Dino-Killer

Es war doch der Meteorit

4. März 2010, 20:04
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    illu.: d. davis, nasa

    12 km groß und 72.000 km/h schnell: Der Meteorit von Chicxulub war wohl doch für den Dino-Exitus verantwortlich.

41 Forscher legen neue Beweise vor, dass ein Asteroideneinschlag vor 65 Millionen Jahren die Saurier ausrottete

Washington/Wien - Es ist ein bisschen wie Simmering gegen Kapfenberg auf wissenschaftlich - das Match um die Erklärung für eines der größten Rätsel der Naturgeschichte: Warum starben die Saurier vor rund 65 Millionen Jahren aus? Seit Jahren stehen sich da zwei Lager von Forschern erbittert gegenüber, die zum Teil ihre ganze Karriere dieser Frage gewidmet haben. Nun dürfte der Streit endgültig entschieden sein.

Wie ein internationales Wissenschafterteam nun argumentiert, ist es doch jener Asteroid gewesen, der vor 65 Millionen Jahren auf der mexikanischen Halbinsel Yukatan nahe der heutigen Maya-Siedlung Chicxulub (sprich: Tschikschulup) niederging. Die insgesamt 41 Forscher aus der halben Welt - darunter auch der österreichische Impact-Forscher Christian Koeberl und seine Kollegin Tamara Goldin von der Uni Wien - haben bisherige Studien nochmals analysiert und durch neue Daten ergänzt, die sie ganz sicher machen.

Erbitterter Gelehrtenstreit

Die Geschichte dieses Wissenschafterstreits reicht mehr als 40 Jahre zurück: Damals entdeckten Geologen um Luis und Walter Alvarez in den Ablagerungen aus der Epoche des Sauriersterbens - der sogenannten Kreide-Tertiär-Grenze (kurz: KT-Grenze) - auffallend große Mengen an Iridium. Das Besondere: Das Metall kommt in Meteoriten einige tausend Mal häufiger vor als auf der Erde.

Anfang der 1990er-Jahre fand man dann in Mexiko den passenden Krater. Nun schien alles klar: Der riesige Meteorit auf Yucatan habe den Dino-Exitus ausgelöst und gleich noch mehr als die Hälfte aller damals existierenden Tier- und Pflanzenarten ausgerottet. Bohrungen direkt am Krater sollten dann endgültige Klärung bringen. Doch die Gegner der Meteoriten-These ließen nicht locker.

Die Kritiker - angeführt von der Geologin Gerta Keller von der Universität Princeton (USA) - kamen im Jahr 2004 bei ihren Interpretationen von Bohrkernen im unmittelbaren Umfeld des Kraters zu dem Schluss, dass der Chicxulub-Einschlag 300.000 Jahre vor dem Artensterben stattgefunden hat. Die Forscher hatten in Schichten "nach dem Einschlag" noch Überreste von Einzellern und Würmern entdeckt, die mit den Dinos ausgestorben sind. Als alternative Erklärung führten Keller und Co massive Vulkanausbrüche an.

Just als die Gruppe um Keller die Oberhand zu gewinnen schien, desertierte einer ihrer engsten Mitarbeiter, der bis 2003 noch bei ihr dissertiert hatte: der deutsche Geologe Peter Schulte. Und Schulte ist es auch, der nun als Hauptautor der neuen Übersichtsstudie im Wissenschaftsmagazin Science (Bd. 327, S. 1214) zum womöglich entscheidenden Schlag ausholt.

Millionenfache Atombombe

Das neue Hauptargument der Forscher um Schulte: Sie halten die von Keller und Kollegen analysierten geologischen Schichten im Umfeld des Kraters für ungeeignet zur Interpretation - einfach deshalb, weil dessen Wucht so enorm war: Die neuen Modellrechnungen gehen davon aus, dass der Meteorit einen Durchmesser von zwölf Kilometern hatte und mit 72.000 km/h angerast kam. Die Energie des Einschlags war damit eine Million Mal höher als jene der größten jemals getesteten Atombombe.

