derStandard.at-Interview

Gebt her eure Inseln

04. März 2010 14:11
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    Foto: derstandard.at/eva kraus

    Tausende Inseln in der Ägäis und im Ionischen Meer sind unbewohnt. Diese hier nicht: Zakynthos.

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    Foto: deutscher bundestag

    Marco Wanderwitz: "Der eine oder andere Fleck könnte schon eine  erkleckliche Summe bringen."

Griechenland soll ein paar Inseln verkaufen, um eine Staatspleite abzuwenden - das zumindest fordert der deutsche Bundestags­abgeordnete Marco Wanderwitz

Für die Griechen wird es ungemütlich - um den Staatsbankrott abzuwenden, sieht ein Sparpaket Steuer-Erhöhungen und Ausgabenkürzungen in Höhe von 4,8 Milliarden Euro vor. Maßnahmen, die nicht weit genug greifen, Griechenland sollte noch mehr zu Geld machen, zum Beispiel seine Inseln, meint Marco Wanderwitz, Vorsitzender der Jungen Gruppe in der CDU/CSU-Bundestagsfraktion im derStandard.at-Interview.

***

derStandard.at: Sie sind gestern mit dem Vorschlag vorgeprescht, Griechenland solle zur Schuldentilgung seine Inseln verkaufen.

Wanderwitz: Bei dieser Staatsverschuldung liegt das auf der Hand...

derStandard.at: Griechenland besitzt 3054 Inseln, davon sind 87 bewohnt. Welche sollen denn Ihrer Ansicht nach verkauft werden?

Wanderwitz: Um die bewohnten Inseln geht's nicht. Bewertet werden aber sollten die unbewohnten, um sie gegebenfalls verkaufen zu können, wenn Griechenland seinen Verpflichtungen nicht nachkommen kann. Das eine oder andere Stück könnte man bereits jetzt abstoßen, das wäre auf alle Fälle zumutbar.

derStandard.at: Wer könnten diese Käufer sein?

Wanderwitz: Leute aus der Tourismusbranche, Unternehmen oder aber auch Privatpersonen, die sich eine solche Insel leisten können. Da das in vielen Ecken der Welt möglich ist, sehe ich persönlich überhaupt kein Problem.

derStandard.at: Viele Inseln wären dann für die Öffentlichkeit nicht mehr zugänglich?

Wanderwitz: Darum geht es überhaupt nicht - aber wenn man hie und da eine Insel verkauft, kann man schon zu einer recht erklecklichen Summe kommen. Sieht man sich darüber hinaus die aktuellen Marktpreise an, halte ich das für zumutbar.

derStandard.at: Wie hoch sind denn Ihrer Meinung nach diese "erklecklichen Summen"?

Wanderwitz: Ein Vergleich zeigt, dass für relativ kleine Flecken Land schon Millionen-Preise gezahlt werden. Man sollte den Inselverkauf als Beitrag zur Haushaltskonsolidierung ernsthaft prüfen, denn die bislang vorgelegten Sparprogramme reichen lang nicht aus.

derStandard.at: Bewohnte Inseln zu verkaufen und eine damit verbundene Evakuierung der Griechen schließen Sie definitiv aus?

Wanderwitz: Das wäre mit riesigem Aufwand verbunden. Und wer kauft schon eine Insel, auf der jemand wohnt?

derStandard.at: Beispiel Korfu: Wie wäre es, ein Drittel davon auf den Markt zu werfen?

Wanderwitz: Sagen wir so: Es ist nichts Ungewöhnliches, dass es Privatland auf dem Festland oder auf großen Inseln gibt. Sofern es noch touristisch nutzbares Staatseigentum mit Baubewilligung gibt, wäre jetzt der richtige Zeitpunkt zu verkaufen. Intakte Landschaften sollen natürlich nicht der Besiedlung preisgegeben werden.

derStandard.at: Die Stimmung zwischen Deutschland und Griechenland ist derzeit ohnehin gereizt. Glauben Sie nicht, dass Ihre ungebetenen Ratschläge und die anderer deutscher Politiker zu noch mehr Irritation führen?

Wanderwitz: Was heißt, die Stimmung ist gereizt? Ganz hart formuliert, hat sich Griechenland unter Vorgaukelung einer falschen Geschäftsgrundlage in die EU und in den Euro geschummelt. Wenn jemand Grund hat, sauer zu sein, so die anderen Länder, die diese Bedingungen erfüllt und jetzt Bedenken haben, dass ihre Währung weich wird. Bei allem Verständnis für die Griechen - es ist höchste Zeit, ernsthaft zu prüfen, was man tun kann, statt mögliche Verstimmungen in den Vordergrund zu stellen.

derStandard.at: Vielleicht schlägt Griechenland Deutschland demnächst vor, Teile der ehemaligen DDR zu verkaufen, um Schulden abzubauen...

