Die Zahl der Unfälle mit haltenden Autos oder Fußgängern auf der Autobahn ist um 39 Prozent gesunken
Brüssel/Wien - Die Weste wirkt. Davon ist zumindest der ARBÖ überzeugt, der anlässlich der vor knapp fünf Jahren eingeführten Warnwestenpflicht Journalisten zur Präsentation einer Studie in das Europäische Parlament nach Brüssel eingeladen hat.
Um 39 Prozent ging die Zahl der Unfälle mit haltenden Autos oder Fußgängern auf der Autobahn in den drei Jahren nach der Einführung 2005 im Vergleich zu den drei Vorjahren zurück, rechnete ARBÖ-Generalsekretär Peter Stuppacher vor. Bei den Verunglückten waren es sogar 53 Prozent weniger. Ein Erfolg der Warnwesten, sagt der Autofahrerklub, denn insgesamt liegt die Zahl der Unfallsreduktion auf Autobahnen lediglich bei 17 Prozent.
Eine Untersuchung der Blickbewegung von Autofahrern ergab, dass in fast allen Fällen Menschen mit reflektierender Bekleidung bereits vier Sekunden vor der Vorbeifahrt wahrgenommen werden konnten, jene ohne Warnweste nur in 20 Prozent der Fälle.
Für den ARBÖ Grund genug, eine europaweite Regelung zu fordern. Die Chancen dafür stünden nicht schlecht, glaubt der sozialdemokratische Europa-Parlamentarier Jörg Leichtfried, denn auch die Mehrheitsfraktion der Europäischen Volkspartei sei grundsätzlich dafür, eine entsprechende Regelung zu verabschieden. (Michael Möseneder, DER STANDARD - Printausgabe, 5. März 2010)