Nur ein Bruchteil der Funde vom nahe gelegenen Dürrnberg kann ausgestellt werden
Salzburg - Eine reich verzierte Schnabelkanne aus Bronze, ein
herausragender Reichtum an aufwendig geschmückten Fibeln, hauchdünne Goldkugeln,
bunte Glasarmreifen, Tongefäße oder Helme aus Eisen und Bronze: Die Vielfalt und
der Formenreichtum der Ausstellungsstücke machen das Keltenmuseum Hallein, das
vor 40 Jahren als kleines Stadtmuseum eröffnet wurde, zu einem Haus mit
internationaler Bedeutung.
Die Funde stammen vom nahe gelegenen Dürrnberg, wo es seit Beginn des 6.
Jahrhunderts vor Christus eine keltische Dauersiedlung gab. Die Menschen bauten
das dort vorkommende Salz ab und nützten die nahe gelegene Salzach, um mit dem
kostbaren weißen Gold Handel in ganz Europa zu treiben. "Der Fundreichtum ist
einzigartig. Wir können die durchgehende Chronologie einer mehr als 500 Jahre
dauernden Besiedlungsgeschichte zeigen", beschreibt Museumspädagoge Florian
Klaus Knopp den Wert der Sammlung. Das seit 1985
existierende Forschungszentrum Dürrnberg führt die Grabungen durch und
dokumentiert, analysiert und restauriert die wertvollen Stücke im Haus. Nur ein
Bruchteil der Funde kann in der Ausstellung gezeigt werden.
Vielfalt an Formen und Mustern
An den Fundstücken vom Dürrnberg werden die sich über die Jahrhunderte
ändernden Moden, Handwerkstechniken und Materialien der Kelten deutlich. So gibt
es in Hallein gerade im Kunsthandwerk eine Vielfalt an Formen und Mustern, die
in Mitteleuropa ihresgleichen sucht. Bei Fibeln verwendeten die Dürrnberger
Handwerker beispielsweise viele Motive aus dem Tierreich oder fratzenhaft
verzerrte menschliche Masken. Jedes Jahr werden bei Grabungen neue Gräber
entdeckt und Spuren der keltischen Besiedlung gefunden. "Man geht davon aus,
dass erst die Hälfte des Gräberbestandes freigelegt wurde", sagte Knopp.
Museumsgeschichte
Die Geschichte des Keltenmuseums selbst ist recht wechselhaft und von
regelmäßig wiederkehrenden finanziellen Sorgen begleitet. 1966 hatte die Stadt
Hallein die alte "Pfleg" - ein von Erzbischof Guidobald Graf Thun errichteter
Bau und späteres Salinenverwaltungsgebäude - angekauft. Weil die Finanzierung
schwierig war, dauerte es vier Jahre, bis im Oktober 1970 das Keltenmuseum
eröffnet werden konnte.
Zu einem breiten Bewusstsein für die Kelten als Teil der regionalen
Geschichte führte 1985 der Erfolg der ersten Salzburger Landesausstellung. Rund
340.000 Besucher stürmten die Schau über die Kelten, die in Hallein gezeigt
wurde. Nach verschiedenen Umbauten, zwischenzeitlichen Schließungen und
Sanierungsmaßnahmen wurde das Museum 2004 in seiner heutigen Form eröffnet. Es
zeigt neben der Dauerausstellung über die Kelten und die Geschichte des
Salzabbaus auch regelmäßig Sonderausstellungen zu Archäologie und
Regionalgeschichte. (APA)