Horst Jakob Rosenkranz

Ein Rechtsextremer spielt die "Mutterrolle"

04. März 2010 19:40

Die Politkarriere von Barbara Rosenkranz macht auch ihren Ehemann Horst Jakob bei den Blauen salonfähig

Wien - Manchmal sieht man das Ehepaar durch die Kellergasse spazieren. Nett seien sie, und sie grüßen freundlich, sagen Nachbarn. Familie Rosenkranz führt im niederösterreichischen Seebarn bei Korneuburg ein beschauliches Landleben. Selbst dem VP-Bürgermeister fällt zu seinen Mitbürgern nur das Wort "unauffällig" ein.

Mit der Ruhe ist es nun vorbei. Seit die FPÖ Barbara Rosenkranz als Kandidatin für die Präsidentschaftswahl am 25. April nominiert hat, steht auch Horst Jakob als Anwärter auf den "First Husband" im Rampenlicht - was ihm gar nicht ins Konzept passt: "Ich bin keine Person öffentlicher Aufmerksamkeit. Danke, auf Wiederhören!", reagiert er auf telefonische Anfragen zugeknöpft. Zu viel Öffentlichkeit könnte ihn in rechtliche Schwierigkeiten bringen.

Über die "weiße Welt"

Der Gatte der Präsidentschaftskandidatin ist ein "Überzeugungstäter": Ab Mitte der 80er-Jahre fällt er mit einschlägigen Botschaften, die immer wieder knapp an NS-Wiederbetätigung vorbeischrammen, auf. Seit 1991 ist er Vorsitzender der "Kritischen Demokraten", gibt die rechtsextreme Postille fakten heraus und gilt als führender Aktivist in der österreichischen rechtsextremen Szene. Auch der Verfassungsschutz wirft ein Auge auf ihn. In den fakten wird gegen Juden, Ausländer oder Homosexuelle gehetzt sowie Freiheit für Holocaust-Leugner gefordert: "Die weiße Welt lebt seit einem halbem Jahrhundert in der Geiselhaft eines zunehmend manipulierten 'Antisemitismus'. Niemand ist dagegen gefeit, sein Opfer zu werden", darf Otto Scrinzi schreiben. Über die Zuwanderung schreibt Rosenkranz: "Wir müssen uns schnell besinnen und unsere Politiker austauschen, bevor diese das Volk austauschen." Dass er das Ausländer-Volksbegehren der FPÖ Anfang der 1990er-Jahre bejubelte ("Endlich! Ausländervolksbegehren ist da!"), überrascht da wenig.

Der 1943 geborene Seebarner Horst Jakob beschreibt sich selbst als "rechts denkenden Menschen". Seine zweifelhafte Karriere beginnt er bei Norbert Burgers NDP, die aber bald verboten wird. Auch seine eigene Liste "Nein zur Ausländerflut", die er mit dem Holocaust-Leugner Gerd Honsik gründet, wird verboten. Sein damaliger Verteidiger Herbert Schaller, Haus- und Hofanwalt für einschlägige Fälle, erinnert sich heute gerne an ihn: "Er war ein aufrechter, grader Kerl." Der Verfassungsgerichtshof sah das anders. Die Liste erinnere in der Rhetorik an "die hetzerisch-rassistischen Parolen der Nationalsozialisten".

Aus dieser Zeit ist Rosenkranz auch Heinz-Christian Strache bekannt. Der heutige FP-Chef, damals Bezirksrat in Wien-Landstraße, nimmt 1990 an einer Wahlkampfveranstaltung der Liste "Nein zur Ausländerflut" teil.

Sein politisches Treiben bescherte Rosenkranz berufliche Probleme. Den Job als Cutter in einer Wiener Filmproduktionsfirma verliert er in diesen Jahren. Wann, lässt sich nicht eruieren. "Die Unterlagen gibt es nicht mehr", sagt Wolfgang Winkler, seit Mitte 2009 neuer Besitzer jener Filmfirma. Aber: "Als klar wurde, was er in seiner Freizeit macht, hat man sich rasch distanziert."

Auch als Hotel-Nachtportier soll er gearbeitet haben. Während Ehefrau Barbara Karriere macht, ist ihr Mann für die zehn Kinder "in die Mutterrolle geschlüpft", wie es im FP-Parteiorgan Neue Freien Zeitung heißt. Auch FP-Chef Strache lobte 2008 anlässlich der Feier des 50. Geburtstages von Barbara deren Ehemann. Die Familie lebe das freiheitliche Familienbild vor, erklärte er.

Zum FP-Stammtisch geladen

Barbara Rosenkranz hat sich bis heute nicht vom politischen Treiben ihres Gatten distanziert. Sie wurde aber vorsichtiger. Meinte die FP-Kandidatin einst, sie korrigiere Beistrichfehler im Blatt ihres Mannes, hat sie sich mittlerweile darauf verlegt, zu schweigen: "Ich stelle fest, dass mein Mann seine Ansichten hat. Ich werde sie nicht kommentieren."

Die Karriere der Frau macht auch den Ehemann bei den Blauen salonfähig. Seit einiger Zeit ist Horst Jakob als Redner geladen, etwa 2007 bei der FP-Amstetten. Zuletzt war er am 16. Februar beim Seniorenstammtisch der FP-Simmering angekündigt. Treue gehört belohnt. Rosenkranz in den fakten: "In all den Jahren gab es nie ein kritisches Wort über die größte Oppositionspartei, ganz im Gegenteil, in jeder Nummer wurde die Einheit des heimattreuen Lagers beschworen, der Kurs der FPÖ unterstützt". (Peter Mayr, DER STANDARD, Printausgabe, 5.3.2010)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 143
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da schau
31.03.2010 14:09
das ist alles überhaupt nicht ustig

Bran Van
09.03.2010 10:35
wahnsinn

und der wifebeater soll first husband werden .... ??