Aus diesem Grund sei die Umgebung der Einschlagstelle, wo die Ablagerungen am stärksten gestört sind, wahrscheinlich die ungeeignetste Gegend, um Sedimentschichten als Beweise heranzuziehen, so Christian Koeberl. Die zweite Gegenthese: Der starke Vulkanismus in den 500.000 Jahren vor der KT-Grenze habe kaum zu Änderungen im Ökosystem geführt. (Klaus Taschwer, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 5. März 2010)

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Posting 1 bis 25 von 170
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okami
00
11.3.2010, 16:12
Vor 65 Millionen Jahren schlug ein großer Meteor ein, vor 65 Millionen Jahren starben die Saurier aus.

Die zeitliche Koinzidenz entbehrt sicher jegliche Signifikanz!

Oder

Castanaro
 
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Der Dissertant desertierte - wunderschön gesagt :-)

birka
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zum Standard-Forum passt aber eher das hier:

http://tinyurl.com/yfq4nm8 ;)

Bono Nobo
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Völliger Blödsinn, bei einem derart heftigen Meteoriteneinschlag hätte es die Dinos nicht nur wild herumgewirbelt sondern ins Weltall hinausgeschleudert. Schuld war allein die Erfindung des Fernsehapparates der die Dinos bumsfaul gemacht hat.

evolution hunter
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Im Forum der "Zeit" hat mal jemand hierzu ernsthaft gepostet, dass Saurier auch durch einen Atomkrieg ausgestorben sein könnten. Einige Arten hätten - so die Theorie - ausreichend Intelligenz entwickelt und eine Zivilisation aufgebaut, von der natürlich keine Spuren mehr vorhanden sind. Man muss darüber lachen, aber mit absoluter Sicherheit widerlegen kann man es nicht. Das ist der Zynismus, mit dem die Welt den Menschen immer wieder in Schranken weist. In früheren Jahrhunderten hat man für Ungereimtheiten in Theorien Gott als außerhalb der Naturgesetze stehende Konstante herangezogen. Man könnte sagen: Heute sind wir klüger, oder aber auch: Diese Bescheidenheit haben wir verloren.

Religionslehrer
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Dieses Beispiel zeigt wieder einmal, wie wenig die Menscheit über vergangene Ereignisse - und seien diese no so groß gewesen - weiß.

Leider werden dann diverse Theorien in Schulen unwissenschaftlich als Tatsachen gelehrt, ohne den Hinweis darauf zumachen, dass eine Theorie eben dann Gültigkeit erlangt, wenn keine bessere Alternative vorhanden ist (also sich nicht am Wahrheitsprinzip, sondern am Ausschlussprinzip einer "angenommen" weniger fehlerhaften Alternative orientiert). Die Gesellschaft wird also durch das gesamte Schulsystem in die Irre geführt. Einige Schüler bzw. spätere Studenten, haben dann später zum Glück die Möglichkeit sich auf naturwissenschaftlichen Universitäten davon zu überzeugen, das alles eigentlich nur Modelle und Theorien sind. Schade eigentlich.

AlterEgo
 
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Die Schlussfolgerung daraus ist, dass die Lehrer versagen, oder wie ist das zu verstehen?

Sol´kanar -The Swamp King
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absoluter blöodsinn, dass soetwas nachträglich schaden soll

vor allem ist es anders gar nicht möglich, weil man die schüler völlig verwirren würde.

es ist so ca. alles in der schule gelehtre naturwissenschaftliche zeugs falsch bzw. vereinfachte modelle. anders kann man aber gar nicht zu lehren beginnen.

einige beispiele:

-Bohrsches Atommodell
-gesamte Newtonsche Physik
-Optik ohne Qunatenphysik
-so ziemlich alle gelehrten Reaktionsgleichungen
-dass Wasser ausschliesslich als H2O vorliegt
-etc...