Wanderwitz: ...wieso sollten sie das tun? Deutschland hat weder Zahlen geschönt als wir in den Euroraum, in den Euro gekommen sind, noch sind wir jetzt eines der Länder, das an der Spitze der Problematik steht. Ich sehe den Finger nicht, mit dem man nach Deutschland zeigen könnte.

derStandard.at: Stichwort EU-Hilfen - wie soll es mit Griechenland weitergehen?

Wanderwitz: In ein derart bodenloses Fass kann man nicht einfach Geld nachkippen. Es muss ganz klare Bedingungen geben, die letzten Endes dafür sorgen, dass so etwas nie wieder vorkommen kann und dass die Griechen diese Suppe, die sie sich da einbrockt haben, zumindest zum übergroßen Teil, selbst auslöffeln müssen.

derStandard.at: Wie soll das konkret aussehen?

Wanderwitz: Vieles von dem, was das derzeitige Sparprogramm vorsieht, geht in die richtige Richtung - nur eben nicht weit genug. Steuererhöhungen, Lohn-Reduktion im öffentlichen Dienst oder eine Defizit-Reduzierung von zwölf auf acht Prozent kann noch nicht alles gewesen sein. Die Griechen haben ihren Lebensstandard auf Pump hochgefahren, jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, ihn wieder dorthin zurück zu fahren, wo die Möglichkeiten des Landes liegen.

derStandard.at: Wenn es möglich wäre, sollte man Griechenland nicht gleich aus der Eurozone hinauswerfen?

Wanderwitz: Das sollte nicht das Ziel sein. Der Euro ist für alle Beteiligten eine gute Sache, wir müssen aber dafür sorgen, dass er nicht weich werden kann. Sprich, dass wir niemanden außerhalb der Regeln spielen lassen. Für die Griechen und für den Euro wäre es besser, wenn wir nicht in diese Richtung denken müssten. Letztlich ist aber nicht auszuschließen, dass wir an den Punkt kommen, um die anderen Euro-Länder zu schützen. Ich hoffe, dass es nicht dazu kommt. (Sigrid Schamall, derStandard.at, 4.3.2010)

Zur Person

Marco Wanderwitz ist Vorsitzender der Jungen Gruppe in der CDU/CSU-Bundestagsfraktion.

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thailandpeter2
23.05.2011 06:57

griechenland muss sie ja nicht gleich berkaufen; verpachten/vermieten gaht ja auch, wenn die griechen nicht verkaufen wollen. aber ich sehe an dem vorschlag nichts ungewoehnliches, besonders wenn man bedenkt dass die griechen ja nicht schuldlos in das derzeitige schlamassel geschlittert sind...

Ich bin der Meinung...
04.04.2011 08:16
Hätte ich seinen Nachnamen

würde ich wohl auch solchen Unsinn von mir geben.

estragon001
10.05.2010 06:27
Treppenwitz, nicht Wanderwitz. Der sitzt fest, der Witz, der klemmt...

Harald Ecke
 
09.05.2010 19:35
Das kann doch nur ein Witz sein

Und wir verkaufen , wenn es so weit ist, das Salzkammergut, Wörthersee, Gletscher mit Sommerskilaufmöglichkeiten an den Meistbietenden. Sollte bei (ehem.) Bundesimmobilien auch kein Problem sein, denn beste Voraussetzungen wurden ja geschaffen. Aus Schönbrunn dann einn Sissyland (mit M.Theresien-Pavillon), da kann man dann hindurch witzwandern.

Peter Hammer 06
05.05.2010 17:58
Eine WURSTSEMMELIDEE....

...der >Jungen Gruppe in der CDU-CSU<.

Faun
04.05.2010 21:59

Grassersche Logik wohin das Auge blickt... Warns halt faul, jetzt müssens was hergeben, is nur fair...Zitat:"Leute aus der Tourismusbranche, Unternehmen oder aber auch Privatpersonen, die sich eine solche Insel leisten können. Da das in vielen Ecken der Welt möglich ist, sehe ich persönlich überhaupt kein Problem."

Ich bin der Meinung...
29.04.2010 23:25
Der Nachname

ist zutreffend und erklärt so Einiges...

Erwin Wolfram
26.03.2010 16:46

machst du stoerung des geschaefts findens die kollegen rechtns. bist du als politiker so dumm als wie ein fisch loben schnell die waehler dich...

smamat
05.03.2010 18:55

erstens gibts griechenland weitaus mehr inseln und zweitens haben viele von ihnen schon besitzer, falls jemand eine will, hab eine geerbt und verkaufe sie gern .....das die idee von einem piefke kommt war ja klar! nur die hatten schon andere.... und zum jetzigen zeitpunkt wäre mal angebracht die klappe zu halten.... weil bilanzen verschönern tun die piefke genauso und wer hat den amis das geld bzw. die kredite in den a.... gesteckt.....

