Budgetkürzung für Gewaltschutzeinrichtungen befürchtet

4. März 2010, 14:01
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Frauenministerin will Innenministerin überzeugen, Gelder aufzustocken - Frauenhelpline mit neuer Gewaltschutzkampagne

Wien - Ein Foto eines glücklichen Hochzeitspaares im wunderschön kitschigen Fotoalbum mit Täubchen und Herzen. Der positive Eindruck, der beim Betrachten des Sujets der neuen Werbekampagne für die Frauenhelpline 0800/222 555 entsteht, wird aber sogleich zerstört: Durch die Braut geht ein Riss, unter dem Foto steht in Handschrift "Eine von fünf Frauen ist in ihrem Leben von Gewalt betroffen."

Neue Inseraten-Kampagne

Hilfe für Frauen, die in ihrer Beziehung Gewalt erleben, gibt's bei der Frauenhelpline, die rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr kostenlos und anonym mit Rat und Hilfe zur Seite steht. Mit einer neuen Werbekampagne, die rund um den Internationalen Frauentag startet, soll die Nummer 0800/222 555 in ganz Österreich bekannt gemacht werden. Geworben wird mit Zeitungsinseraten und einem Spot, der in Multiplex-Kinos in ganz Österreich und im ORF laufen wird. Zusätzlich wird das Inseraten-Sujet als Plakat in Schnellbahnwaggons im Großraum Wien affichiert. "Wir haben uns für diese verschiedenen Werbe-Instrumente entschieden, um möglichst viele verschiedene Menschen zu erreichen", erklärt Maria Rösslhumer, Geschäftsführerin des Vereins Autonome Österreichische Frauenhäuser.

Die Telefonnummer der Frauenhelpline könne Frauen das Leben retten, sie sollte deshalb in allen Haushalten aufliegen, so Rösslhumer. Bei den Zeitungs-Inseraten habe man einen Schwerpunkt auf Medien für MigrantInnen gelegt. "Migrantinnen sind nicht häufiger von Gewalt betroffen als Österreicherinnen," unterstreicht Rösslhumer, "oft fehlt es ihnen aber an Informationen, wo sie Hilfe bekommen."

Spot im ORF und in Multiplex-Kinos

Der Spot, der in der Woche vom 8. bis zum 14. März 2010 im ORF und ab 5. März zwei Wochen lang in Multiplex-Kinos in ganz Österreich gespielt wird, zeigt dieselbe Hochzeitsszene wie das Inseraten-Sujet. Der 40 Sekunden lange Clip ist im Rahmen des Präventionsprojektes Miss Handelt! entstanden und wurde von jungen FilmemacherInnen gemeinsam mit Profis wie Elisabeth Scharang und Robert Buchschwenter entwickelt und produziert. Die Hauptrolle in dem Clip spielt Schauspielerin Pia Hierzegger.

Kürzungen stehen im Raum

Die Kampagne wird von Bundesministerin Gabriele Heinisch-Hosek unterstützt. Sie betonte im Rahmen der donnerstäglichen Präsentation, dass die Finanzierung für Gewaltschutzeinrichtungen ausgebaut werden müssten und nicht - "wie es Signale aus dem Innenministerium gebe" - einschgeschränkt werden dürften. So gäbe es Pläne, Gelder für die Gewaltschutzzentren in allen neun Bundesländern um 15 Prozent  zu kürzen, hieß es in einer Aussendung des Frauenministeriums.

Die Gewaltschutzzentren werden vom Frauenministerium und Innenministerium je zur Hälfte finanziert. Dafür gebe es eine gesetzliche Verpflichtung, betonte Heinisch-Hosek, und kündigte an, sie werde die Gelder für die Gewaltschutzzentren jedenfalls aufstocken und werde alles versuchen, um Innenministerin Fekter davon zu überzeugen, ihren Anteil ebenfalls zu erhöhen und nicht zu kürzen. (red)

 

Frauenhelpline 0800/222 555, rund um die Uhr, kostenlos, anonym

Links

Präventionsprojekt Miss Handelt!

Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser

 

  • Über die neue Kampagne soll die Nummer 0800/222 555 in ganz Österreich
bekannt gemacht werden.
    foto: andy wenzel, hbf

    Über die neue Kampagne soll die Nummer 0800/222 555 in ganz Österreich bekannt gemacht werden.

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