Keltenmuseum Hallein vor 40 Jahren eröffnet

6. März 2010, 11:04

Nur ein Bruchteil der Funde vom nahe gelegenen Dürrnberg kann ausgestellt werden

Salzburg - Eine reich verzierte Schnabelkanne aus Bronze, ein herausragender Reichtum an aufwendig geschmückten Fibeln, hauchdünne Goldkugeln, bunte Glasarmreifen, Tongefäße oder Helme aus Eisen und Bronze: Die Vielfalt und der Formenreichtum der Ausstellungsstücke machen das Keltenmuseum Hallein, das vor 40 Jahren als kleines Stadtmuseum eröffnet wurde, zu einem Haus mit internationaler Bedeutung.

Die Funde stammen vom nahe gelegenen Dürrnberg, wo es seit Beginn des 6. Jahrhunderts vor Christus eine keltische Dauersiedlung gab. Die Menschen bauten das dort vorkommende Salz ab und nützten die nahe gelegene Salzach, um mit dem kostbaren weißen Gold Handel in ganz Europa zu treiben. "Der Fundreichtum ist einzigartig. Wir können die durchgehende Chronologie einer mehr als 500 Jahre dauernden Besiedlungsgeschichte zeigen", beschreibt Museumspädagoge Florian Klaus Knopp den Wert der Sammlung. Das seit 1985 existierende Forschungszentrum Dürrnberg führt die Grabungen durch und dokumentiert, analysiert und restauriert die wertvollen Stücke im Haus. Nur ein Bruchteil der Funde kann in der Ausstellung gezeigt werden.

Vielfalt an Formen und Mustern

An den Fundstücken vom Dürrnberg werden die sich über die Jahrhunderte ändernden Moden, Handwerkstechniken und Materialien der Kelten deutlich. So gibt es in Hallein gerade im Kunsthandwerk eine Vielfalt an Formen und Mustern, die in Mitteleuropa ihresgleichen sucht. Bei Fibeln verwendeten die Dürrnberger Handwerker beispielsweise viele Motive aus dem Tierreich oder fratzenhaft verzerrte menschliche Masken. Jedes Jahr werden bei Grabungen neue Gräber entdeckt und Spuren der keltischen Besiedlung gefunden. "Man geht davon aus, dass erst die Hälfte des Gräberbestandes freigelegt wurde", sagte Knopp.

Museumsgeschichte

Die Geschichte des Keltenmuseums selbst ist recht wechselhaft und von regelmäßig wiederkehrenden finanziellen Sorgen begleitet. 1966 hatte die Stadt Hallein die alte "Pfleg" - ein von Erzbischof Guidobald Graf Thun errichteter Bau und späteres Salinenverwaltungsgebäude - angekauft. Weil die Finanzierung schwierig war, dauerte es vier Jahre, bis im Oktober 1970 das Keltenmuseum eröffnet werden konnte.

Zu einem breiten Bewusstsein für die Kelten als Teil der regionalen Geschichte führte 1985 der Erfolg der ersten Salzburger Landesausstellung. Rund 340.000 Besucher stürmten die Schau über die Kelten, die in Hallein gezeigt wurde. Nach verschiedenen Umbauten, zwischenzeitlichen Schließungen und Sanierungsmaßnahmen wurde das Museum 2004 in seiner heutigen Form eröffnet. Es zeigt neben der Dauerausstellung über die Kelten und die Geschichte des Salzabbaus auch regelmäßig Sonderausstellungen zu Archäologie und Regionalgeschichte. (APA)

Fritz Meyer
01
Wirklich tolles Museum!


Auf jeden Fall den Besuch wert.

Fritz Meyer.

Alf von Melmak
 
10
Keltenmuseum Hallein vor 40 Jahren eröffnet


Und jetzt steht das erst in der Zeitung?!

Wahnsinn!

wurzen sepp
 
00
es is eigentlich schon so lang offen, wies die

kelten nicht mehr gibt...

Chilligreen
00
wirklich..

ein schönes Museum. was mich aber immer etwas stört, sind die "einlasser" dort. sie wirken wie echte fremdkörper, die sich (so glaube ich immer) nur mit ihren stühlen und mit der kassa identifizieren. schade. ich würde mir wünschen dort gäbe es auch mal jemanden, der einem noch etwas näher erläutern könnte....

A Voice
01
Für sowas

gibt's normalerweise Führungen...
Aufpasser haben mich noch nie durch besondere Sachkenntnis beeindruckt.

wer103
00
die erste Salzburger Landesausstellung

fand nicht 1985 sondern 1980 statt.

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