Religionslehrer
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Also Mut zur Wahrheit und unvorhereingenommene Selbstfindung hat noch niemanden geschadet. Und der Hinweis der Lehrpersonen, dass es sich bei den von Ihnen erwähnten Beispielen & zusätzlich eben bei der Urknall-, Meteoriteneinschlags-, und vor allem bei der Evolutionstheorie wissenschaftlich gesehen um Annahmen und Modelle handelt, fördert eben kritisches Denken und Offenheit als im Gegensatz dazu die Einstellung alles vom Lehrer/Zeitung gesagte ist unumstritten wahr. Schriften können sehr manipulierend wirken - z.B. haben die kommunistischen Schulen mit vorgegebenen Geschichtsbüchern und im 21Jhd. die Manipulation des US-Volkes durch Medienberichte vor dem Irak-Krieg bewiesen, wie sehr unsere Welt von mehr Wahrheit profitieren könnte.

Bono Nobo
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Wer glaubt schon einem Religionslehrer.

aRoma
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der erzählt selbst von Adam und Eva

A Voice
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Und Ihr Schluß

daraus?

her wig
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Das kann man so nicht sagen. Eine methodisch korrekt definierte Hypothese kann man bestätigen oder widerlegen, ohne dass man dazu den Vergleich mit anderen Hypothesen braucht. Die Wahrheit, in diesem Sinn, ist keine Frage der Rangordnung sondern der Methodik.

In dem Vorliegenden Fall gibt es allerdings einige unbekannte Variablen bzw. hat man nur Indizienbeweise, sodass man streng genommen garnicht so viel sagen kann wie es dann doch geschieht, weil bei Mangel an echten Informationen der Raum mit übermütigen Sprüchen aufgefüllt wird - das sollten Sie als Religionslehrer ja wissen. ;-)

nomad13
10
Die Wahrheit in diesem Sinn gibt es nicht.

Ein Modell->Rahmen ist nur ein Werkzeug. Ein Werkzeug kann nicht "wahr" sein - es kann nur innerhalb "definierter" Grenzen verwendet werden.
Wahrheitsanspruch hat nur die Religion - welche die Wissenschaft hunderte von Jahren aufgehalten hat.

her wig
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Im Gegenteil. Wenn ich die Temperatur mit einem Thermometer messe dann ist das Ergebnis wahr in dem Sinn dass es die gemessene Temperatur ist - und nicht etwa irgenwas das ich aus irgendwelchen anderen Gründen als die Temperatur vorgebe. Was die Religionen palavern ist eben nicht die Wahrheit sondern emotional begründetes Gerede von der Wahrheit, wie toll es nicht sei wenn der Erlöser sie brächte etc. Die Religion wünscht sie sich, die Wissenschaft hat sie bzw. könnte sie haben, praktisch wird das auch nicht immer erfüllt weil es ja methodische Probleme gibt und im Zweifelsfall die schnelle Publikaiton siegt ...

nomad13
10

Temperatur ist nichts anderes als ein angenommener Durchschittswert der Teilchen – was deren Geschwindigkeit anbelangt – beim absoluten Nullpunkt stehen die Dinger „fast“ still. Und dann nimmt man halt einfach Wasser oder sonstwas her um gewisse Punkte für die Skala zu bekommen – z.B. Schmelzpunkt. Aber die Definition ist keine Wahrheit. 50 Grad Aussentemperatur sind nicht „wahr“ – es ist einfach ein Wert der sich als Vergleich anbietet.
Genauso wie irgendjemand mal behauptet hat – 1Meter oder 1Fuss ist so oder so lang – was im Laufe der Zeit immer präziser definiert wurde - aber deswegen ist 1Meter nicht „wahr“ sondern schlichtweg eine Definition.

