuch durchgängig falsch dargestellt.

Bei Tel.Me ist man sich des Problems bewusst, es wird mit Hochdruck an einer neuen Anleitung gearbeitet, die als Download angeboten werden soll. Preis: 499 Euro im freien Handel, demnächst soll es subventionierte Angebote bei Erstanmeldungen geben. (Johanna Ruzicka, DER STANDARD, Printausgabe 10.4.2003)

Tests sind subjektive Berichte der Autoren.

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Tel.Me

  • Tasten wurden am t919 von Tel.Me gleich ganz abgeschafft - dafür kann mit Stift und Texterkennung geschrieben werden. Zum Wählen gibt es eine virtuelle Tastatur am berührungsempfindlichen Bildschirm.
    foto: derstandard/cremer

    Tasten wurden am t919 von Tel.Me gleich ganz abgeschafft - dafür kann mit Stift und Texterkennung geschrieben werden. Zum Wählen gibt es eine virtuelle Tastatur am berührungsempfindlichen Bildschirm.

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