Dr. Wolfgang S. (Kanzler a.d.)
07.03.2010 16:08
was ich denen zwei von ganzem herzen wuensche...

ist, dass eines ihrer kinder eine kinderreiche, glueckliche und erfolgreiche beziehung mit einem "nicht-arier" eingeht. das waere wirklich nett!

piskefloede
07.04.2010 15:09
Kriemhild & Ariel

Der Waehlerwille
 
09.03.2010 08:41
stellns ihnen vor eins der buberln heiratet ein anderes buberl ... vielleicht auch noch muslimischen glaubens und dunkelhäutig

ein schönes bild :-)

FalscherProphet
07.03.2010 00:12
ad "Was sie stört, sagt sie ihrem Gatten privat":

Psst, Horsti.
Immer wennst ein paar Bier intus hast, sagst du Sachen in breiter Öffentlichkeit, die du bitte nur in den Kellern unserer Kameraden sagen solltest!

Kritifaxe
06.03.2010 16:06
Horst Jakob als first husband der Republik ;)

;)

passt das, oder passt das nicht
es passt
es passt nicht

wenn das nicht so gegenwärtig wäre, so präsent
so bundespräsident, ja dann wär das lustig

In der Tat bekommt diese Tragödie mindestens 25% Realitätswert in Österreich




boro boros
 
06.03.2010 20:08

wage ich zu bezweifeln. wenn doch, können wir uns nur mehr schämen.

Queen of Sheba
 
06.03.2010 14:31
Mit Hut schaut der vergleichsweise ja fast sympathisch aus !

Schneewitchen, die Hexe, Fr. Holler & 9. Zwerg
 
06.03.2010 17:24
Ja Ja, der Bart, der passt nicht so richtig, der sollte doch irgendwie anders ausschauen.

ken_park
06.03.2010 13:37

man darf das paar ja ungestraft 'kellernazis' nennen aber wahrscheinlich stört den das gar nicht, höchstens das 'keller'

Philipp Gudenus
 
06.03.2010 12:18
Salon?

wohnküchenfähig, da WIE dort

wrh
09.03.2010 13:28

Oder kartoffelkellerfähig?

Schön, dass man das in der eigenen Partei so sieht.

wrh
05.03.2010 19:14
Na so geht´s aber nicht, Frau Rosenkranz!

Ihre Ideologie ist doch "Frauen an den Herd". Also überlassen Sie doch die Politik den Männern und kochen´s Ihrem Alten eine braune Suppe.

Fermin
05.03.2010 15:30

inspiriert von einem post weiter unten:

was für eine familie:

> der mann ist seit jahrzehnten ohne erwerbseinkommen und schon mal mit dem gesetz in konflikt gekommen
> sie bekommen das ganze geld vom steuerzahler
> sie betonen sehr ihre ethnische herkunft und kleiden sich in altertümlichen trachten
> sie bewegen sich in extremistischen kreisen und paralell-gesellschaften
> sie akzeptieren teile unserer verfassung nicht
> das christliche erbe unserer heimat ist ihnen wurscht
> sie haben kinder ohne ende

wäre hier die familie "özgür" statt "rosenkanz" beschrieben , würde (nicht nur) der strache wohl "AUSWEISUNG!!!!" brüllen...

Avicenna
 
08.03.2010 22:52

Genial! Leider kann ich nur ein "grün" vergeben.

Nina Gold
08.03.2010 07:15
brilliant!

Mehr kann man dazu gar nicht sagen.

lumbricus
06.03.2010 17:55

Mit einem wesentlichen Unterschied: Bei einer Familie mit dem Namen "Özgür" könnt ich mir nicht plausibel erklären, wie sie das ganze Geld vom Steuerzahler herkriegt und von was sie überleben.

SchnippSchnapp
06.03.2010 13:55

Da kann ich nur 3 ! hinzufügen.

Helmut Mayer
05.03.2010 17:39
Es waere schoen...

...wenn Fr. Lagerleiterin einmal vor der Kamera mit diesen Fakten konfrontiert werden wuerde.

Gernot Bayer
 
05.03.2010 14:54
Vom Mutterkreuz zur Krone

Für das zehnte Kind Onkel Adolf als Paten.
Für die erste Präsidentschaftskanditatur Onkel Hans.
Beziehungen muß man haben.

austria_traveller
05.03.2010 14:44

Wenn ich die Überschrift nicht gelesen hätte, hät ich gedacht das Foto ist ein Ausschnitt von einem Felix Mitterer Stück ... irgendwann aus dem 19 Jahrhundert ...

curieux
06.03.2010 17:46
Oder eine Karikatur von DEIX

oh yeah, just eat 'em!
05.03.2010 14:02

Hin und wieder KANN man Leute nach ihrem Äußeren beurteilen. Wenn ich diesen Typen auf der Straße sähe, wäre der erste Gedanke automatisch 'Arschloch'. Und in diesem Fall hätte ich Recht.

Honzoo
05.03.2010 13:36
Schwer vorstellbar ...

... dass HJ Rosenkranz als First-Husband einmal die Patenschaft für Charity-Veranstaltungen übernehmen könnte.

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