Nick Tameer
01

Was soll das beweisen? Ein Längenmaß beruht natürlich auf einer willkürlichen Definition. Aber wie verhält es sich mit der Aussage, ein bestimmter Gegenstand habe eine bestimmte in diesem willkürlichen Maß ausgedrückte Länge? Ebenso hat die Angabe einer gemessenen Temperatur zumindest den Anspruch, eine bestimmte Aussage über die Welt zu treffen. Den Wahrheitsgehalt solcher Aussagen kann man jedenfalls nicht mit Hinweis auf die noch so willkürliche Definition des Maßstabs zurückweisen. Abgesehen davon sind Temperaturmessungen vergleichsweise wenig willkürlich, da es einen absoluten Nullpunkt gibt. Daneben ist man inzwischen aber auch auf absolute Minima bei Längen- und Zeitintervallen gestoßen.

nomad13
10

absolute Werte - sind logischerweise immer auf ein "bestimmtes (erschaffenes(geschw. Teilchen etc.) )System" bezogen -> zudem koennen absolute Werte theoretisch angenommen - aber nicht real erreicht werden

nomad13
10
10.3.2010, 12:28

zusatz:eine bestimmte in diesem willkürlichen Maß ausgedrückte Länge

Das koennte man als "reine" Mathematik auffassen - die Mathematik an sich kann wahre oder falsche Aussagen liefern. Aber das Modell als ganzes kann es nicht.

her wig
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Auch wichtig ist dass man, wenn man sagt dass etwas 1 m lang ist, man denselben Meter-Maßstab nimmt wie in der Sprachgemeinschaft üblich. Das ist zwar wissenschaftlich gesehen trivial, aber wenn ich eine Matratze kaufe die 2 m lang ist und stelle dann fest dass der Verkäufer andere 2 m meint als ich, dann ist das ein Problem. Die Wahrheit ist eben auch eine Frage der sozialen Norm. Und für die Wissenschaft relevant ist, was man denn wissenschaftlich nennen darf und was nicht - man kann etwas auch fälschlich (also nicht wahrheitsgemäß) als wissenschaftlich bezeichnen. Seit Erfindung der Relativität kann allerdings die Wissenschaft eine eigene Wahrheit haben, die nicht dieselbe ist wie die diverser religiöser Glaubenssysteme. ->Bezugssysteme.

Nick Tameer
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Das mag im praktischen Leben wichtig sein. In der Wissenschaft reicht es prinzipiell, dass man seine Defintion offenlegt, auch wenn dafür etwas seltsam komisch angeschaut werden mag.

her wig
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Naja, die Grundlagen dessen was man als wissenschaftlich akzeptiert (Nachprüfbarkeit etc.) sind schon recht klar. Diese treten allerdings im Alltag in den Hintergrund, weil sie ja meisst ohnehin und ohne nachzufragen angewendet werden.

her wig
01

Die Wahrheit besteht darin dass man das sagt was man gemessen hat, und dass jemand anders zum selben Ergebnis kommen kann - im Unterschied zu einer Lüge, bei der käme jemand anderer zu einem anderen Ergebnis.

Die Wahrheit ist eine Qualität. Die Wahrheit liegt nicht im Ergebnis (ob nun 42 oder sonstwas) sondern darin wie das Ergebnis zustande gekommen ist. Deshalb ist es auch überflüssig sich darum zu streiten ob es nun 41 oder 42 ist, sondern die Frage ist, wie kommt man dazu.

Und die wissenschaftliche Methode, korrekt angewendet, stellt die Wahrheit in diesem Sinne sicher. D.h. auch, wenn es Streitfälle gibt dann geht es nicht um die Wahrheit sondern um etwas anderes.

nomad13
24

...da sie immer über den gleichen Stolperstein stolpern - um es einfacher für sie zu machen - darf man den Geschichten trauen - war es früher der König der 1 Fuss (Länge) bestimmt hat. War der nächste König kleiner - so auch das Fuss. Wenn ich König wär und ich bestimme - dass morgen dein verdammtes Auto nicht mehr rot sondern nach meiner Definition blau ist - wo liegt dann die Wahrheit?

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