Hans Vogel
05.03.2010 16:42
Österreich kauft eine

und schickt, wie Napoleon nach St. Helena, die nicht benötigten Politiker dorthin.

schlumpfine2
05.03.2010 14:56
Weshalb die Aufregung..das gibt es schon

.laut Gesetz ist die Möglichkeit geschaffen in Griechenland den Strand zu pachten! Es kann ein jeder bei der Gemeinde ansuchen und je nach Art den Strand mieten und dort sein Geschäft machen. Wenn die Gemeinde ja sagt...gehört der Strand denjenigen der die Pacht bezahlt. Auf der ganzen Welt gibt es Inseln zu kaufen, weshalb nicht auch in Greece? Ich habe mir schon überlegt "meinen" Strand zu pachten, den ganzen Sommer beschmutzen die Touristen den Strand und ich kann ihn sauber halten, die Griechen scheren sich einen Dr... um die Sauberkeit.Die Schildkröten Insel Marathonissi ist eine privat Insel...weshalb sollen nicht andere folgen? Sobald in Greece Rechtssicherheit herrscht,wird sich das Land erholen,nur die muss zuerst geschaffen werde.

Fritz Wunderlich
05.03.2010 17:23

schönbrunn sollte auch privatisiert werden, oder nicht?

Harald Ecke
 
09.05.2010 19:38
Die Vorraussetzungen dafür wurden schon von langer Hand geschaffen...

www.stattnetz.de
05.03.2010 14:01
Wahlkampftournee...

Wie nennt man ein CDU-Mitglied auf Wahlkampftour?

Einen Wanderwitz!

Nickname vergessen
05.03.2010 15:16

Rot-Grün hat Deutschland kaputt gemacht (wieder einmal) - dagegen ist Schwarz-Gelb wie Balsam.

jesus mohammed
05.03.2010 13:32
die hetzen solange bis griechische Restaurants brennen

und wollen es dann anschliessend nicht gewesen sein. Peinlich sich mit Kriegsverbrechern treffen zu müssen. Peinlich eine Stadt besuchen zu müssen, die Polanski ehrt.
Scheinbar tauchen jetzt auch immermehr unabhängige Umfragen auf, die die Stimmung der Straße bestätigen, di gegen die "Sparmaßnahmen" ist, denn Baukonzerne, Medienimperien, Reeder und Banken müssen nicht sparen, sondern verdienen.

Longyearbyen
 
05.03.2010 10:08
Wie einfältig kann man eigentlich sein,

sich über diesen Vorschlag aufzuregen, wenn in Österreich die allermeisten Seegrundstücke schon längst - oft an Deutsche - verscherbelt sind und man oft zahlen muss um an das Seeufer zu gelangen. Und Österreich hat keine 3000 Seen.

FiendDevil
05.03.2010 10:05
SORRY: Grund/Boden = NICHT Staatshoheit!!

NICHT die „Staatshoheit“, sondern ungenutzte Inseln (=Grund/Boden) sollen verkauft werden. Ein Vorgang (Staatsvermögen versilbern) der auch in Österreich praktiziert wird. Würden Sie über die europäischen Grenzen hinaus kommen, wüssten Sie, dass es durchaus „Privatinseln (Eigentümer-Touristik)“ gibt, die mit „Entsalzungsanlagen“ und/oder mit "Tankschiffen“ ihre Wasserversorgung sichern. Alles nur eine Frage des Preises!

system1
05.03.2010 09:51
in Ö wär ich dafür kärnten abzuverkaufen....

tramezzino
05.03.2010 13:47

dann schau mal ins grundbuch, wer da schon aller drinsteht...

Auslandsösterreicher
26.04.2010 09:05
Bayern

Ernesto Chavez
05.03.2010 13:12
Das Problem ist die unsichtbare Hand des Marktes,

die alles reguliert: Und die sagt, dass die Nachfrage nach Kärnten momentan so bärig auf den Boden geprankt wurde, dass es quasi unverkäuflich ist...

Regis 1
05.03.2010 09:06
Gebt her eure Inseln

abgesehen davon, dass ich diese idee für sehr fragwürdig halte (um es mal so zu formulieren, dass ich keine staatsanwaltschaft auf dem halse habe) - hat sich dieses geistige nackerpatz*** mal schon überlegt, WARUM soviele inseln unbewohnt sind? könnte es vielleicht daran liegen, dass da keine süsswasserquellen sind?

tramezzino
05.03.2010 13:49

logisch gibt´s auf den meisten inseln kein süßwasser. aber das ist nicht das große problem. entsalzungsanlagen und schon hast du brauchwasser. die errichtung der infrastruktur kostet natürlich geld = zusätzliche investitionen. und wenn das nichtgriechen in die hand nehmen, könnte es sogar was werden.

Erzpiefke
 
05.03.2010 08:51
Mit so einem saudummen Wanderwitz

fördert man nur die antideutsche Stimmung in Griechenland. Ist schon unglaublich, was bei uns in den Parlamenten so herumhockt.

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